Thursday, December 8, 2022
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Suspekte iranische Fabrik in Deutschland

DINSKLAKEN, Deutschland (aus Washington Post) – Seit Jahren läuft im industriellen Westen Deutschlands in der 70.000 Einwohner-Stadt Dinslaken eine suspekte iranische Firma. Die Firma stellt Hochdruck-Gastanks her, aber ihr Management scheint an Gewinnen nicht interessiert zu sein und potentielle Investoren wenden sich ab.

Eine der teuren Maschinen wäre in der Lage, Komponenten für Zentrifugen und Raketen herzustellen. Nun wurde eine Lieferung aus der Firma in den Iran gestoppt und das Unternehmen MCS Technologies wurde im letzten Monat geschlossen.

Doch seitdem ging es geheimnisvoll weiter. Europäische Sicherheitsvertreter und frühere Mitarbeiter ließen Fragen aufkommen, ob die hergestellten Produkte und das Material der MCS nicht von Anfang an Teil der Hilfe für das iranische Atomprogramm war.

Auch ein mit der Firma verbudenen Besitzer der MCS läßt Fragen aufkommen. Er war bis vor kurzen noch mit einem früheren Geheimdienstminister des Regimes in Kontakt und es ist auch unklar, welche Maschinen bei der gestoppten Lieferung in den Iran geliefert werden sollten.

Die MCS hatte zuvor keine Probleme mit den Handelssanktionen mit dem Iran bekommen und einer der Eigentümer der Firma sagte, dass sie nichts Falsches getan haben.

„Sicherlich versuchen die Iraner ihr möglichstes, um die Sanktionen zu umgehen, aber meine Firma ist nicht daran beteiligt“, sagte Hajizadeh, ein kanadischer Bürger, der die Firma 2011 kaufte. „Ich möchte nicht, dass irgendwer in der Welt Atomwaffen besitzt. Es ist gegen die Menschlichkeit.“

Die USA, Deutschland und andere westliche Staaten versuchen, die Sanktionen gegen den Iran zu verschärfen, um sein Atomprogramm aufzuhalten. Die Fragen um die MCS zeigen jedoch, wie schwierig es ist, den Fluß von Technologie und Material zu kontrollieren und zu unterscheiden, ob es sich um militärische und zivile Komponenten handelt.