Thursday, February 29, 2024
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Zum Gedenken an Prof. Eric David – einen Verfechter der Menschenrechte und Gerechtigkeit

Mit bedrücktem Herzen und tiefem Respekt erinnern wir an das Leben und das Erbe von Professor Eric David, einer führenden Persönlichkeit auf dem Gebiet des Völkerrechts.

Er war nicht nur eine Leuchte in diesem Feld, sondern zugleich ein leidenschaftlicher Anwalt der Menschenrechte und ein standhafter Freund des iranischen Widerstands und der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK). Sein Tod hinterläßt eine Lücke, die nicht nur von seiner Familie und seinen Kollegen, sondern von allen empfunden wird, mit denen er je in Berührung kam.

Ein hervorragender Gelehrter

Prof. Eric David hinterläßt auf dem Gebiet des Völkerrechts eine unschätzbare Reihe von Arbeiten. Seine Schriften über die Menschenrechte und das Völkerrecht gelten als grundlegend; Praktiker wie Wissenschaftler beziehen sich darauf wesentlich. Sein Engagement für die Gerechtigkeit und die Menschenrechte beschränkte sich nicht auf Hörsaal und Bibliothek. Es war das führende Prinzip seines Lebens und seiner Arbeit.

Im Jahre 2005 unterstrich Prof. Eric David, Präsident des Zentrums für das Völkerrecht an der „Freien Universität Brüssel“, angesichts des Entwurfs einer neuen Verfassung für den Irak die entscheidende Notwendigkeit, sicherzustellen, daß dies Dokument das iranische Regime daran hindere, sich zur Fortsetzung seiner repressiven Politik rechtlicher Mechanismen zu bedienen.

In seiner Einsicht zeigte sich die Sorge darüber, daß das iranischen Regime seit langer Zeit die Politik der Region zu manipulieren versucht und man die Entwicklung einer neuen Verfassung in dem Nachbarland Irak vor solcher Ausbeutung schützen müsse. Er wies auf die Bedeutung einer Verfassung hin, die die Prinzipien der Demokratie, die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit sichert, während sie zugleich vor jeder äußeren Einmischung schützt, die die Souveränität des Irak und die Bestrebungen seines Staatsvolkes untergraben könnte. Die Zeit bestätigte seine Einsichten und unterstrich die tiefe Bedeutung der Weisheit, die Prof. Eric David in Sachen der Gerechtigkeit und der Menschenrechte an den Tag legte.

 

Ein unermüdlicher Anwalt der Gerechtigkeit

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften Prof. Davids bestand in seinem unerschütterlichen Engagement für die Gerechtigkeit. Er gab sich mit der bloßen Diskussion über die Prinzipien des Rechts
nicht zufrieden; er handelte darnach. Im Jahre 2008 übernahm er eine Aufgabe, die Mut forderte: Er stattete Ashraf 1 im Irak einen Besuch ab; dort stellte er sich solidarisch an die Seite der Mitglieder der PMOI/MEK, die bedroht wurden. Diese tapfere Handlung bezeichnet beispielhaft sein Engagement für die Gerechtigkeit.

Prof. Davids außergewöhnliche Beiträge zum Völkerrecht und
sein Eintreten für die Menschenrechte finden ein bezeichnendes Beispiel in seiner aktiven Beteiligung an Tagungen und Erklärungen, die sich für die Rechte der Bewohner von Ashraf ein-setzen. In der Kritik an der unrealistischen, verkehrten Darstellung der Haftumstände in Camp Liberty spielte er eine zentrale Rolle; dabei betonte er die gefährlichen Folgen, die diese Darstellung den Bewohnern Ashrafs einbringen könne.

Darüber hinaus unterstreicht seine Beteiligung an internationalen Tagungen in Genf seine unerschütterliche Entschlossenheit, die Vereinten Nationen und die zuständigen Institutionen zu sofortigem Handeln aufzufordern, damit eine weitere Tragödie ähnlich jener von Srebrenica, diesmal jedoch in Ashraf, verhindert werde.

Es ist auch bemerkenswert, wie Prof. David sich internationalen Juristen und Abgeordneten anschloß, um den Irak zur Freilassung von 36 iranischen Geiseln aufzufordern. Auf diese Weise stellte er sein Engagement für die Rechtssicherheit und den Schutz der Rechte von Menschen in gefährlicher Situation unter Beweis. Seine unermüdlichen Bemühungen in diesen Angelegenheiten haben dort, wo es sich um die Vertretung des Rechts und besonders die der Menschenrechte handelt, eine unzerstörbare Spur hinterlassen.

Ein demütiger, bescheidener Mann

Die beruflichen Erfolge von Prof. David waren glänzend – ebenso wie seine persönlichen Eigenschaften. Sein Leben wurde ausgezeichnet durch Demut und Einfachheit; daher war er nicht nur ein bekannter Gelehrter, sondern auch ein geschätzter Freund und Kollege. Seine Freundlichkeit, der leichte Zugang zu ihm und seine Bereitschaft, sich gemeinsam mit anderen Menschen aus allen Lebensbereichen zu engagieren, verschafften ihm die Zuneigung vieler.

Eine Stimme für die, die keine Stimme haben

Im Zusammenhang mit dem historischen Kampf des iranischen Widerstands gegen das repressive Regime der Mullahs ließ sich Prof. David mit Macht hören. Er verurteilte die gegen die PMOI/MEK gerichteten Schandtaten des Regimes; er setzte seine intellektuelle Energie dafür ein, daß dessen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vor allem das Massaker von 1988, internationale Aufmerksamkeit fanden.

Prof. Davids Engagement für die Förderung der Menschenrechte und die Gerechtigkeit tritt besonders auch hervor an dem Engagement, das er während der dem im Iran im Jahre 1988 begangenen Massaker gewidmeten Tagungen an den Tag legte. Diese Versammlungen betonten wieder und wieder die dringende Notwendigkeit internationalen Handelns und die Notwendigkeit einer Rechenschaft.

Seine Beiträge zu diesem Unternehmen, die Welt auf dies abscheuliche Ereignis, während dessen mehr als 30 000 politische Gefangene brutal ermordet wurden, aufmerksam zu machen, waren gründlich. Seine Beteiligung an den Diskussionen während des Prozesses gegen Hamid Noury unterstreicht die Verpflichtung der Weltgemeinschaft, der Straflosigkeit entgegenzutreten und für die Opfer derartiger Schandtaten nach Gerechtigkeit zu streben.

Ein bleibendes Erbe

Prof. Davids Erbschaft ist monumental; sie hinterläßt auf Recht und Gesetz eine bleibende Spur. Seine zentrale Rolle bei den rechtlichen Siegen des iranischen Widerstands steht da als Zeugnis für den Triumph von Recht und Gerechtigkeit über Unmenschlichkeit und Intrige überall in der Welt.

Während wir das Leben und das Werk von Prof. David ehren, wollen wir auch der Forderung eines stetigen Engagements für die Prinzipien der Gerechtigkeit und die Menschenrechte gedenken, die er vertrat. In einer Welt, in der diese Prinzipien oftmals auf dem Prüfstand stehen, wollen wir seines Vorbilds gedenken und uns um die Erhaltung seiner Erbschaft bemühen – der Erbschaft des Mitleids, der Integrität und des nicht aufgebenden Engagements für die Sache der Gerechtigkeit.

So möge denn seine Seele ewigen Frieden finden; und eine neue Generation von Juristen und für die Menschenrechte Engagierten möge ihm tapfer folgen in seinen großartigen Fußstapfen.