Tuesday, November 29, 2022
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Weitere multinationale Konzerne verlassen wegen kommender US Sanktionen den Iran

Mehr und mehr multinationale Konzerne stoppen ihre Investitionen und Geschäfte mit dem Iran. US Präsident Trump gab im Mai bekannt, dass er den Atomdeal von 2015 verlassen wird.

Er gab auch bekannt, dass dann die Sanktionen wieder in Kraft treten und er warnte die ausländischen Unternehmen davor, dass sie im Fall einer Fortsetzung der Geschäfte mit dem Iran entsprechende Konsequenzen zu tragen haben.

Kurz nach der Bekanntgabe begannen die multinationalen Konzerne, ihre Geschäfte mit dem Iran zu beenden. Sie haben Angst davor, dass ihre Beziehungen mit den USA und zum Finanzsystem gefährdet sind, wenn die US Sanktionen wieder in Kraft treten.

Der Iran hat panische Angst davor, weitere Geschäfte und Investitionen zu verlieren und wies daher die europäischen Unterzeichner des Atomdeal an, einen Plan zu erstellen, wie die europäischen Unternehmen sich vor den US Sanktionen schützen können. Doch der Iran hat nicht einmal die Position, den Europäern „Anweisungen zu erteilen“, aber das ist eine andere Sache.

Egal welchen Plan die EU nun vorlegen wird; es wird keine Garantien für europäische Unternehmen geben, dass sie gegen die US Sanktionen geschützt sind. Es gibt weder genug Zeit, einen effektiven Plan zu entwickeln, bevor die Sanktionen in Kraft treten, noch ist er logistisch umsetzbar. Und wenn sich die Unternehmen entscheiden müssen, mit dem Iran Geschäfte zu machen oder der größten Finanzmacht der Welt den Rücken zu kehren….dann ist die Entscheidung eindeutig und nicht schwer. Die Marktmacht der USA ist einfach zu groß.

Der französische Automobilkonzern Renault gab kürzlich bekannt, das er statt dessen nach neuen Geschäften in Afrika Ausschau hält, weil man dort „verpasste Möglichkeiten wegen de Iran – Geschäften wieder aufholen will“. Renault hatte kurz zuvor noch gesagt, man würde trotz US Sanktionen im Iran bleiben.

Anfang der Woche zog sich der deutsche Schuhkonzern Adidas aus dem Iran zurück, weil es bald US Sanktionen geben wird. Das Unternehmen schließt sich damit dem US Konzern Nike an, der sich bereits vor der Fußball WM aus dem Iran zurück zog. Nike sagte dazu:“ Die US Sanktionen bedeuten, dass gerade eine US Firma keine Schuhe mehr an die Spieler der iranischen Nationalmannschaft ausliefern darf.“

Der wirtschaftliche Druck auf die iranische Regierung steigt und die nationale Währung, der Rial, ist auf einem historischen Tiefstand gegenüber dem US Dollar.

Doch anstatt gegen diese Probleme aktiv zu werden, gibt die iranische Regierung allen außer sich selbst die Schuld. Niemand ist verantwortlich und niemand wird zur Rechenschaft gezogen.

Diese Instabilität im Land zeigt sich in weiteren Unruhen. Die Proteste gehen gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und die schlechten Bezahlung für Lehrer, wie sie sich z.B. in den Protesten Anfang der Woche zeigten.

Die Proteste laufen seit Ende Dezember letzten Jahres. Es gibt einen überwältigenden Wunsch nach einem Regimewandel im Iran und die Menschen wissen, dass ihre Situation in Zukunft noch schlechter werden wird, wenn sie das Regime nicht stürzen. Dieses Regime war vier Jahrzehnte an der Macht und es hat sich nichts zum Besseren geändert.