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Professor aus Michigan Verteidiger der Teheraner Regimes

INTELLECTUAL CONSERVATIVE – Von Kambiz Assai, 18 August 2011
Warum ist Professor Juan Cole so ein Verfechter der iranischen Regierung?
Juan Cole ist Geschichtsprofessor der Michigan Universität. Er ist eine talentierte Person, lebte in Eritrea und kann sowohl arabisch als auch persisch sprechen. Prof. Cole hat einen Webblog und ist für seine Artikel bekannt, die er über den Mittleren Osten und vor allem den Iran schreibt.

Es ist interessant, wie oft er auf verschiedenen Webseiten des brutalen iranischen Regimes und seinen berüchtigten Ministeriums für Geheimdienste (MOIS) zitiert und wie oft auf seine Seite verwiesen wird. Wenn man sich den generellen Tenor seiner Artikel ansieht, dann kann man verstehen, warum die iranischen Machthaber sich gerne auf ihn beziehen.
Das iranische Regime kann keinen besseren Anwalt im Westen finden. Die Artikel von Cole haben in der Regel drei Schwerpunkte, die ironischerweise genau denen entsprechen, die auch für das iranische Regime wichtig sind und für die sie Lobbyarbeit machen. Es sind:

Erstens: Abschwächung der Sanktionen gegen den Iran trotz seiner aggressiven Politik.
Zweitens: Die iranischen Atombestrebungen sind friedlich, obwohl das Gegenteil mehrfach bewiesen wurde.
Drittens: Die Opposition des iranischen Regimes auf der US Terrorliste lassen, obwohl es dafür keine rechtlichen Grundlagen gibt.
 
Lassen sie uns schauen, was Cole zu diesen Punkten schreibt:
 
Über das iranische Atomprogramm schreibt er am 21. Juli 2004:
„Es scheint eindeutig zu sein, dass sie keine Atombombe bauen wollen. Sie verstärken die Bemühungen, den Energiebedarf zu sichern, was in der Zukunft bedeuten könnte, dass sie, wenn sie ihre Meinung ändern, auch ein Waffenprogramm beginnen könnten.“
 
Man fragt sich, was Prof. Cole mit „sie könnten ihre Meinung ändern“ meint. Die Mullahs könnten nicht besser argumentieren, wenn sie ihre atomaren Bestrebungen rechtfertigen wollen.

Auf dem Webblog Salon.com heißt es:“ Der Iran will viel mehr die Fähigkeit besitzen, eine Atombombe zu bauen, denn sie in seinen Waffenarsenalen zu haben. Sie wollen eine „Option zum Durchbruch“.

Am 24. Dezember 2009 geht Cole ein wenig mehr auf seine persönliche Meinung in dieser Frage ein:“ Ich selbst glaube, dass die meisten westlichen Vertreter gut informiert sind und sehr gut wissen, dass der Iran kein Atomwaffenprogramm hat und im Moment auch keine Bombe will.“
 
Dies wurde dazu in der New York Times im Mai 2011 veröffentlicht:
 
„Die größte Atominspektionsbehörde der Welt ist frustriert über die Weigerung des Iran, Fragen zu beantworten und es gibt zum ersten Mal eindeutige Beweise, dass Teheran mit Hochdruck an Atomwaffentechnologie arbeitet. Experten sagen, dass sie nur für einen Zweck benutzt wird: Um eine Atomwaffe zu bauen.

Der Artikel wurde am 8. Juni ergänzt. Es heißt:“ Im Juni hat der Iran erklärt, dass sie die Produktion von Brennstäben verdreifachen und die Anreicherung auf 20 Prozent erhöhen wollen, welches den technologischen Fortschritt zeigt. Experten sagen, dass damit eine waffenfähige Anreicherung auf 90% viel näher gerückt ist.“
 
Cole hat auch eine eindeutige Meinung zu Sanktionen gegen den Iran: Er glaubt, dass der Iran nicht sanktioniert werden sollte. Das schrieb Cole am 26.Oktober 2007:

„Die Bush Administration gab bekannt, dass am Donnerstag weitreichende Sanktionen gegen den Iran verabschiedet werden, welche drei Banken und neun Firmen betrifft, die den Revolutionsgarden gehören, sowie mehrere Einzelpersonen der IRGC“. Am 8.August 2008 fährt Cole fort, dass es gut für die USA sein, die Sanktionen gegen den Iran zu beenden:“ Was wären die Auswirkungen eines Endes der Sanktionen gegen den Iran? Die Sanktionen treiben nur den Ölpreis in die Höhe.“ 
                                                                                                                                                                               
