Monday, December 5, 2022
StartPresseschauKhan-Beygi aus Camp Ashraf: Sie wollen unseren Willen brechen, indem die den...

Khan-Beygi aus Camp Ashraf: Sie wollen unseren Willen brechen, indem die den Druck auf uns erhöhen

Verletzten und Behinderten werden tägliche Notwendigkeiten in Camp Liberty verweigert

Unabhängige Zeitung Alzaman: 30. April 2012
Laut eines Berichtes der Medien haben irakische Instanzen der vierten Gruppen von Bewohnern aus Ashraf den Transport notwendiger Ausrüstung für Behinderte und Verletzte in dieser Gruppe beim Umzug nach Camp Liberty verwehrt, obwohl die meisten dieser Menschen komplett oder teilweise gelähmt sind und die sich nur mit Hilfe von Rollstühlen fortbewegen können. Hier einige Aussagen der Betroffenen:

Taher Khan-Beygi (49) ist ein Informatiker. Ihm wurde vor 24 Jahren in den Nacken geschossen und seitdem ist er gelähmt. „Ich habe 26 Jahre im Irak gelebt und der Grund für meinen Aufenthalt in dem Land ist, dass ich von hier aus gegen das iranische Regime aktiv sein und mein Volk von den religiös faschistoiden Herrschern im Iran befreien will.“

„Nachdem ich gelähmt war“, ergänzte er, „Kam ich ein Jahr lang in ein Krankenhaus und wurde dort 10 Mal operiert, dabei wurde ein Teil meines Darmes entfernt. Daher kann ich nur sehr schwer laufen. Ich habe die ganze Zeit in einem Raum gelebt, wo es besondere Hilfsmittel gab und ich war von einem Stock und einem Rollstuhl abhängig, damit ich mich bewegen konnte, was gut möglich war, weil alle Wege in meiner Gemeinde asphaltiert und zementiert waren. Bei den unbefestigten Wegen in Camp Liberty bin ich in meinem Raum eingesperrt.“

„Indem die irakische Regierung nicht erlaubte, dass ich meine Ausrüstung in einem Anhänger nach Liberty nehmen konnte, schloß sie mich und andere Behinderte von allem aus. Es brachte nichts, den irakischen Vertretern meine Situation zu erklären, sie lehnten alle Anfragen eines Umzuges des Anhängers nach Liberty ab, so, als hätten wir keinerlei Rechte. Das Recht auf das eigene Hab und Gut wird in der ganzen Welt als ein Basisrecht angesehen, vor allem für jene, die krank sind.“, ergänzte er.

„Wenn man darüber nachdenkt“, ergänzt er, „dann haben diese Reaktionen nur ein Ziel: Sie sollen unseren Willen brechen, damit wir uns ihnen unterwerfen. Doch die heldenhaften Menschen von Ashraf haben gezeigt, das ihr Willen nur stärker wird, je schwerer die Bedingungen werden und wir handeln so, wie es einst Iman Hussein sagte: Möge uns die Demütigung zusammen schweißen.“

Abbas Taslimi, ein Elektrotechniker, der in den USA studierte, sagte:“ Ich wurde bei dem Bombenangriff der Koalitionsstreitkräfte 2003 verwundet und verlor beide Beine. Ich habe seitdem viele Probleme in der Bewegungsfähigkeit. Es ist offensichtlich, dass ein Gelähmter mit solchen Handicaps besondere Ausrüstung und Einrichtungen braucht, um überhaupt seinen Alltag beschreiten zu können.“ Er erläutert weiter:“ Meine einzige Möglichkeit der Bewegung ist ein Rollstuhl. Um die Toilette zu benutzen, brauche ich solche, die für Behinderte gebaut sind. Ich brauche Einrichtungen zur Psychotherapie und besondere  Einrichtungen zum Schlafen, Aufstehen usw.“

„Meine Freunde in Ashraf haben in den letzten Jahren all diese Einrichtungen gebaut. In Liberty gibt es solche Einrichtungen nicht und ich kann selbst mit besten Willen dort keinen Tag beschreiten. Liberty ist ein Gefängnis und es gibt weder befestigte Wege noch besonderen Fahrzeuge für Behinderte.“, ergänzt er.

Morad Ramezani, ein weiterer Patient, der unter ähnlichen Bedingungen lebt, erklärt:“ Ich bin gelähmt. Aufgrund meiner körperlichen Bedingungen brauche ich besondere Geräte, um zu den sanitären Anlagen zu kommen, um zu essen und zu schlafen. Ich brauche ein besonderes Bett, besondere Waschgelegenheiten und einen Ort, wo ich meinen restlichen Körper trainieren kann, ich brauche Räume, die man mit dem Rollstuhl erreichen und befahren kann und ich brauche ein besonderes Fahrzeug mit hydraulischen Armen, die für den Transport nötig sind und ich brauche befestigte Wege, um mich fortbewegen zu können usw.“

Iraj Alishahi ist vom der Taille an gelähmt. Hier ist seine Lebensgeschichte:“ Ich selbst habe keinerlei Interesse, nach Liberty zu gehen und will in Ashraf bleiben, weil ich hier meine Bedingungen kenne und dort nicht überleben würde. Doch meine Brüder haben mir einen Wohnwagen gebaut, der besondere Einrichtungen für mich hat. Ich möchte diesen Wohnwagen mitnehmen. In ihm sind besondere Geräte und Bedingungen, wie ein besonderes Bad, ein komplettes sanitäres System, eine Waschmaschine und ein Raum für Physio – Übungen.“

Er sagte, er habe dem irakischen Offizier seine Situation erklärt und dieser habe sie auch verstanden, aber er dürfe den Wohnwagen nicht nach Liberty mitnehmen. „Er sagte mir, ich solle mich mit den Gegebenheiten in Liberty abfinden.“

Fereydoon Zare ist fast komplett gelähmt, nachdem ihm damals in den Kopf geschossen wurde. „Ich brauche die Hilfe von anderen, um über den Tag zu kommen. Seit drei Jahren wurde meine Behandlung wegen der Belagerung von Ashraf unterbrochen. Die irakische Regierung verbot, dass Physiotherapeuten ins Camp kommen durften. Natürlich braucht jemand wie ich besondere Einrichtungen. Ich habe durch meine Freunde in Liberty erfahren, dass es nicht einmal sanitäre Einrichtungen in Liberty gibt, die mit einem Rollstuhl erreichbar sind. Liberty ist nichts anderes als ein Gefängnis. Wenn ich mich nicht bewegen und meine Baracke verlassen kann, dann bin ich in ihr gefangen. Also ist meine Wohneinheit mein Gefängnis in einem weiteren Gefängnis. Unter diesen Bedingungen will ich nicht nach Liberty gehen.“