Sunday, January 29, 2023
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Warum tritt der UN-Botschafter im Irak nicht für die Werte der Vereinten Nationen ein?

Dr. Barry Morgan http://www.neurope.eu/author/dr-barry-morgan
Hochwürden Dr. Barry Morgan ist Erzbischof von Wales
Als UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon Martin Kobler zu seinem Sonderbotschafter ernannte, der eine schwere Blockierung im Irak versuchen sollte zu lösen, bestand endlich Hoffnung, dass etwas erreicht werden könnte. Leider hat Botschafter Kobler, anstatt auf eine Lösung der gefährlichen Situation hinzuarbeiten, in der sich 3400 iranische Oppositionelle im Irak befinden, ihre Schwierigkeiten noch schlimmer gemacht.

Es bildet eine eigene Ironie, dass Herr Kobler u. a. Chef der UNAMI, der Hilfsmission der Vereinten Nationen im Irak, ist, denn man muss sich fragen, wem er hilft. In seiner bisherigen Amtszeit, beinahe ein Jahr lang, hat er nichts falsch gefunden an den Handlungen der Regierung Nouri al-Malikis, obwohl diese Handlungen nur den Mullahs im Iran helfen.

Somit hilft der UN-Botschafter den Irakern, die iranischen Oppositionellen, die ihre Heimat befreien wollen, zu zertreten. Zu gleicher Zeit versucht der UN-Sicherheitsrat, die iranische Regierung unter Druck zu setzen, gegen die die Oppositionellen Widerstand leisten.

Es handelt sich um die Not dieser iranischen Dissidenten, Mitglieder der Volksmujahedin des Iran (PMOI/MEK), die bis dato friedlich an einem Ort namens Camp Ashraf zwischen Bagdad und der iranischen Grenze lebten. Sie waren unbehelligt, solange US-Truppen im Irak stationiert waren, aber nach ihrem Rückzug verfielen die Iraker darauf, auf Geheiß Teherans zu handeln.

Seit 2009 haben irakische Truppen das Lager zweimal überfallen. Sie töteten 49 Menschen und verwundeten mehr als tausend. Dann verlangte die Maliki-Regierung, die Bewohner sollten den Irak verlassen. Nach einer großen internationalen humanitären Kampagne war sie schließlich bereit, sie in eine frühere US-Basis namens Camp Liberty umzusiedeln. Dort sollte ihnen der Flüchtlingsstatus zuerkannt werden, damit sie in andere Länder ausreisen könnten.

Weil die Vereinten Nationen und US-Außenministerin Hillary Clinton versprachen, sie zu schützen, überredete Frau Maryam Rajavi, das Oberhaupt des iranischen Widerstandes, die Dissidenten, den Umzug zu akzeptieren. Bisher sind etwa 2000 Mitglieder umgezogen, aber sie haben keineswegs gefunden, was sie erwarteten.

Die Zustände sind erbärmlich. Es gibt wenig fließendes Wasser, viel zu wenig Kühlanlagen bei Temperaturen über 57° Celsius. Keine Einrichtungen für die Behinderten. Die Bewohner sind von irakischen Soldaten umzingelt.

Nicht einer Person ist der Flüchtlingsstatus zuerkannt worden, so dass sie ausreisen könnte.

Botschafter Kobler hat alles geschluckt, was die Iraker ihm erzählt haben. Hört man ihn, steht alles zum Besten in Camp Liberty. Das Problem geht von den iranischen Dissidenten aus. Sie seien es, die nicht kooperierten, sagte er in den vergangenen Woche dem Sicherheitsrat. Diese Behauptungen standen in scharfem Gegensatz zum Bericht des Generalsekretärs vom 11. Juli und Herrn Koblers eigenen vorherigen Berichten.

Der Botschafter gibt jedem die Schuld, nur nicht den Verantwortlichen.

Kein Wort über die sich verschlimmernde humanitäre Tragödie, aber viel über die Komplikationen und Probleme im »Dialog zwischen der UNAMI und den Bewohnern und zwischen ihnen und der Regierung des Irak«. Herrn Kobler ist es ganz klar, dass die Bewohner von Ashraf und Liberty in der Kommunikation mit der UNAMI oder den irakischen Behörden kein Problem, keine Komplikationen geschaffen haben.

Er geht auch die an, die in der ganzen Welt die Oppositionellen unterstützen: »Die Verantwortung fällt auch auf die vielen internationalen Fürsprecher. Es ist von hoher Wichtigkeit, dass sie positiv dazu beitragen, die Einstellung der Bewohner günstig zu beeinflussen.«

Herrn Kobler stören die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, die Komplotte der irakischen Regierung und des iranischen Regimes zu vereiteln, – die Komplotte, mit denen sie die Bewohner der Lager zur Unterwerfung zwingen wollen.

Obwohl er sich weigert, die universellen Werte, die Menschenrechte, auf denen die UNO gründet, zu respektieren, werden wir, die Verteidiger der Bewohner von Camp Ashraf, unser Äußerstes tun, ihnen im Kampf um ihre Rechte beizustehen. Ihre Forderungen sind sehr vernünftig und leicht zu erfüllen, aber zu unserer Bestürzung hat Herrn Koblers einseitiges Handeln der irakischen Regierung genützt in ihrer Weigerung, diese legitimen Forderungen zu erfüllen.

Http://www.neurope.eu/blog/why-isn-t-un-ambassador-iraq-upholding-un-s-values