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Elaine Chao: Der Iran benachteiligt die Frauen

Dienstag, den 23. Juni 2015, 21. 45 Uhr

Elaine Chao, ehemalige Arbeitsministerin der Vereinigten Staaten, gehörte zu den mehr als 600 politischen Führern und Würdenträgern, die an der letzten großen Versammlung der iranischen Opposition in Paris teilnahmen.

Frau Chao äußerte ihre Unterstützung ‚derer, die’ für den Iran ‚einen demokratischen Wandel erstreben’. Sie betonte besonders die Notwendigkeit, die repressive Haltung des iranischen Regimes gegenüber Frauen und Mädchen zu bekämpfen. 

Wortlaut der Ausführungen der Ehrenwerten Frau Elaine Chao, der früheren Außenministerin der Vereinigten Staaten am 13. Juni 2015 in Paris: 

Es ist eine besondere Gelegenheit, hier zu sein und mit meinen Kollegen aus den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt zusammenzukommen, um jene zu unterstützen, die einen demokratischen Wandel und die elementaren Freiheit für das iranische Volk zu ersehnen. 

Im besonderen möchte ich über die Frauen und Kinder und die jungen Mädchen des Iran sprechen. Die Bestrebungen der iranischen Frauen und Mädchen, die von der äußerst repressiven Politik des gegenwärtigen Regimes am meisten belastet werden, müssen zur Kenntnis genommen werden. 

Sie wissen: Seit 50 Jahren erleben die Frauen in den zivilisierten Ländern der Welt eine Revolution, die ihre Chancen in der Bildung und in der Wirtschaft betrifft. Mehr Frauen denn je sind ausgebildet worden, in den Arbeitsprozeß eingetreten und haben wesentlich zu ihrem Familienleben und dem Leben der Gesellschaft beigetragen. 

Als Arbeitsministerin habe ich mit der First Lady, Laura Bush zusammengearbeitet; sie leitete viele Initiativen der Bestrebungen von Frauen und Mädchen im Nahen Osten, an der Bildung und am bürgerlichen Leben teilzunehmen. 

Um nur einige Projekte zu erwähnen: Wir besorgten Uniformen für Mädchen, so daß sie die Schule besuchen konnten. Wir verschafften ihnen Ausbildung z. B. in IT. Wir förderten die unternehmerische Tätigkeit von Kriegerwitwen. Wir ermutigten auch zur Teilnahme am politischen Leben mit Unterricht in Demokratie und politischer Führung für Frauen. 

Um diese Frauen zu ermutigen, unterstrichen wir, daß im Jahre 2004 die Hälfte aller Stellen im US-Arbeitsministerium von Frauen besetzt wurde – die höchste Rate in allen Ministerien. 

Doch während die Diskriminierung der Frauen in anderen Ländern geächtet wurde, erhielt sie im Iran gesetzliche Geltung. 

Während andere Länder die Frauen an die Macht bringen, werden sie im Iran geächtet. 

Neue Berichte enthüllen, daß Teilnahmequoten, Einschränkungen und Verbote den Zugang von iranischen Frauen zur Bildung verringern. 

Den Frauen wird die Ausbildung zu gut verdienenden Berufen wie Ärzten und Ingenieuren an den Universitäten des Iran verboten. Es wurde die Möglichkeit von Frauen, Abschlüsse an den Universitäten zu erreichen, durch Quoten beschränkt.

Die Universitäten haben die Frauen von 77 Fächern ausgeschlossen – eine Politik, die vom gegenwärtigen iranischen Regime gestattet und gefördert wird. 

Es ist daher keine Überraschung, daß die Arbeitslosigkeitsrate bei jungen iranischen Frauen schätzungsweise 42% beträgt und damit fast zweimal so hoch ist wie bei den Männern. 

Ferner ist nicht überraschend, daß viele von den Bildern, die man im Westen von den anhaltenden demokratischen Demonstrationen in Teheran sieht, vor allem junge iranische Frauen zeigen. Heute müssen die Frauen des Iran folgende Botschaft erhalten: Wir sehen euch, wir hören euch, ihr seid nicht vergessen. 

Wie gesagt, die Frauen werden im heutigen Iran auf entmutigende Weise herausgefordert. Die Gesetze beschränken und kontrollieren das Leben der Frauen fast auf allen Gebieten, angefangen von der Kleidung über die Frage, wen sie heiraten dürfen, bis hin zu ihrer Fähigkeit, ihren Lebensunterhalt außerhalb des Hauses zu verdienen. Doch am Ende werden diese rückschrittlichen Kräfte nicht obsiegen. 

Der Fortschritt der Frauen in der Gesellschaft ist eine der machtvollsten Entwicklungen in der Welt von heute. Und wenn wir irgendetwas von der Geschichte lernen können, dann ist es dies: Kein Regime, wie immer auch repressiv und brutal, kann ewig gegen die fundamentalen Reformen stehen. 

Daher müssen wir alle, die wir in dieser gewaltigen Halle sitzen und die Freiheit schätzen, unseren Kampf gegen die repressive Politik mit unserem Geist, unserem Fähigkeiten und mit unserem Handeln fortsetzen.

Ich danke Ihnen sehr für das, was Sie tun.