
- Januar 2026 – Während der landesweite Aufstand im Iran nun schon 25 Tage andauert, hat das Klerikerregime seine Repressionen verschärft und setzt Militärkonvois ein, um die Proteste niederzuschlagen, während gleichzeitig das Internet vollständig abgeschaltet wird. Trotz dieser Repressionen hat die Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK)die Namen von 103 weiteren Märtyrern bestätigt und veröffentlicht.
Feldberichte: Tödliche Gewalt und trotziger Widerstand
Berichte, die außer Landes geschmuggelt wurden, zeichnen ein Bild urbaner Kämpfe. In Shahin Shahr, Provinz Isfahan, berichten lokale Quellen von einer erschreckend hohen Opferzahl: 186 Tote und 400 Verletzte während des Aufstands. In der Stadt Mobarakeh, ebenfalls in Isfahan, wurden am 8. und 9. Januar Regierungsgebäude, darunter das Rathaus, die Gemeindeverwaltung und mehrere Banken (Agriculture Bank, Tejarat Bank und National Bank), in Brand gesetzt. Berichten zufolge wurden allein am 8. Januar fünf Demonstranten getötet, am darauffolgenden Tag 28 weitere. Scharfschützen, die auf dem Dach des Gouverneursgebäudes postiert waren, beschossen Zivilisten mit Kalaschnikows.
January 8—Isfahan, central Iran
Newly obtained videos from mass protests on January 8. The people showed immense courage, fighting back against the regime's repressive forces while chanting slogans such as "Down with the dictator" and "Khamenei will be overthrown"#IranProtests pic.twitter.com/b8grGEUkhB— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) January 21, 2026
In der Hauptstadt Teheran, insbesondere im 5. Bezirk (Punak-Ashrafi Esfehani), berichten Anwohner von nächtlichen Schüssen. Frauen spielen eine führende Rolle bei den Straßenkämpfen; Augenzeugen berichten, dass sie sich Kugeln und Schrotkugeln entgegenstellen, um die Stellung zu halten. Aufgrund des hohen Risikos einer Festnahme in medizinischen Einrichtungen werden viele verletzte Demonstranten in Privathäusern behandelt. Sicherheitskräfte, darunter auch Zivilbeamte, infiltrieren die Menschenmengen, um Aktivisten zu identifizieren, was die Demonstranten zwingt, sich zu zerstreuen und neu zu formieren.
In Kermanshah verdeutlicht ein erschütternder Bericht die Brutalität des Vorgehens gegen die Demonstranten. Ein zunächst von Schrotkugeln getroffener Demonstrant stürzte zu Boden. Als sein Vater ihm zu Hilfe eilte, schossen ihm die Sicherheitskräfte direkt ins Herz. Ähnliche tödliche Taktiken wurden am 15. und 16. Januar in Mahshahr gemeldet. Dort versuchten die Behörden, eine getötete Demonstrantin als Mitglied der Basij-Miliz darzustellen, um ihr Verbrechen zu vertuschen. Ihre Familie wehrte sich jedoch gegen diese Darstellung.
January 8—Karaj, northern Iran
Newly obtained videos show protesters resisting against the regime's repressive forces during the intense protests of January 8.#IranProtests pic.twitter.com/hEJJ0kPOEP— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) January 21, 2026
Als Reaktion auf die Gewalt entwickeln sich die Strategien des Widerstands weiter. In Bandar Abbas hat ein landesweiter Streik den Basar lahmgelegt, woraufhin das Regime die Zufahrtsstraßen zu Regierungsgebäuden mit schweren Betonbarrieren abriegelte. In Quchan haben sich trotz einer vorübergehenden Reduzierung der Sicherheitskräfte auf den Straßen Jugendliche zu Selbstverteidigungseinheiten zusammengeschlossen. Eine dieser Gruppen wurde von einem Mann gegründet, der die Tötung zweier Demonstranten miterlebt hatte.
Die menschlichen Kosten
Die jüngste Erklärung des NCRI vom 21. Januar enthält detaillierte Angaben zu denjenigen, die ihr Leben für uns geopfert haben. Die Liste der 103 neu identifizierten Märtyrer umfasst zwölf Frauen und mehrere Minderjährige und spiegelt damit die breite demografische Beteiligung am Aufstand wider. Unter den Opfern befinden sich der 15-jährige Amirmohammad Arbab Pouri aus Kermanshah und der 16-jährige Amirsalar Bahmaninejad aus Isfahan. Die geografische Verteilung der Märtyrer – von Rasht im Norden bis Shiraz im Süden – unterstreicht die landesweite Dimension des Aufstands.
Regime in Panik: „Schnelle und entschiedene“ Hinrichtungen
Angesichts anhaltender Proteste fordern Regierungsvertreter ein beschleunigtes Vorgehen der Justiz. Gholamhossein Mohseni Eje’i, Leiter der Justizbehörde des Regimes, besuchte am 21. Januar Buschehr und wies die Richter an, „schnelle und entschiedene“ Urteile zu fällen. Er wies Anklagen wegen bloßer „Störung der öffentlichen Ordnung“ ausdrücklich zurück und bestand darauf, dass die Inhaftierten wegen Handlungen gegen die nationale Sicherheit angeklagt würden – ein deutliches Signal für harte Strafen, einschließlich der Todesstrafe. „Es darf keine Milde, keine Nachlässigkeit und keine Verzögerung geben“, erklärte Eje’i.
Doch innerhalb des Establishments zeichnen sich Risse ab. Die staatliche Zeitung Ettela’at warnte die Verantwortlichen davor, hungernde Menschen als „Randalierer“ zu bezeichnen, und räumte ein, dass „die Sorge um das tägliche Brot keine Show ist“. Auch der regimenahe Geistliche Mohammad-Ali Abtahi warnte, der anhaltende Internetausfall führe zu einer „neuen Sicherheitskrise“ und einem wirtschaftlichen Zusammenbruch.
Internationale Verurteilung
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die militärische Reaktion des Regimes mit Sorge. Das persische Twitter-Konto des US-Außenministeriums verurteilte den Einsatz von Militärkonvois und Maschinengewehren in Lorestan mit den Worten: „Das Regime der Islamischen Republik schützt nicht das iranische Volk, sondern führt Krieg gegen es.“ NetBlocks bestätigte, dass die landesweite Internetsperre bereits über 300 Stunden andauert – eine Taktik, die dazu dient, Gräueltaten zu verschleiern. Gleichzeitig lobte Kaja Kallas, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, den Kampf des iranischen Volkes und kündigte an, dass als Reaktion auf die Repression neue Sanktionen vorbereitet würden.
Iranian women and men are fighting for a future of their own choosing.
For freedom, dignity, and a better life.The Iranian authorities’ brutal repression is unacceptable.
The EU already has sweeping sanctions on Iran in place.
We are working on new sanctions in response.My… pic.twitter.com/m2ZmDZLF3U
— Kaja Kallas (@kajakallas) January 20, 2026
Der Rückgriff des Regimes auf militärische Waffen und Massenverhaftungen deutet auf einen verzweifelten Versuch hin, die Kontrolle zurückzuerlangen. Doch während der Aufstand nun in die vierte Woche geht, lässt der geeinte Widerstand des iranischen Volkes vermuten, dass weder massive Barrieren noch Internetsperren den Wandel aufhalten können.





