Tuesday, December 6, 2022
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Iran: Revolutionsgarden planen Zugang zum Mittelmeer über Irakisch-Syrische Bodenpassage

Revolutionsgarden Hauptgrund für Krieg und Terror in der Region

Das klerikale Regime hat seine Kriegstreiberei und seine kriminellen Interventionen in Syrien verstärkt und will eine Bodenpassage errichten, welchen ihm über Irak und Syrien einen Weg zum Mittelmeer ermöglicht. Die Zahl der Kämpfer aus Milizen, die von den Revolutionsgarden geleitet werden, ist auf über 100.000 Mann angestiegen. Die meisten Söldner kommen aus Afghanistan, Irak, Libanon oder Pakistan. Rund ein Drittel der syrischen Milizen steht unter dem Kommando der Revolutionsgarden, die Struktur ist ähnlich wie bei den Bassidsch im Iran. All diese Truppen werden von dem Revolutionsgarden finanziert, bewaffnet und kontrolliert.

Am 14. Januar 2017 gab Brigadegeneral Hussein Yekta, ein Kommandeur der Revolutionsgarden und Leiter des Khatami Hauptquartiers, bekannt, wie viele Afghanen unter dem Kommando der Revolutionsgarden in Syrien kämpfen. Sie sind als Teil der Fatemiyoun Division organisiert und ihre Truppenstärke beträgt 18.000 Mann. Die Afghanen, die im Iran leben, werden gezwungen, nach Syrien in den Krieg zu gehen, weil sie bitterarm, arbeitslos und ohne gültige Aufenthaltserlaubnis sind und das Regime auf diesem Weg Druck auf sie ausübt.

Neue Details aus dem Mullahregime zeigen zudem:

1. Seit Dienstag sollen die afghanischen Kampfverbände dauerhaft in Syrien stationiert werden. Die Revolutionsgarden registrierten neue Kämpfer aus den zentraliranischen Provinzen im Hauptquartier der Revolutionsgarden im Süden von Teheran (gegenüber der U-Bahn Station für das Grab von Chomeni). Von dort aus werden sie zu einer Garnison mit dem Namen Kheirol Hafezin in Shahriar (Südwestiran) gebracht. Von dort aus geht es weiter zum Chomeni Flughafen und dann nach Damaskus. Transportiert werden die Söldner von der Fluggesellschaft Mahan und Iran Air. Rund 2000 Afghanen werden jede Woche von der Kheirol Hafezin Garnison nach Syrien transportiert.

Die Gouvernements der Provinzen im Iran haben Registrierungszentren für Afghanen in den verschiedenen Provinzen installieren lassen.

Einige Afghanen erhalten zuerst ein militärisches Training in den Trainingslagern der Revolutionsgarden rund um Ghom und dann werden sie weiter verteilt. Andere werden erst in Syrien trainiert.

2. Alle Söldner unter dem Kommando der Revolutionsgarden bekommen in dem Hauptquartier der Revolutionsgarden einen Ausweis, der ihnen in einem Glashaus nahe dem Flughafen von Damaskus ausgeteilt wird. Das Gebäude ist unter dem Namen „Das Glashaus“ bekannt. In dem fünfstöckigen Gebäude sitzt auch das Zentralkommando der Revolutionsgarden in Syrien. Die afghanischen Kämpfer werden dann in die Kaserne Shei’bani (auch als Garnison Imam Hussein bekannt) gebracht. Diese befindet sich im Westen von Damaskus. Von dort werden sie dann an die jeweiligen Kampfgebiete in Syrien verteilt. Die Truppenteile, die zuvor im Iran nicht ausgebildet wurden, erhalten hier ihr militärisches Training. Die Afghanen bleiben dann für sechs bis acht Wochen in Syrien. Weil sich der Krieg in Syrien in den letzten Monaten intensiviert hat, wurde eine große Zahl afghanischer Kämpfer getötet. Zu den Opfern zählen auch 14 Jahre alte Kindersoldaten.

