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ISIS ist das Ergebnis der Einmischung des Iran im Irak – so eine ehemalige politische Beraterin der Koalitionstruppen

Dienstag, den 9. Juni 2015, 11. 08 Uhr

Die Entstehung der Terrorgruppe ISIS ist das Ergebnis dessen, daß es dem Iran gestattet wurde, sich am Ende des zweiten Golfkrieges in die irakische Politik einzumischen – das sagte Emma Sky, eine ehemalige politische Beraterin des US-Generals Ray Odierno und Gouvernementskoordinatorin der Vorläufigen Verwaltungsbehörde der Koalition für Kirkuk.

 

Ein zentraler Fehler des Westens habe darin bestanden, daß er in der Region ein Machtvakuum hinterließ; dies habe Teheran sich zu Nutze gemacht, sagte sie auf der außenpolitischen Website.

Die britische Nahost-Expertin sagte: „Denken Sie an die Situation des Jahres 2003 im Irak; wir hatten keinen Plan. Wir ließen das Machtvakuum zu, alle diese bewaffneten Gruppen entstanden, darnach das Ende der Herrschaft der Baath-Partei, die Auflösung des Militärs; viele Leute, die vom gesellschaftlichen Prozeß ausgeschlossen waren, traten in die bewaffneten Gruppen ein; es endete mit dem Kollaps des Staates. 

In den Anfangsjahren wurden Fehler begangen. Wenn Sie an die Zeit von 2007 bis 2009 denken, war das die einzige Zeit des gesamten Krieges, in der wir die richtige Strategie hatten, die richtige Führung und die richtigen Mittel.“

„In meinen Augen hat die Regierung Obama im Jahre 2010 ihren größten Fehler gemacht, als sie die Geltung der Wahlergebnisse nicht durchsetzte. Es war eine sehr, sehr knappe Wahl. 

Zu jedermanns Überraschung wurde sie tatsächlich von der Partei, die Iraqia heißt und von Ayad Allawi geleitet wurde, gewonnen, und diese Party hatte einen Wahlkampf ohne religiöse Akzente betrieben. 

Diese Partei erhielt zwei Stimmen mehr als Nouri al-Maliki. Er beschuldigte die internationale Gemeinschaft der Wahlmanipulation, forderte eine Neu-Auszählung und versuchte, die irakischen Führer zu disqualifizieren.“

Eben dann, so sagte sie, war der Iran zur Stelle – mit dem Versuch, die schiitischen Muslime zur Unterstützung Malikis zu gewinnen.

Sie fügte hinzu: „Ich glaube, wenn wir die Bildung einer Regierung vermittelt hätten, wir und nicht die Iraner, dann hätten wir erleben können, daß das Projekt Irak sich in die richtige Richtung entwickelt hätte.

Es war nicht unvermeidlich, daß alles zusammenbrach. Es brach zusammen, weil die Politik nicht funktionierte. Die Milliarden, die wir im Irak ausgegeben haben – man sieht nichts von ihnen, weil die Politik nicht in Ordnung war. 

Frau Sky sagte, die Welt sei heute „ISIS-fixiert“, doch in Wirklichkeit sei die Gruppe nur Symptom eines umfassenderen Problems im Nahen Osten – daß der Irak als schwacher Staat zurückgelassen worden sei und damit den Aufstieg des Iran weiter gefördert habe.

Sie sagte der Website: „Das Niveau, auf dem sich heute der Sektenkrieg abspielt, ist in der Region etwas vollkommen Neues. Wenn Sie auf ihre Geschichte sehen, dann wird sie weit mehr von Frieden unter ihren Völkern charakterisiert als von Krieg.“

Doch sie fügte hinzu: „Bagdad galt als Kulturhauptstadt der Welt. Sie können die Geschichte nicht ausradieren. Was auch immer ISIS in die Luft sprengt, diese Geschichte ist dokumentiert – in den Galerien, in den Geschichtsbüchern -; davon werden künftige Generationen inspiriert werden. Geben Sie den Irak nicht auf.“