Tuesday, November 29, 2022
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Iran: Teheran entzündet Zwietracht zwischen Irakischen Glaubensbrüdern

Iran: Teheran entzündet Zwietracht zwischen Irakischen GlaubensbrüdernNWRI – Die Einmischung des  iranischen Regimes im Irak im Zusammenhang mit dem Bombenangriff letzte Woche in Samarra werden von der US Alliance for Democratic Iran wie folgt kommentiert:

Anfang der Woche, behauptete der Oberste Führer Ali Khamenei im Iran, der Irak sei die “Verkörperung” des amerikanischen Sieges. Er führte weiter aus, Washington verfolge das Ziel, “Teilung und Unsicherheit zu schaffen und bemühe sich, die im Irak vom Volk gewählte Regierung als inkompetent darzustellen”. Khamenei wiederholte seine vorhergehenden Anschuldigungen und fügte hinzu: “Die Amerikaner versuchen, einen religiösen Krieg unter den Konfessionen im Irak anzustiften, und das verheerende Ereignis in Samarra ist typisch dafür”.

Dann galt also der Bombenangriff letzte Woche einer zukünftigen nationalen demokratischen Einheitsregierung im Irak? In Wirklichkeit ist Teheran der Hauptnutznießer dieses Angriffs.

Am Montag vor dem Bombenangriff auf den heiligen Schrein von Askaryia am 22. Februar hat der USA Botschafter Zalmay Khalilzad scharf die zunehmende Einmischung des Iran im Irak verurteilt. Er beschrieb die Kampagne als eine "umfassende Strategie" des Irans als einem "Spieler, der nach regionaler Überlegenheit strebt", der danach sucht, „mit Milizen und Extremistengruppen zu arbeiten, sie auszubilden und mit Waffen zu liefern.“

Der Tadel an Teherans durch Botschafter Khalaizad war gekoppelt mit seiner unverblümten Warnung an Pro-Teheranische Schiiten Gruppen, dass die Ministerien für Verteidigung und Inneres von denen geführt werden müssen, "die keine Sektierer, im allgemeinen anerkannt und nicht an Milizen gebunden sind.“

"Wir werden nicht in Ressourcen aus dem amerikanischen Volk investieren, um Kräfte aufzubauen, die konfessionell gebunden sind", sagte Khalilzad, und fügte hinzu, dass die Lösung des konfessionellen und ethnischen Konflikts nach einer Regierung nationaler Einheit verlangt. Und das ist "der Unterschied zwischen dem, was gegenwärtig existiert, und der nächsten Regierung.“

Die Nachricht an Teheran konnte nicht expliziter sein: Die iranische Kampagne im Irak entzündet den Konflikt zwischen den Konfessionen und die Dominanz der zukünftigen Regierung, besonders die Sicherheitsministerien der Schiiten Kräfte unter dem Einfluss von Teheran, ist ein Haupthindernis bei der Bildung einer nationalen Einheitsregierung.

Es wäre äußerst unwahrscheinlich, dass so eine beispiellose Rüge an Teheran und seine Nachahmer im Irak unbeantwortet bleiben würde. Besonders überraschend ist es nicht, dass viele Finger auf Teheran als den Schuldigen weisen, je mehr Details von der Explosion in Samarra bekannt werden.

Kurz nach dem Bombenangriff erzählte Abdul-Aziz-Al-Hakim, Führer des Obersten Rates der islamischen Revolution im Irak (SCIRI), Reporter, dass er Khalilzad teilweise für verantwortlich halte, seit “die Terrorgruppen grünes Licht bekommen haben.” Der jetzige Innenminister im Irak ist einer der obersten Beamten des SCIRI mit seinen Badr-Milizen als die de facto verlängerten Arme des Ministeriums, das anscheinend für Hinrichtung, Folter und Verhaftung von Tausenden von irakischen Sunniten verantwortlich ist.

Die von Hakim dargestellte unheimliche Verbindung Khalilzads zu dem Bombenangriff fand Widerhall bei anderem Pro Teheranischen Schiiten Beamten. Am gleichen Tag sagte Vizepräsident Adil Abdul-Mahdi, auch vom SCIRI, in einer direkten Aufforderung an US Abgesandte, dass die Schiiten Milizen eine größere Schutzrolle spielen müssten. Tatsächlich verärgert das kluge Beharren von Khalilzad darauf, dass die Sicherheitsaufgaben der Ministerien von Personen geleitet werden müssten, die nicht konfessionell gebunden sind, einige Schiitengruppen, die von Teheran beeinflusst werden.

