Tuesday, January 31, 2023
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Warum das iranische Regime sich auf die Kriegführung mit Ableger-Gruppen verlegt hat

Das iranische Regime hat seinen 40. Geburtstag inmitten einer ernsten sowohl heimischen als auch internationalen Krise gefeiert.

Die Aufstände gegen das Regime, bei denen Hunderttausende Menschen ihr Leben für die Forderung eines Regimewechsels riskiert haben und riskieren, begannen im Dezember 2017 und zeigen keine Anzeichen der Ermüdung.

Zugleich haben die USA sich aus dem Atomabkommen zurückgezogen und weitere Sanktionen gegen das Regime verhängt wegen des Programms für ballistische Raketen und des militärischen Abenteurertums.

Das Regime ist ganz einfach in der großen Gefahr, dass es zusammenbricht.

Das hat jedoch die Mullahs nicht von ihren regionalen Störmanövern abgebracht, bei denen sie Ableger-Milizen, Propaganda und Marionettenführer benutzen, um die Region in einen schiitischen Halbmond des Iran umzuformen. Die Mullahs haben mittlerweile Milliarden Dollarbeträge dafür ausgegeben, um Syrien, den Libanon, den Irak und den Jemen zu kontrollieren, und weitere Milliarden für die Unterstützung von Milizen wie Hamas und Hisbollah. Natürlich verlässt sich das iranische Regime nicht nur auf schiitische Milizen, um den Vorderen Orient soweit zu destabilisieren, dass die Mullahs ihn nur noch übernehmen müssen. Immer wieder wurde der Iran dabei erwischt, dass er sunnitische Terrorgruppen wie Al Kaida finanziert und das nicht nur aus religiösen Gründen, sondern auch für den Machterhalt. Das hat viele Länder dazu gebracht, bei der Warschauer Konferenz im vergangenen Monat Befürchtungen über den Einfluss des Iran im Vorderen Orient zu äußern.

Dann gibt es da die Desinformationskampagne des Regimes, mit der der Blickwinkel des Regimes der ganzen Welt nahegebracht werden soll. Der Iran pumpt Millionen in diese Propagandamaschinerie, die dazu dienen soll, dass die Agenda des Regimes in Dutzenden von Sprachen einschließlich Englisch verbreitet werden soll. Das Regime hat Dutzende Kulturzentren und Universitätsinstitute außerhalb seiner Grenzen aufgebaut, um die Desinformationskampagne  zu propagieren.

Aber warum sollte sich das iranische Regime so sehr auf Ableger-Truppen und Propaganda verlassen? Die einfache Antwort ist die, dass dem Iran die militärische Macht fehlt und dass er weiß, dass er niemals Supermacht werden kann (wie die USA) und nicht einmal eine regionale Macht (wie Saudi-Arabien). Deshalb verlegen sie sich auf Raketenangriffe, Lügen, Terrorangriffe und Cyberkrieg. Das bringt die eigenen Mannschaften des Regimes in der Regel nicht in unmittelbare physische Gefahr und hat den zusätzlichen Vorteil, dass der Iran seine Beteiligung abstreiten kann.

Was soll man also tun?

Alberto M. Fernandez, der Präsident des Sendenetzes für den Vorderen Orient (MBN),  schreibt: „Eine neue amerikanische Politik, die die Hegemonie des Iran in dieser Region ernsthaft in Frage stellen will, darf sich nicht nur auf die atomaren und raketentechnischen Ambitionen und auf die substanziellen militärischen Ableger dort konzentrieren, sondern auch auf den ganzen Bereich des iranischen Machtstrebens in der Gesellschaft. Eine solche Politik würde deutlich machen, dass der Iran ein regionales Reich aufbaut, während die Bevölkerung zuhause darum kämpfen muss, Wasser und Strom zu bekommen“.