Tuesday, February 7, 2023
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Iran: Die Stunde der Mudschaheddin

Iran: Die Stunde der MudschaheddinVon Axel Veiel

PARIS. Shahin Gobadi sieht anders aus, als man sich einen Widerstandskämpfer gemeinhin vorstellt. Der Mann im dunklen Anzug, der dem von den Volksmudschaheddin bestimmten Iranischen Widerstandsrat angehört, ist elegant, sein Englisch ist perfekt, sein Lächeln gelöst. Aber Gobadi hat ja auch allen Grund zur Gelassenheit. Wenn die Stunde der iranischen Opposition schlage, dann jetzt, gibt er zu verstehen. Ein paar Tagungsräume weiter erläutert Gobadis Mitstreiter Mohammad Mohaddessin, warum das so ist, warum aus seiner Sicht an den im Pariser Exil residierenden Volksmudschaheddin kein Weg vorbeiführt.

Teheran arbeite entschlossen daran, mit Hilfe neuer Gaszentrifugen Uran schneller anreichern und bis spätestens 2012 die erste Atombombe herstellen zu können, sagt der Regimegegner. Schaubilder und Satellitenfotos zeigt er, die den Griff nach neuen P-2-Zentrifugen und einer ersten nuklearen Implosionsbombe illustrieren sollen. Aus den aus dem Iran geschmuggelten und der Internationalen Atomenergiebehörde zugänglich gemachten Informationen folgt nach Auffassung Mohaddessins, dass 20 Jahre europäischer Willfährigkeit die Mullahs in ihren Atommachtambitionen nur bestärkt hätten. Aber auch die kaum verhüllte Drohung Washingtons mit einem Präventivkrieg habe nicht verfangen. Teheran gehe davon aus, dass die USA nach dem Debakel im Irak keinen neuen Krieg beginnen könnten. Als Ausweg bleibe nur die politische Wende im Iran.

Dass der Iranische Widerstandsrat hierzu das Seine beitragen will, versteht sich von selbst. Aber wer sind diese Volksmudschaheddin? Der Verdacht, sie nutzten das Pariser Exil zur Planung und Finanzierung terroristischer Anschläge, hat sich zerschlagen. Die vorübergehende Festnahme führender Mitglieder des Rats 2003 wirkt im Rückblick wie eine Gefälligkeit der EU gegenüber Teheran.