3. Die Revolutionsgarden nutzen in Syrien auch im erheblichen Maße irakische Milizen, darunter die Badr Revolutionsgarden, die Bewegung von Al-Najaba, the Asa’ib of Ahl-e Hagh, the Kata’ib Imam Ali, Kata’ib Seyyid al-Shohada, Al-abdal, Ansar allah Owfia, Saraya of Khorasani und Kata’ib Siffin.

Die Revolutionsgarden haben auch eine Trainingsgarnison in der Pol-e-no Zone außerhalb von Abadan errichtet, welche die Al-abdal Gruppe nutzt. Die Mitglieder dieser Gruppe kamen zuerst in die Garnison von Basra und wurden nach einem kurzen militärischen und ideologischen Training dorthin entsendet. Die Gruppe hat in Abadan in der Amir Abad Straße ein eigenes Büro. Dieses Büro leitet Abu Fatemeh al-Amara.

Der militärische Leiter der Al-abdal ist Abu Akram al-Majedi. Sein Stellvertreter ist Kamal Hasnawi und der Kommandeur der Gruppe in Syrien ist Mostafa Özbidi, bekannt als Abu Fadak Kürzlich wurden die Abdal Truppen in den Bezirk al-Tienf entsendet, um dort den Kata’ib Seyyed al-Shohada zu helfen. Ein Teil der Gruppe befindet sich in der Grenzregion von Rutba im Irak und ein anderer Teil in der 39. Brigade von Hashd al-Sha’bi im Irak.

4. Eine weitere Gruppe, bekannt als Kata’ib Imam Ali, hat eine Brigade in Syrien. Im August 2017 ging ein Teil der Gruppe in ein geheimes Zentrum der Revolutionsgarden um Teheran und erhielt dort einige Monate ein Training. Ihr Kommandeur ist Haj Abu Ali. Ein Teil der Gruppe befindet sich im Gebiet um Deir-Al-Zor und der dortige Kommandeur ist Muhammad al-Bawi bzw. Abu Abed. Diese Gruppe wird immer wieder von Damaskus nach Abadan (Südiran) geschickt.

Kommando der Bodentruppen in Syrien durch die Revolutionsgarden

5. Das Kommando der Bodentruppen in Syrien wird von den Revolutionsgarden geleitet. Das Hauptquartier der Revolutionsgarden befindet sich im Glashaus nahe dem Flughafen von Damaskus. Die Revolutionsgarden haben Syrien in mehrere Operationsgebiete aufgeteilt. Jedes Gebiet hat einen eigenen Kommandoposten. Details dieser Posten wurden vom iranischen Widerstand im Juli 2016 aufgezeigt. Javad Qorbani, ein Kommandeur der Revolutionsgarden, gab in einem Interview mit der Zeitung Jam-e-Jam am 21. Januar 21017 die Existenz von drei Garnisonen in Syrien zu, darunter die Garnison Roqiyah in Aleppo (nördliche Front), Nabi zwischen Aleppo und Damaskus (zentrale Front) und Zeinab in Richtung Deraa (südliche Front). Javad Qorbani, der Leiter der Zeinab Garnison, sagte:“ In dieser Garnison kämpfen wir zur Zeit an 29 verschiedenen Stellen zur gleichen Zeit. Wir haben also 29 Frontlinien.“

6. Die Kommandeure dieser Frontlinien sind:

• Javad Ghaffari, ein Kommandeur aus dem Iran/Irak Krieg. Er ist seit vier Jahren der militärische Kommandeur in Aleppo und der nördlichen Front und wurde 2016 als Kommandeur der Bodentruppen für die gesamten Truppen der Revolutionsgarden in Syrien ernannt. Er traf sich vor einem Jahr mit Bashar al-Assad und Hassan Nasrallah sowie mit Quassem Soleimani. Der syrische Diktator lobte ihn nach dem Treffen.

• Brigadier Rahim Nowei, bekannt als Abu Hussein, ist der Kommandeur der südlichen Front in Zeinab, die sich 50km südlich von Damaskus in Richtung Deraa befindet. Er war ein früherer Kommandeur der Revolutionsgarden in Ardebil.

