Thursday, December 8, 2022
StartTerrorregimeDie syrische Opposition

Die syrische Opposition

Sonntag, den 24. Mai 2015, 9. 27 Uhr

Verärgert durch die Entscheidung des UN-Gesandten Staffan de Mistura, das iranische Regime, den Hauptverbündeten Bashar al-Assads, einzuladen, wird die wichtigste syrische Oppositionsgruppe, die „Nationale Koalition“,

an den Gesprächen mit ihm nicht teilnehmen; das sagte gestern eines ihrer Mitglieder.

Hisham Marwa, der stellvertretende Leiter der Koalition, die von einem großen Teil der internationalen Gemeinschaft anerkannt wird, distanzierte sich von den Gesprächen mit Staffan de Mistura als „unbedeutend“. Die Gruppe gab ihm einen Brief, in dem sie ihre Haltung darlegte. 

„Wir haben die Einladung de Misturas zu Verhandlungen erwartet; statt dessen lud er uns zu unbedeutenden Beratungen in einer Zeit ein, in der die syrische Opposition bedeutende Bodenerfolge erzielt,“ sagte Marwa gegenüber AFP. 

„Die Einladung des Iran belastet die Situation nur noch mehr; darin liegt unser Hauptproblem mit Mistura,“ fügte er hinzu. 

Der Gesandte der Vereinten Nationen begann in der vorigen Woche seine Gespräche mit vielen an dem syrischen Konflikt beteiligten Seiten, darunter dem Gesandten der syrischen Regierung in Genf. 

Doch Marwa sagte, Misturas Entscheidung, etwa 40 „Dissidenten, Künstler, zivile Organisationen und Forschungszentren“ zur Teilnahme an den Gesprächen einzuladen, legten den Schluß nahe, daß es ihm damit nicht Ernst sei. 

„Uns wurde klar: Er behandelt die Koalition nicht auf eine Weise, die den Eindruck hervorruft, es gehe ihm ernsthaft um eine Lösung.“

Er kritisierte auch, daß der Gesandte der Vereinten Nationen auf der persönlichen Teilnahme des Leiters der Koalition, Khaled Khoja, bestehe, anstatt daß dieser wie die syrische Regierung einen Vertreter benennen könne. 

Statt an den Beratungen teilzunehmen, wird nun ein Mitglied der Koalition nach Genf reisen, um einen Brief an de Mistura sowie einen an Ban Ki-Moon zu überbringen. 

„Diese Briefe umreißen unsere Vorstellung von einer politischen Lösung und unsere Einschätzung dessen, was de Mistura tut,“ erklärte Marwa. 

In Genf sagte inzwischen de Mistura, er habe die Entscheidung der Koalition „zur Kenntnis genommen“ und freue sich, ihren Gesandten zu empfangen. 

„Herr de Mistura ist in der Tat daran interessiert, die Ansichten der SOC (der Koalition) über die Genfer Gespräche zu erfahren,“ sagte sein Sprecher in einer Erklärung. 

„Darin liegt in der Tat der Zweck der ganzen Übung,“ fügte de Mistura hinzu.