Viele Sunniten Führer weisen auf die Schnelligkeit der so genannten Reaktion der Schiiten hin, als sie die Moscheen der Sunniten und die religiösen Führer angegriffen haben. Banner und Plakate waren schon gedruckt und die bewaffneten Angriffe durch die überwiegend Pro-Teheranischen Schiiten Milizen trugen alle Zeichen einer organisierten, gut geplanten Operation.

Die Erfahrenheit und die Präzision der Bombenexplosion weisen ebenfalls auf eine staatlich geförderte Operation hin. Und lassen Sie uns nicht vergessen, dass die im Iran herrschenden Mullahs große Erfahrungen mit Aufruhr, Provokation und der Manipulation der religiösen Gefühle des Volkes haben. Davon hängt ihr Lebensunterhalt buchstäblich ab. Sie haben bewiesen, dass sie keine Skrupel davor haben, heilige Schreine  der Schiiten zu entweihen und zu zerstören, wenn es ihren ruchlosen Zielen nützt.

1994 ließ das Iranische Ministerium für Staatsschutz und Sicherheit (MOIS) eine große Bombe im heiligen Schrein Imam Reza in der iranischen Stadt Mashad explodieren und schob es auf die iranische Hauptopposition, die Volksmojahedin. Einige Jahre später, als es für die wetteifernden Splitterparteien im Iran zur Gewohnheit wurde, ihre schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen, offenbarten ehemalige Beamte des Ministeriums, dass der MOIS hinter dem Bombenangriff steckte, bei dem zehn Iraner getötet und viele verletzt wurden.

Der Iran ist der größte Nutznießer des Konflikts zwischen den Konfessionen und behindert die Bemühungen von politischen Führern der Schiiten, Sunniten und Kurden, die eine demokratische nationale Einheitsregierung im Irak bilden wollen. Teherans Angst davor, dass seine Handlanger einem zähen und gleichwertigen Widerstand der Iraker gegenüberstehen, ist wohl begründet. Am Donnerstag lehnten politische Splitterparteien der Kurden und Schiiten die Kandidatur des offensichtlich Teheran-freundlichen Schiitischen Ministerpräsidenten Ibrahim Jaafari für die Leitung des nächsten Kabinetts ab. Jaafari hatte eine entscheidende Unterstützung von der Unruhe stiftenden klerikalen Splittergruppe der Schiiten um Moqtada Sadr, auch stark beeinflusst durch Teheran, erhalten. "Die Kurdischen und die Sunnitischen Gruppen glauben, dass er (Jaafari)… nicht neutral ist", erzählte ein älterer Kurdischer Gesetzgeber den Reportern. Jaafari und seine radikalen Sponsoren haben geschworen, zurückzuschlagen und drohten, das Land in politischen Aufruhr zu stürzen.

Mittlerweile berichtete der stellvertretende Gouverneur der irakischen Provinz Salah ad-Din, in der sich Samarra befindet, dass die eingeleiteten Untersuchungen im Fall des Bombenangriffs von letzter Woche "auf die Beteiligung des iranischen Sicherheitsministeriums hinweisen.“ Kein Wunder also, dass Teheran und seine Alliierten im Irak den Verdacht so schnell auf die Vereinigten Staaten geschoben haben. Vor nicht allzu langer Zeit warnte Ali Larijani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats im Iran, davor: Wenn Teheran unter Druck komme, würde der "Iran seine Kapazitäten im Gebiet nutzen.“ Er deutete an, dass Teheran in der Lage sei, Tod und Zerstörung in Irak hervorzurufen.

Die Iraker – Schiiten, Sunnis und Kurden ebenso – sind die Hauptopfer eines Konflikts der Konfessionen und eines geteilten Iraks. Als ein totalitärer Gottesstaat, profitieren nur iranische Beamte und ihre Alliierten von konfessionellen Reibereien im Irak. Nur eine Koalition, in der die Ethnien und die Religionen miteinander arbeiten und in dem Fundamentalismus keinen Platz hat, bietet einen Ausweg aus dem konfessionellen Wahn, der nur Teheran nützt. Washington muss diese Koalition weiterhin wirkungsvoll unterstützen; das ist eine strategische Notwendigkeit. Die Alternative ist die unwiderrufliche Dominanz von Teheran im Irak.

Die US Alliance for Democratic Iran (USADI), hat ihren Sitz in den USA. Sie ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation, die informative Grundsatzdebatten, Ideenaustausch, Analyse, Forschung und Bildung  fördert, um eine Politik der Vereinten Nationen im Iran voranzubringen.