• Der Kommandeur der zentralen Front ist der Kommandeur der Revolutionsgarden Abu Baquer, der auch Stellvertreter von Javad Ghaffari ist. Er sitzt seit einem Jahr im Glashaus. Der Ort seiner taktischen Kommandos an der östlichen Front von Syrien ist variiert je nach Operationsgebiet..

Die Revolutionsgarden versuchen vor allem eine Bodenpassage zwischen Irak und Syrien zu besetzen.

7. In den letzten Monaten haben sich die Revolutionsgarden darauf fokussiert, eine Bodenpassage zwischen dem Irak und Syrien zu errichten. Dafür haben die Kommandeure die volle Kontrolle über die Milizen an beiden Seiten der Grenze übernommen. Sie wollen ein Gebiet über 400 km an den Grenzstreifen kontrollieren.

• Die Truppen der Asa’ib Ahl-alhaq, Kata’ib Hezbollah und Kata’ib Seyyed al-Shohada sowie ein Bataillon der Ansar al-Awfia Bewegung wurden an der Al-Valid Passage stationiert, im südlichen Bereich der Grenzlinie zwischen dem Irak und Syrien (angrenzend an die Grenze zu Jordanien). Auf der irakischen Seite leitet Haj Hamed, einer der Stellvertreter von Quassem Soleimani, das Kommado und stimmt den Plan mit den Truppen der Kata’ib Hezbollah. Kata’ib Seyyed al-Shohada und Kata’ib Hezbollah und anderen Gruppen ab, die sich aus Syrien dieser Passage nähern.

• An der Qirvan Passage, am nördlichen Teil der Grenze zwischen dem Irak und Syrien, versuchen die Revolutionsgarden ebenfalls, eine Passage nach Syrien an beiden Seiten der Grenze zu erreichen. Die Milizen im Dienst der Revolutionsgarden konzentrieren sich darauf. Einige Truppenteile der Kata’ib Imam Ali sind in der Region stationiert.

• Parallel zu den beiden erwähnten Frontlinien versuchen die Revolutionsgarden eine zentrale Passage zu errichten, die über die Städte Deir-alzur, Al-Mayadin und Albukamal gehen soll. Die Revolutionsgarden haben dafür massive Verbände mit afgahnischen, irakischen und pakistanischen Kämpfern dorthin verlegt, um diese Achse zu errichten.

Iranisches und syrisches Volk hasst den Krieg in Syrien

8. Die hohen Verluste der Revolutionsgarden in Syrien haben die Familienangehörigen im Iran wütend gemacht und das in einem solchen Maße, dass die Revolutionsgarden die Entsendung von iranischem Personal nach Syrien reduziert haben und dafür nun ausländische Kämpfer in Milizen einsetzt.

Die öffentliche Ablehnung und Haß gegen die Fortsetzung des Krieges in Syrien, der durch die hohen Verluste im iranischen Volk gestiegen ist, ist so stark geworden, dass auf zahlreichen Demonstrationen Rufe wie „Verlasst Syrien, denkt an uns“ üblich geworden sind.

Laut der Berichte aus dem Regime hat bei einem Treffen des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Regimes im September 2017 Quassem Soleimani gesagt, dass mittlerweile alle Menschen im Syrien gegen das iranische Regime sind, weil sie es als eine Quelle der Fortsetzung des Krieges, des Abschlachtens und des Zerstören ihres Landes ansehen.

Laut Soleimani sollen selbst bei Treffen mit syrischen Schiiten Aussagen gekommen sein, dass man mit mit den Praktiken des iranischen Regimes sehr unzufrieden sei. Selbst hochrangige Vertreter der syrischen Regierung und einige Minister sehen mittlerweile das iranische Regime als Quelle für den Krieg in Syrien an. Mittlerweile sind einige der Leibwächter von Bashar al- Assad und Teile des syrischen Geheimdienstes mit Revolutionsgardisten besetzt worden. Bashar al-Assad traut seinen eigenen Kommandeuren und Personal in der syrischen Armee nicht mehr. Daher wurden einige Revolutionsgardisten in die Uniformen der syrischen Armee gesteckt und sie nun haben andere frühere zuständige Syrer ersetzt.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
11. Oktober 2017