Wednesday, December 7, 2022
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Warum die Medien im Iran mit dem PMOI Tabu brechen

Die iranischen Medien stehen unter strikter Kontrolle des iranischen Geheimdienstministeriums. Zu ihnen gehören 16 landesweite und 34 regionale TV Sender, sowie 10 Satellitensender, die weltweit zu empfangen sind. Es gehört zu einem der zentralen Punkte der staatlichen Medien,

jegliche Berichte über die Volksmojahedin Iran (PMOI) zu zensieren und mehr als das, wenn es in Berichten um die Oppositionsgruppe geht, soll stets der Eindruck erweckt werden, dass die PMOI in der iranischen Gesellschaft wenig oder gar keinen Einfluß hat. Das Regime ist zudem sehr sensibel, wenn es um die Anführerin der Gruppe, Maryam Rajavi, geht. Eine muslimische Frau als Anführerin macht die frauenverachtenden Werte des Regimes deutlich. Als die Zeitung Asia 2003 ein Foto mit einer lächelnden Maryam Rajavi veröffentlichte, verbot das Regime sofort die Zeitung und ließ den Redakteur verhaften.

Hinter diesem Hintergrund ist die Ausstrahlung einer langen TV Serie über die PMOI in dem staatlichen Sender Kanal 1 mehr als außergewöhnlich.

In der TV Serie geht es hauptsächlich um Camp Ashraf, welches bis 2012 Heimat von Tausenden Mitgliedern der PMOI war. Danach zogen die 3000 Bewohner in ein gefägnisähnliches Camp nahe Bagdad, welches ironischerweise „Camp Liberty“ heißt. Nachdem die US Truppen den Irak 2009 verlassen hatten, mußten die Bewohner zahlreiche brutale Anschläge von irakischen Truppenteilen erdulden, die im Auftrag Teherans handelten. Im September 2013 massakrierten Agenten der Mullah 52 von 100 zur Bewachung von Camp Ashraf verbliebene Mojahedin und auch im neuen Camp verloren viele bei Anschlägen mit Raketen ihr Leben, obwohl die USA und die UN stets ihren Schutz versprochen hatten.

Die aktuelle Serie versucht nun diese Zwangsumsiedlung mit einem angeblichen Ende der Gruppe für einen Regimewandel zu erklären. Sie zeigen das verlassene Camp, welches einst Inspiration für Millionen Iraner war, welche einen Regimewandel wollten. Natürlich wird von den militärischen Operationen gegen die PMOI und den Androhungen der irakischen Regierung zu einer gewaltsamen Räumung kein Wort gesagt. Die Kernaussage besteht darin, das die PMOI ihren Einfluß in der Region verloren hat und dass das Mullahregime nun stärker und stabiler denn je ist. Doch eine Frage bleibt übrig: Wenn das alles stimmt, warum haben die Mullahs dann ihre so lange verbreitete Politik des Ignorierens jeglicher Berichte über die PMOI in den Medien verändert? Warum geben sie einer Opposition so viel Sendezeit, wenn sie doch sowieso schon keine Rolle mehr spielt?

2002 konnten dank des Netzwerks von Sympathisanten der PMOI im Iran zahlreiche Aktivitäten des iranischen Regimes im Bereich des Baus von Kernwaffen aufgedeckt werden. Sie sorgten erst für die UN Inspektionen und die internationalen Sanktionen. Die detaillierten und umfangreichen Informationen wurden erst später von der IAEA bestätigt. Fakt ist, die Enthüllungen waren ein schwerer Schlag für die Mullahs. Es waren vor allem diese Enthüllungen, welche die Mullahs in Rage brachten und die seitdem verstärkt die PMOI mit Desinformationen dämonisieren und diskreditieren wollen, sowohl im Iran als auch im Exil.

Dennoch stieg das internationale Ansehen der PMOI. Das Regime versuchte daher, auch die Unterstützer der PMOI für ihre Arbeit für die Opposition des iranischen Volkes zu diffamieren. Hinzu kommt, dass der Prozentsatz von PMOI Mitgliedern und Unterstützern unter den politischen Gefangenen stetig steigt. Nun musste dafür einer ihrer großen Vorbilder, Gholamreza Khosravi, hingerichtet werden, um andere abzuschrecken, die sich seiner Vorstellung eines freien Iran anschließen wollten.

Die internationale Kampagne der PMOI, der bereits seit den früheren 80er Jahren begann, hat in den letzten Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit gefunden. Die internationale Kampagne hat dafür gesorgt, dass die Welt über das wahre Gesicht des iranischen Regimes informiert wurde und seine wahren Hintergründe durchschaut hat. Die PMOI hat mittlerweile die Unterstützung Tausender Parlamentarier in Europa und Nordamerika und vor allem im US Kongreß, bei Gouverneuren, Generalstaatsanwälten, FBI Direktoren und Vertretern in Europa, zu denen frühere Außenminister, Ministerpräsidenten, Menschenrechtsverteidiger und andere Würdenträger zählen. Sie alle haben ihre Zeit und ihren Mut in die Waagschale geworfen, um die Idee eines fundamentalen Wandels im Iran zu verbreiten. Die Persönlichkeiten sorgten aufgrund ihre Funktion und ihrer Bekanntheit dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen im Iran öffentlich gemacht wurden und sie haben stets ein kritisches Auge auf die Verhandlungen mit Teheran geworfen. Doch viel wichtiger war, dass sie durch ihre Unterstützung der PMOI auf ein Ende des Regimes und einen demokratischen, säkularen und atomwaffenfreien Iran gesetzt haben und fest an eine gute Zukunft des Landes glauben.

All diese Hilfe von Nicht – Iranern ließ die Bürger aller Länder verstehen, dass die Mullahs nichts anderes als eine Schmutzkampagne gegen die Opposition gestartet haben. Der Einfluß der PMOI ist durch das Verlassen von Ashraf nicht kleiner geworden, im Gegenteil, es hat die Bewegung in eine erwachsene und sehr diplomatische Bewegung verwandelt, die eine breite Front aus der ganzen Welt gegen die Politik des Regimes darstellt. Der steigende Einfluß der iranischen Opposition hat sich nicht zuletzt dadurch gezeigt, dass der syrische Oppositionsführer zu direkten Gesprächen mit Maryam Rajavi zusammen gekommen ist und sowohl sie als auch Ahmad Jarba haben auf die Mitwirkung Teherans an dem Blutvergießen in Syrien nach Ausbruch der Unruhen 2011 hingewiesen. 

Die iranische Opposition kann nicht mehr länger von den Regimemedien zensiert werden. Washington sollte das zur Kenntnis nehmen und seine Politik gegenüber dem Iran überdenken. Die Realitäten im Iran und im Mittleren Osten verändern sich und jetzt ist die Zeit gekommen, die iranische Hauptopposition als wichtigen Bestandteil einer neuen US Politik anzuerkennen.

Allen Tasslimi ist Präsident der Vereinigung der US-Iraner in New Jersey und ein Mitglied der Organisation der US-Iranischen Gemeinden.