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Zunahme der Zahl der Hinrichtungen und stärkeres Vorgehen gegen die Jugend des Iran

Hinrichtungen und Maßnahmen gegen die Jugend des Iran vermehren sich. Viele Häftlinge in der Altersklasse der 20er und 30er wurden in den vergangenen Monaten hingerichtet oder schlicht umgebracht, und Hunderte wurden eingekerkert und misshandelt. Das schreibt Donya Jam in „News Blaze“ am 26. Februar 2017.

 In den ersten beiden Wochen des Februar wurden Dutzende Gefangene erhängt, wozu eine Massenhinrichtung von 12 Gefangenen im Gefängnis Gohardasht westlich von Teheran am 15. Februar zu zählen ist. 13 Häftlinge, darunter solche von 29 und 30 Jahren, wurden zwischen dem 11. und 13. Februar in den Gefängnissen in Ghom, Zabol, Jiroft und Maschad hingerichtet.
Am 29. Januar haben die Behörden des Regimes vier Gefangene in den Städten Bandar Abbas und Maschad öffentlich hingerichtet. Diese Gefangene waren alle Anfang oder Mitte zwanzig. Berichte deuten darauf hin, dass 87 Gefangene allein im Januar an den Galgen gebracht worden sind. Viele der Hingerichteten haben niemals ein ordentliches Verfahren bekommen und einige wurden erhängt, obwohl die Verhandlung ihrer Fälle noch im Gange war.
Hamid Ahmadi, ein jugendlicher Straftäter, ist, wie gemeldet wird, unmittelbar in Gefahr, erhängt zu werden. Die Vereinten Nationen und prominente Organisationen für Menschenrechte wie Amnesty International haben eine Kampagne gestartet, um seine Hinrichtung zu verhindern. Im Iran sind derzeit 160 Jugendliche im Todestrakt, so die Vereinten Nationen. Die Zahl könnte sogar noch höher sein.
Am 9. Februar haben staatliche Sicherheitskräfte in Shagedan (Provinz Khusistan im Südwesten des Iran) einen jungen arabisch-iranischen Mann mit dem Namen Hassan Abu Ghabish erschossen.
Zusätzlich zu den Erhängungen und Tötungen ist die Staatsmacht des Regimes laufend dabei, Jugendliche aus absurden Gründen festzunehmen und anzugreifen.
In Shiraz wurde ein weiblicher Teenager bei ihrer Geburtstagsfeier brutal geschlagen und inhaftiert, weil sie aufgerissene Jeans trug. Zwei junge Frauen wurden in Dezful für Motorradfahren verhaftet. Und Hunderte wurden zwischen 2016 und Januar 2017 inhaftiert für den Besuch von gemischtgeschlechtlichen Partys. In einigen Fällen hat das Regime die Verhafteten auch brutal bestraft.
Im Mai 2016 hat die iranische Staatsgewalt  30 Studenten inhaftiert und ausgepeitscht für den Besuch einer gemischtgeschlechtlichen Party zum Ausbildungsabschluss. Das Urteil zur Auspeitschung wurde innerhalb der 24 Stunden ihrer Haft umgesetzt. Jeder Student bekam 99 Hiebe.
Die Inhaftierungen  für die Beteiligung an gemischtgeschlechtlichen Partys gehen weiter. Am 28. Januar wurde gemeldet, dass weitere 13 Jungen und Mädchen in der Provinz Gilan im Nordiran in Arrest genommen wurden.
Man kann sich fragen, warum das Regime mehr und mehr Jugendliche ins Visier nimmt. Wenn wir uns erinnern, so nahm bei den landesweiten Aufständen im Jahr 2009 im Iran die Jugend die vorderste Front ein. Sie spielten bei den ganzen Protesten die wichtigste Rolle. Deshalb wendet das Regime Repression als Methode an, um Furcht in der Gesellschaft zu verbreiten, um die Jugendlichen von Aufständen abzuhalten.
