Sunday, January 29, 2023
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Großbritanniens Rolle in dem schändlichen Akt des Verrates der UN

Camp Liberty nach einem RaketenangriffWir haben uns bei der beschämenden Behandlung Tausender schutzloser iranischer Dissidenten im Irak mitschuldig gemacht

Von: Christopher Booker
The Sunday Telegraph – Letzte Woche gab es von dem UN Sicherheitsrat in New York eines der bizarrsten Schauspiele, die ich seit meiner Seite hier als Kolumnist erleben mußte. Vor dem Rat sprach Martin Kobler, der nach nur zwei Jahren seiner Tätigkeit als Sonderbeauftragter des UN Generalsekretärs Ban-Ki moon im Irak sein Mandat beendet.

Kobler machte sich in seiner Rede zu einem Mittäter in einem Komplott des iranischen Regimes zum Verrat an Tausenden schutzloser iranischer Dissidenten, die seit Jahren im Exil im Irak leben und die bereits mehrfach ermordet und zu Hunderten verletzt wurden.

Die Dissidenten sind Anhänger der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) und Teil der größten iranischen Oppositionsgruppe, des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), der an dem Sturz der ruchlosen religiösen Diktatur unter ihrem obersten Führer, Ali Khamenei, arbeitet und sie durch eine moderne Demokratie ersetzen will. Das Teheraner Regime sieht den NWRI als seinen größten Feind an und niemand ist mehr verwundbarer, als die 3400 Männer und Frauen, die seit den frühen 80er Jahren im Exil in einer kleinen Stadt in der irakischen Wüste lebten, die sie Camp Ashraf nennen.

Nachdem die letzte US Militäreinheit 2009 den Irak verließ, wurde es zu einem der Hauptziele Teherans, die Exiliraner mit Hilfe des irakischen Regierungschefs Nuri al-Maliki zu eliminieren. Diese hatten allerdings 2003 eine Garantie zum Schutz von den USA erhalten, die von einem US General unterzeichnet wurde. Doch Ashraf wurde schnell Ziel mörderischer Angriffe durch irakische Truppen, die von den berüchtigten Qods Einheiten unterstützt wurden. 2011 wurde Martin Kobler beauftragt, als UN Sonderbeauftragter die Probleme zu lösen. Doch er schob die Iraner in eine frühere US Militärbasis ab, die ironischerweise „Camp Liberty“ genannt wurde. Die Anlage war jedoch nichts anderes als ein höllisches Gefängnis. Die Bewohner sind Tag und Nacht von bewaffneten Einheiten bewacht, ohne ausreichendes Wasser oder Elektrizität, ihres Eigentums beraubt und waren mehrfach Ziel von Mörser- und Raketenanschlägen. Im letzten Monat kam es wieder zu einem Anschlag, bei dem weitere Bewohner starben und verletzt wurden. All dies war möglich, weil Kobler mit half. Einer seiner engsten Mitarbeiter trat im letzten Jahr wegen seiner Mittäterschaft zurück und machte unter Eid schockierende Aussagen vor dem US Kongreß und dem Europäischen Parlament.

Was jedoch die Geschichte auch interessant macht, ist, welche enorme Unterstützung sich für die Sache der Exiliraner in dieser Zeit sammelte. Im letzten Monat konnte die Präsidentin des NWRI, Maryam Rajavi, in Paris vor 100.000 Exiliranern reden und die Zuhörer bestanden aus einem interessanten Spektrum politischer Persönlichkeiten aus aller Welt, die vom früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Guiliani bis hin zu hochrangigen Vertretern des Europäischen Parlamentes reichte, aber es waren auch zahlreiche frühere US Vertreter, Generäle und Anwälte unter den Teilnehmern zu finden.

Doch den verstörensten Teil in diesem Spiel gab nicht die UN selbst ab, sondern das US Außenministerium und das britische Außenministerium, welches trotz aller Beweise Kobler weiter uneingeschränkte Unterstützung in seiner beschämenden Rolle gab.

Das Ergebnis dieses Handelns hörten wir am letzten Dienstag vor dem UN Sicherheitsrat. Seine Arbeit im Irak wurde prompt von Frau Rajavi verurteilt. Sein Aussagen stützten sich auf keinerlei schriftliche Beweise und sind nur „haltlose Behauptungen“, ein Verrat an den Menschenrechten und „ein dunkler Schatten ist auf die UN geworfen worden“. Sie warnte davor, dass alles darauf hin deute, dass es weitere Anschläge auf Camp Liberty geben wird. Doch für uns Briten ist des das Schockierendste, dass unsere eigene Regierung still bleibt, in unserem Namen und sie unterstützt den übelsten Akt des Verrates der Vereinten Nationen, an dem sie je beteiligt war.