Sunday, February 5, 2023
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Vorwürfe gegen Irans Botschafter: „An der Ermordung des Oppositionellen Radjavi beteiligt“

Frankfurter Allgemeine Zeitung – FRANKFURT, 30. August. Schwere Vorwürfe richtet die iranische Oppositionsgruppe Nationaler Wider-standsrat Irans (Volksmudschahedin) ge-gen den Botschafter der Islamischen Re-publik, Mohammad Mehdi Akhundzadeh Basti, in Berlin. Der Diplomat, der sein Land seit dem umfangreichen Revirement in etwa vierzig Botschaften nach dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadineschad seit dem Frühjahr 2006 in der Hauptstadt vertritt, soll zu den Urhebern des politischen Mordes an dem Oppositionellen Kazem Radjavi gehört haben.

Kazem Radjavi, der früher dem diplo-matischen Korps Irans angehört hatte, war ein Bruder Masud Radjavis, des langjährigen Führers der Volksmudscha-hedin; er hatte im Jahre 1981 nach seiner Flucht aus der Islamischen Republik Iran politisches Exil in der Schweiz erhalten und dort an der Universität von Genf gelehrt. In jenen Anfangsjahren nach Gründung der Islamischen Republik Iran gab es gewalttätige, teilweise blutige Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften des Teheraner Regimes und den Guerilleros der Volks-mudschahedin, deren Führung das Land verließ, wie auch der erste Staatspräsident
der Islamischen Republik, Abolhassan Bani-Sadr, nachdem er von Ajatollah Chomeini kritisiert worden, zunehmend in die Isolation geraten und schließlich zur Opposition gestoßen war.

Am 24. April 1990 war Kazem Radjavi in Coppet bei Genf in der Nähe seines Wohnsitzes ermordet worden. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Schweizer Behörden und den Erkenntnissen der Staatsan-waltschaft, so teilt die iranische Exil-Organisation mit, habe sich Akhundzadeh Basti – unter anderem identifiziert durch die Nummer seines Diplomatenpasses und Hotel- sowie Flugbuchungen – zweimal in der Schweiz aufgehalten, zunächst im Jahre 1989, dann jedoch zwischen dem 17. und 24. April 1990, dem Tag des Mordes an Kazem Radjavi. Eine Namensver-wechslung sei angesichts der von den Behörden ermittelten Zusammenhänge und Daten so gut wie ausgeschlossen.

Die Botschaft in Berlin verfüge, wie die Exil-Iraner am Donnerstag in Berlin vor Journalisten behaupteten, mittels Scheinfirmen in Hamburg und Frankfurt am Main zudem über ein Netz von geheimdienstlich tätigen Informanten für den iranischen Sicherheitsdienst Vevak. Dies sei Teil einer neuen Strategie in Europa.