Monday, December 5, 2022
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Kommandeure der Mahdi Armee flüchten in den Iran um den Sicherheitskräften im Irak zu entkommen

· Shia Kämpfer kehren zurück, ‘wenn die Sunniten wieder friedlich sind’
· Sadr will strategische Infrastruktur der Milizen beibehalten

Von Michael Howard aus Baghdad
The Guardian –  Höhere Kommandeure der Mahdi Armee, der königlichen Miliz des radikalen Shia Klerikers Moqtada al-Sadr waren im Iran um zu vermeiden, dass sie erneut bei Sicherheitsaufgaben in Bagdad zum Einsatz kommen, teilte gestern ein hochrangiger Offizier dem Guardian mit.
An dem Tag, an dem die irakische Regierung formell mit der Nierschlagung von Aufständen begonnen hat und inmitten der Diskussionen um den Verbleib von Sadr, sagte der Offizier, die Führer der Mahdi-Armee hätten sich zur Ausbildung und Neuformierung hinter die iranische Grenze zurückgezogen.

"In den letzten drei Wochen, haben sie die First- und Second-tiers Führer der Mahdi Armee aus Bagdad abgezogen", sagte er. Die Iraner meinten, damit "die Aufdeckung der Infrastruktur der Shia Milizen" in der irakischen Hauptstadt zu verhindern, behauptete einer der chefs der US gestützen Sicherheitsbewegung.

"Die Strategie heißt, so lange zu lügen, bis der Sturm vorbei ist, und dann lassen sie ihn zurückkommen und das Vakuum ausfüllen", sagte der Offizier, der nicht genannt werden wollte. Die Teheraner Machthaber würden "ein Abwartespiel spielen" bis die Kommandeure nach Bagdad zurückkehren und ihre Aktivitäten wieder aufnehmen werden. "Alles deutet darauf hin, dass Moqtada im Iran ist, aber es gibt keine Anhaltspunkte", fügte er hinzu.

Aufstände
Eine der wichtigsten Ansprüche beim letzten Vorgehen der Regierung – Codename Imposing Law – war der Stop der Shiamilizen und der Todesschwadron von denen davon ausgegangen wird, dass sie oft hinter der die Hauptstadt im Bann haltenden Gewalt stehen.

Die Mahdi Armee versuchte zweimal vergeblich sich gegen die US Truppen zu erheben und war mit den Todesschwadronen verlinkt, die Jagd auf Sunniten machen. Die neuen Sicherheitsoperationen in Bagdad werden der dritte Versuch der US Kräfte und ihrer irakischen Verbündeten sein, um der Gewalt Einhalt zu gebieten, die seit der letzten Bombardierung des heiligen Shia Shrines in Samarra im letzten Jahr ausgebrochen ist.

"Sie [die Iraner] rechnen damit, dass die Sicherheitsoperation eine Weile anhalten werden und dass es den sunnitischen Jihadisten und den Aufständen ernsthaft schaden könnte", sagte ein Offizier.
"Wenn sie im Iran genug üben konnten und wenn die Sunniten wieder beruhigt sind, planen sie ihre Rückkehr."

Die Behauptungen werden gestern in der heiligen Stadt Najaf, südlich der Hauptstadt, von Karim al-Moussawi, einer höheren Persönlichkeit der Mahdi Armee teilweise bestätigt. Er sagte, die meisten Milizenführer sind auf eigene Initiative in den Iran gegangen. "Sie wurden weder durch Sayid Muqtada hinbestellt, noch durch iranische  Führer zum Grenzübertritt aufgefordert", sagte er. "Sie suchen einfach als Menschen eine Zufluchtsstätte vor den zu erwartenden Sicherheitsmaßnahmen der US amerikanischen Besatzungsmacht in Bagdad." Ein Teil der Kommandeure sei ebenfalls nach Najaf und in die südlichen Provinzen gegangen, fügte er hinzu. "Die US Armee sollte die wirklichen Terroristen jagen", sagte er.

Die USA hat lange den Iran und Syrien beschuldigt, die Militanten über ihr Territorium in den Irak zu lassen, um die USA und die irakische, wie auch die Zivilbevölkerung angreifen zu können. Gestern sagte Georg Bush, dass er davon überzeugt sei, dass iranische Waffen bei den Aufständen im Irak benutzt würden und versprach "etwas dagegen zu unternehmen".

Irakische Behörden
Obwohl die irakischen Behörden regelmaessig die US Belastungen gegen Syrien nachplappern, werden seltener die Anschludigen in Hinsicht auf die Einmischungen im Iran wiederholt, mit den die Verwaltung in den Händen der Shiiten in Bagdad enge Beziehungen geknuepft hat.

Flucht
Die Berichte über die flüchtenden Mahdi Kämpfer mischten sich unter die Spekulationen über den Aufenhaltsort von Sadr. Der Chefsprecher des us-amerikanischen Militärs in Bagdad sagte, dass die gegen den Westen eingestellten Kleriker in den Iran fliehen mußten. "Er ist im Iran und ist im letzten Monat weggegangen", sagte Generalmajor William Caldwell. Die US Truppen waren im "sehr dicht" auf den Fersen", sagte er.

Auf die Behauptung wurde emotional von einem höheren Mitglied der Sadr-Bewegung reagiert, der sagte, dass ihr Fuehrer nach Najaf zu einer Sitzung mit örtlichen Vertretern gefahren sei. Ein Satelliten-Kanal, der auf Seiten Sadr steht, zeigte Filmmaterial und behauptete, dass dies vor drei Tagen aufgenommen worden sei. Falah al-Akaily, ein pro-Sadr eingestellter MP, sagte: "Das sind nur Gerüchte, die die Leute verwirren sollen. Sayid Moqtada ist erreichbar und hat den Irak nicht verlassen. Warum sollte er das tun? Die Bewegung hat ihre Unterstützung für das Zerschlagen der Sicherheit angekündigt und operiert mit ganzen Kräften, um die Terroristen zu besiegen."

In einer Erklärung des Büros der Sadr Bewegng in Sadr City beschuldigte die USA, Spiele zu spielen: "Es ist eine Lüge als Teil einer psychologischen Medienkampagne der US Besatzung, die den Ruf des mutigen Nationalhelden zerstören will."

Hintergrund
Die Mahdi Armee, auch bekannt als Jaish al-Mahdi, entstand in dem Vakuum nach dem Sturz Saddam Husseins. Es gab keine Verantwortlichen. so organisierten die shiitischen Kleriker religiöse Studenten, die Essen und zum Leben notwendige Dinge von der Moschee in Sadr City in Bagdad verteilten. "Einer der bekanntesten Kleriker war Moqtada al-Sadr – jung, radikal und anti-amerikanisch. Die Gruppen übernahmen bald "Sicherheitsaufgaben" und im Juni 2003 brachte sie Sadr in der Mahdi Armee zusammen. Die Milizen wurden im April 2004 bekannt, als es zur ersten größeren Auseinandersetzung mit den US Truppen kam. Die Armee gewann an Stärke bis zur irakischen Interimsregierung, die die Unzufriedenheit unter den Shiiten noch nährte, obwohl sie ursprünglich den Sturz Saddams begrüßten. Sadr ist trotz seiner anti-amerikanischen Einstellung ein Verbündeter des irakischen Premierministers Nouri al-Maliki. Seine schwarz bekleideten Kämpfer wurden mit assault rifles, rocket-propelled grenades, anti-air missiles und anderen leichten Waffen ausgerüstet und wurden für den Einsatz von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung (IED) ausgebildet. Die Größe der Armee wird auf 6.000 bis 10.000 geschätzt.