Tuesday, October 4, 2022
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Iran: Arbeiter, Bauern, Krankenschwestern, Kaufleute und Ausgeplünderte streiken und demonstrieren an allen vier Enden des Landes

Freitag, den 9. März 2018, 13.26 Uhr

In Isfahan demonstrierten hunderte Bauern neben der
Khaju-Brücke und dem Wasserwerk gegen die Weigerung
der Regierung, Wasserrechte zu erteilen

Aufstand im Iran – Nr. 105

Am  Mittwoch, den 7. März erlebten die Städte und Dörfer an allen vier Enden des Landes Streiks und Proteste der unterprivilegierten und verarmten Menschen.

1. Arbeiter der „Nationalen Gruppe Ahvaz-Stahl“ versammelten sich in der Stadt vor dem Amtsgebäude des Gouverneurs; es war bereits der 15. Tag ihres Streiks. Sie protestieren dagegen, dass ihnen Löhne und Prämien vorenthalten werden; sie protestieren gegen ihre Verarmung und die ihrer Familien. Sie skandierten: „Wir stehen, wir sterben, wir bekommen unser Recht!“ Die Proteste begleiteten den Tod eines Arbeiters der Fabrik, der am Tage zuvor nach 10 Jahren schwerer Arbeit an einer Krankheit gestorben war, weil es ihm an angemessener medizinischer Behandlung gefehlt hatte.

2. Die streikenden Zuckerrohrarbeiter von Haft Tapeh wurden am vierten Tage des Streiks, der auf die gesamte Firma übergegriffen hatte, von Polizeitruppen brutal angegriffen; sie traten ihnen entgegen. Das religiöse Regime lud einige von ihnen in die Polizeistation vor, anstatt sich der Leiden und Probleme der Arbeiter anzunehmen.

3. Neben der Khaju-Brücke und dem Wasserwerk in Isfahan demonstrierten hunderte Bauern dagegen, dass das Regime ihnen die Wasserrechte verweigerte.

4. In der Stadt Daran (Provinz Isfahan) schlossen die Geschäfts- und Kaufleute einhellig ihre Läden, um gegen den wirtschaftlichen Niedergang und Bankerott zu protestieren.

5. Die Eisenbahnarbeiter setzten in Isfahan ihren Streik fort, um dagegen zu protestieren, dass ihnen schon seit Monaten der Lohn vorenthalten wird.

6. Die Eisenbahnarbeiter in Salmas erlebten den vierten Tag ihres Streiks.

7. In Shahroud traten die Eisenbahnarbeiter gemeinsam mit ihren Kollegen von Semnan und Damghan in einen Streik ein, um den Lohn und die Zuwendungen mehrerer Monate zu verlangen.

8. Arbeiter und Angestellte der „Aluminium-Gesellschaft des Iran“ protestierten in Arak gegen die Übertragung von Anteilen der Firma an die Revolutionsgarden und Regierungsangestellte.

9. In Aligodarz versammelten sich die Arbeiter der Stadtwerke zum Protest gegen die schon vier Monate andauernde Vorenthaltung ihrer Löhne vor der Stadtverwaltung.

10. In Islamshahr versammelten sich Arbeiter der Firma „Persischer Golf“ vor deren Gebäude und sperrten die Straße.

11. Die ausgeplünderten Mitarbeiter der Regierungs-Institution „Valiasr“ in Rabat Karim versammelten sich vor deren Gebäude und skandierten: „Der Räuber macht Beute, die Regierung hilft ihm dabei.“

12. Kaufleute von Plasco versammelten sich erneut vor der Mostazafan-Stiftung in Teheran, um dagegen zu protestieren, dass diese korrupte Plünderer-Stiftung ihre Versprechen nicht erfüllt. Die Demonstranten sind Kaufleute, die seit dem Brand in Plasco ihre Läden verloren haben.

13. Zuckerrübenbauern von Naghdeh versammelten sich vor der Zuckerfirma der Stadt und protestierten dagegen, dass ihre Forderungen nicht erfüllt worden waren.

14. Schwestern des Khomeini-Krankenhauses in Dehdasht protestieren dagegen, dass ihnen seit 15 Monaten die Gehälter und Zuwendungen vorenthalten werden.

15. Die Basar- und Kleiderkaufleute von Jolfa versammelten sich vor dem Direktorium von „Aras Economic Deputy“, um gegen die Beschlagnahmung ihrer Waren und die Verzögerung ihrer Freigabe zu protestieren.

16. Vor dem Öl-Ministerium in Teheran demonstrierten Tankwagenfahrer, um gegen die Zuweisung des Öltransports an mit dem Regime verbundene Firmen und die Nicht-Erfüllung ihrer beruflichen Forderungen zu protestieren.

17. Am 6. März demonstrierten hunderte Grundbesitzer der neuen Stadt Pardis, deren Land von Regierungs-Agenturen beschlagnahmt worden war, vor dem 37. Teheraner Gericht. Zu den Demonstranten gehörten auch Grundbesitzer des Gebietes von Istalak; es liegt in der Stadt Damavand (Provinz Teheran) an der Straße von Teheran nach Mazandaran. Diese Grundstücke wurden von der Regierung selbst an 5 000 Personen verkauft; infolge von Rechtsverfahren hat das Amt für die Registrierung von Dokumenten und Grundbesitz die Titel gegen Geld an die Besitzer übereignet. Im Jahre 2015 wurden sie von Funktionären der Regierung beschlagnahmt; dort sollte gebaut und investiert werden. Die Besitzer wurden enteignet. Doch in den vergangenen Jahren reagierte das Gericht, nachdem die Eigentümer vor ihm geklagt hatten, zu ihren Gunsten. Sie hatten all ihre Ersparnisse und Habseligkeiten eingesetzt, um ihren Familien Schutz zu bieten; doch mehrere Jahre lang wurden sie am Verkauf sowie am Bau gehindert.

18. Fahrer des privaten Sektors der Bus-Firma von Bouroujerd legten am Dienstag, den 6. März, die Arbeit nieder, weil ihre Forderungen nicht erfüllt worden waren.

19. Bedienstete der Stadtverwaltung von Khorramshahr versammelten sich vor dem Gebäude des Stadtrates, um dagegen zu protestieren, dass ihnen seit 10 Monaten keine Löhne gezahlt wurden.

20. Weiterhin werden Slogans an die Mauern der Städte geschrieben: „Khamenei – Mörder“; „Khamenei ist ein Mörder, seine Herrschaft ist nichtig“; „Ich beteilige mich am Sturz“.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
den 8. März 2018