Sunday, January 29, 2023
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Iran für Inspektion verdächtiger Atomanlagen nicht bereit

Von Marcus George
DUBAI – Der Leiter der UN Atomaufsichtsbehörde hat bisher nicht genug Anhaltspunkte, um eine iranische Anlage zu besichtigen, die im Verdacht steht, dass dort Experimente für Atomwaffen unternommen werden. Das berichten iranische Medien.

Der Komplex in Parchin steht im Fokus des Verdachtes des Westens, dass dort trotz der Bekundungen aus Teheran Atomwaffen entwickelt werden. Ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus der letzten Woche sagt, dass die Bilder „intensive Aktivitäten“ in Parchin zeigen.

Iranische Vertreter haben bisher einen Besuch der Anlage südwestlich von Teheran untersagt und argumentiert, es handle sich um eine militärische Anlage.

„Die Gründe und eine Dokumentation für die Besichtigung sind immer noch nicht eingetroffen, daher konnten wir noch keine Erlaubnis erteilen“, so der Vorsitzende der Iranischen Atomenergiebehörde, Fereydoun Abbasi-Davani, am Sonntag in der Nachrichtenagentur Fars.

Die sechs Weltmächte scheiterten in der letzten Woche bei den Gesprächen, den Iran zu einer Kontrolle der besorgniserregenden Atomanlagen zu bewegen, doch sie werden sich nächsten Monat noch einmal in Moskau treffen und versuchen, die Probleme zu klären, die Grund für einen neuen Krieg wären, welcher die globale Ölversorgung bedrohen würde.

Im November des letzten Jahres sagte ein IAEA Bericht, dass der Iran seit 2000 eine große Anlage in Parchin betreibt, in der laut der Agentur „starke Hinweise vorliegen, dass dort mögliche Waffen entwickelt werden.“

Im aktuellen Bericht der IAEA aus der letzten Woche wird nicht klar, welche Aktivitäten man dort zu finden glaubt, aber westliche Diplomaten denken, dass der Iran nun versucht, belastende Beweise zu verstecken. Teheran lehnt diese Anschuldigungen ab.

HOFFNUNG AUF INSPEKTIONEN

Nach seinem Besuch letzte Woche in Teheran, sagte IAEA Chef Yukiya Amano, dass er kurz vor einem Abkommen mit dem Iran bezüglich eines Besuches von Atomanlagen steht, dass es jedoch noch einige Punkte zu klären gibt.

Das in der USA sitzende Institut für Wissenschaften und Internationale Sicherheit sagte, dass es Bedenken gibt, dass der Iran die Anlage in Parchin verändert, um dort wichtige Dinge zu verstecken. Möglicherweise könnten neue Böden eingezogen werden, Staub gesammelt und die Anlage gesäubert werden.

Abbasi-Davani bestritt derweil, dass es Druck auf ein Ende der hochgradigen Urananreicherung bei den Gesprächen in Bagdad gegeben habe und nannte es „vorhersehbar“.

Der Iran hat mit der Anreicherung von 20-prozentigem Material begonnen und sagte, dass dies für einen medizinischen Reaktor benötigt würde, doch westliche Länder befürchten, dass es ein großer Schritt in Richtung einer Anreicherung zu 90% ist, welches waffenfähig wäre.

„Es gibt keinen Grund für uns, die Urananreicherung auf 20% zu beenden, weil wir dies nur für unsere Bedürfnisse herstellen, nicht mehr und nicht weniger“, sagte Abbasi-Davani gegenüber ISNA.

Teheran argumentiert, es habe das souveräne Recht, Uran anzureichern, doch es gibt immer wieder Anzeichen, dass es auch flexibler geworden ist, um Uran in höheren Bereichen anzureichern.

Der Iran hat die Anreicherung in der Anlage in Fordow ausgebaut und sie tief in einen Berg eingegraben, um sie von Luftschlägen zu schützen.

Der Bericht der IAEA sagte zudem, das Atomingenieure 50% mehr Zentrifugen in Fordow installiert hätten. Obwohl es in ihnen noch kein Uran gäbe, könnten sie eingesetzt werden, um die Anreicherung von 20-prozentigem Uran zu beschleunigen.