Ein Teil der Gründe dafür, dass das Regime so heftig gegen Partys und Zusammenkünfte vorgeht, liegt darin, dass sie fürchten, die Versammlungen könnten sich in Aufstände gegen die Regierung verwandeln. Das Regime tut alles, was in seiner Macht steht, um ein Wiederaufleben der Demonstrationen von 2009 zu verhindern.
Da sich jetzt herausgestellt hat, dass die Reform im Iran nichts als ein Mythos ist, kann eine andere Frage gestellt werden, nämlich die, worin die wahre Lösung dafür liegt, dem Leiden der iranischen Jugend ein Ende zu setzen. Jetzt wollen die Aktivisten in der iranischen Jugend, dass ihre Stimmen von der internationalen Gemeinschaft gehört werden. Sie möchten ein Ende der Verträge und Verhandlungen mit dem Regime sehen und sehnen sich stattdessen danach, dass die internationale Gemeinschaft das Streben des iranischen Volkes nach Freiheit und Demokratie anerkennt.
Sourosh Abouthalebi, ein iranischer Student, der in Belgien politische Wissenschaften im Hauptfach studiert, hat seine tiefe Besorgnis über die Hinrichtungen zum Ausdruck gebracht. Er forderte dazu auf, die Wirtschaftsverträge mit dem Iran zu beenden, weil die Fortsetzung solcher Abkommen den Führern des Regimes signalisiert, dass sie mit den Verletzungen der Menschenrechte fortfahren können.
„Mit diesem Regime Handel zu treiben, ohne im Geringsten Sorgen um die Menschenrechte auszusprechen, wird von diesem Regime als grünes Licht wahrgenommen, immer mehr Hinrichtungen zu vollstrecken“, sagt er.  
Abouthalebi fügt hinzu, dass die Länder stattdessen das iranische Volk unterstützen sollten.
„Jedes Land hat die einzigartige Gelegenheit, sich an die Seite des iranischen Volkes zu stellen. Die Iraner werden niemals diejenigen vergessen, die in der dunkelsten Zeit der iranischen Geschichte für die Rechte des iranischen Volkes aufgestanden sind“, meint er zum Schluss.
Afshin Motevalli,  ein iranischer Student, der an die Universität Oslo Pädagogik studiert, sprach sich dafür aus, dass die internationale Gemeinschaft die Beziehungen zum Iran abbricht.
„Ich fordere, dass die internationale Gemeinschaft das Appeasement gegenüber dem iranischen Regime beendet. Das Regime im Iran gibt weder seiner Bevölkerung noch der internationalen Gemeinschaft irgendetwas anderes zurück als Terror, Unterdrückung, Hinrichtungen und Zerstörung“, meinte er.
Motevalli erwähnte auch, dass die Weltgemeinschaft einen Regimewechsel im Iran durch das Volk und seine Widerstandsbewegung, die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) unterstützen solle.
„Die internationale Gemeinschaft sollte die iranische Opposition, den Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI), und ebenso die Millionen Männer und Frauen im Iran unterstützen, die nach Freiheit und Demokratie streben“, setzte Motevalli hinzu.
 „Regimewechsel ist die einzige Methode, um Unterdrückung, Folter und Hinrichtungen zu beenden, und ein Regimewechsel ist der einzige Weg zu Demokratie, Gleichheit, Freiheit und Harmonie“, schließt er.
Die Jugend des Iran wird unterdrückt. Sie sehnen sich nach Freiheit und Gerechtigkeit. Der einzige Weg, den Hinrichtungen und der Unterdrückung der Jugend eine Ende zu setzen, führt über einen demokratischen Regimewechsel. Deshalb sollte die internationale Gemeinschaft alle Deals mit dem Iran beenden und die iranische Opposition PMOI/MEK und die Bevölkerung in ihrem Bemühen unterstützen, Freiheit zu etablieren. Das ist auch der einzige Weg, das Unrecht zu beenden, der einzige Weg, der Jugend eine hellere, sicherere und hoffnungsvollere Zukunft zu garantieren.
Frau Donya Jam ist eine iranisch-amerikanische Christin und Menschenrechtsaktivistin. Sie hat einen Bachelor in Politikwissenschaft von der Shenandoah Universität.