wgl. FRANKFURT, Der Streit über das Lager Aschraf im Irak spitzt sich zu. Sondereinheiten der irakischen Polizeikräfte haben das Camp iranischer Regimegegner offenbar umstellt, während die amerikanische und irakische Armee den Vorgang "beobachten". Arbeitern, die sich im Lager um die sanitären Zustände kümmern sollten, soll der Zugang verweigert worden sein.
In dem nördlich von Bagdad gelegenen Camp halten sich seit der Zeit des von den Amerikanern 2003 gestürzten, später hingerichteten Diktators Saddam Hussein iranische Regimegegner auf; der Nationale Widerstandsrat Irans und die Volksmudschahedin haben vom Irak aus insgesamt 23 Jahre lang ihre oppositionelle Tätigkeit gegen das Regime der Islamischen Republik betrieben. … Die amerikanische Armee hatte das Lager Aschraf vorübergehend unter ihren Schutz genommen.
Iran verlangt eine Schließung des Lagers von der Regierung des Ministerpräsidenten Nuri al Maliki, was diese auch zugesagt hat. Nach iranischer Lesart beherbergt das Camp, in dem sich gegenwärtig 3500 Menschen, darunter etwa tausend Frauen, aufhalten sollen, Terroristen; dies galt lange auch als die offizielle Auffassung der meisten westlichen Regierungen über die Volksmudschahedin, obwohl sie die Anwesenheit der Organisation in ihren Ländern duldeten. Doch inzwischen hat die EU die Volksmudschahedin von ihrer Liste der Terrororganisationen gestrichen. Der Iranische Widerstandsrat befürchtet, dass die Insassen des Lagers nach dessen Auflösung nach Iran ausgewiesen werden, wo Inhaftierung und sogar die Todesstrafe auf sie warten könnten.