Interessanterweise argumentiert Cole am 19.4. 2010 auf der berüchtigten www.nejat.com, welche eine gut bekannte Seite des iranischen Geheimdienstministeriums ist:

„Die wenigsten Sanktionen haben bisher zu einem Regimewechsel oder einer Verhaltensänderung geführt. Die USA können dies noch nicht einmal auf der kleinen Insel erreichen, die keine 120 Kilometer vor ihrer Küste liegt (Kuba). Der Glaube, ein Land mit Sanktionen zu treffen, das so viele Einwohner wie Spanien, Frankreich oder Deutschland hat, ist äußerst unwahrscheinlich.“
 
Doch der Dritte und möglicherweise wichtigste Punkt ist die Frage, warum er (aus unbekannten Gründen) seine Energie auf die Opposition des iranischen Regimes, MEK, konzentriert. In vielen seiner Artikel zu diesem Thema hat er kein Argument ausgelassen, dass nicht auch in den sehr allgemeinen Aussagen der Geheimdienstministeriums der Mullahs gegen ihre Opposition wieder gegeben wird. Hier sind einige Anschuldigungen, die Cole am 12. Januar 2009 schrieb: Die MEK ist ein Kult, sie sind Terroristen, sie waren Agenten von Saddam Hussein, sind Spione Israels, Spione der USA, sie verbreiten falsche Informationen gegen den Iran….sowie eine Aufzählung weiterer unbewiesener und nicht substantieller Anschuldigungen, welche die iranische Opposition als Teufel dar stellt und das Regime damit rein wäscht. 
 
In den letzten zwei Jahre wurden unbewaffnete iranische Dissidenten in Camp Ashraf im Irak, wo einige Flüchtlinge seit Mitte der 80er Jahre leben, zweimal von bewaffneten Einheiten des Irak angegriffen. Dabei starben 45 Zivilisten, darunter acht Frauen, Hunderte wurden verletzt oder verstümmelt. 

Ironischerweise benutzten die Angriffen die Terrorlistung und die Anschuldigungen, die Cole erwähnte, um einen Akt des Genozid zu rechtfertigen. 

Die Realität sieht natürlich anders aus:
Die Anschuldigungen gegen die MEK wurden von mehreren Gerichten in den USA und Europa als haltlos bestätigt. Die Gerichte haben deutlich gesagt, dass es keinerlei Beweise für eine Verbindung der MEK zum Terrorismus gibt und das diese Lügen des iranischen Regimes, seiner Agenten, Verbindungsleute und Verteidiger sind.

Zudem wurde jeder einzelne Dissident in Camp Ashraf, ohne Ausnahme, persönlich von sieben verschiedenen US Agenturen gefragt. Alle sieben Agenturen kamen zu dem Ergebnis, dass die Dissidenten keine Verbindung zum Terrorismus haben.

Dennoch haben die Ergebnisse der Gerichtsanhörungen nie eine der Aussagen Coles für das iranische Regime und gegen die MEK ändern lassen. Trotz aller Beweise ist die gute Nachricht für die Mullahs in Teheran, das Cole seine solide Unterstützung für ihre Agenda gezeigt hat.

Geht es nach Cole, so ist das Atomprogramm des Iran komplett friedlich, es sollte keine Sanktionen gegen die Mullahs geben und die Opposition sollte auf der Terrorliste bleiben. Was können sich die Mullahs mehr wünschen?

Dieses Mal würde die Lobbyarbeit zur Belassung der MEK auf der Terrorliste, trotz aller Beweise, die das Gegenteil aussagen, zu einem weiteren Genozid führen. Dies muss Außenministerin Hillary Clinton beachten und die MEK auf Basis von Fakten delisten.

Kambiz Assai ist ein Gelehrter für iranische Politikwissenschaften und lebt als früherer politischer Gefangener der religiösen Diktatur im Iran im Exil. Er schreibt über die aktuellen Menschenrechtsfragen und gibt den Traum von der Rückkehr in einen freien und demokratischen Iran nicht auf.