Wednesday, November 30, 2022
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Brief des Deutsch-Iraners Mostafa Alavi an „DIE ZEIT“

In einem diffamierenden Artikel erhebt das ZEIT-Magazin in seiner Ausgabe vom 28. Oktober 2021 Anschuldigungen gegen die iranische Hauptoppositionsbewegung der Volksmudschahedin (MEK). Als Reaktion auf die Anschuldigungen des ZEIT Magazins hat der Deutsch-Iraner Mostafa Alavi den folgenden Brief an den Herausgeber der ZEIT Giovanni di Lorenzo geschickt.

Sehr geehrter Herr di Lorenzo, Chefredakteur von DIE ZEIT,
Aus der Website des Nationalen Widerstandsrates des Iran habe ich einen schockierenden Bericht gelesen und möchte in der Angelegenheit Ihre Aufmerksamkeit auf einige bemerkenswerte Tatsachen lenken.
Es geht um einen offenbar in Bearbeitung befindenden Artikel von der ZEIT-Reporterin Luisa Hommerich über vor etwa 25 Jahren in Köln lebenden iranischen Jugendlichen, deren Eltern bei der iranischen oppositionellen Volksmudschahedin waren.
Ich lebe in Berlin und gehöre zu den damaligen Kindern, die 1997 von Köln nach Camp Ashraf in Irak gereist sind.
Im Jahr 2013, nach der Überführung der Bewohner von Camp Ashraf ins Camp Liberty, war ich eine von 100 Personen, die nach Deutschland zurückkehren dürften.
Vor meinem Umzug nach Deutschland war ich wie viele anderen Freunden im Camp Ashraf und in ständigem Kontakt mit meiner Mutter, meinem Bruder und meiner Schwester, die später vom Irak nach Albanien gezogen sind.
Ich habe sie in Tirana mehrmals besucht und habe noch nie gehört, dass jemand daran gehindert wurde, Kontakt zu seinen Familien zu knüpfen.
Ich muss Sie daran erinnern, dass ich 1990, kurz vor der US-Invasion in Irak und den schweren Bombenangriffen, auf Ersuchen meiner Mutter und zu meinem Schutz im Alter von 9 Jahren mit einer großen Anzahl von weiteren Kindern , nach Jordanien verlegt wurde. Von dort aus wurde ich zu meinen Verwandten geschickt.
Ich bin 1993 im Alter von 9 Jahren nach Köln gezogen und bin dort vier Jahre zur Schule gegangen.
Während meines Aufenthalts in Köln war ich mit anderen Kindern in den besten Lebensbedingungen, Erholung und Geselligkeit, Bildung und Ausbildung, und geprägt mit höchsten Emotionen von iranischen Erziehern.
Auf meinen eigenen Wunsch ging ich mit 6 weiteren Freunden nach Ashraf, um meine Mutter zu besuchen und bei ihr zu bleiben.
Von den 6 Personen wurde eine mit dem Namen Amir Nazari am 01. September 2013 bei einem Massaker der Agenten des iranischen Terrorregimes auf Ashraf getötet, drei Personen befinden sich noch in Ashraf 3 in Albanien.
Ich und zwei weitere sind nach Deutschland gekommen und haben ein neues Leben angefangen. Hier wurden wir nach weiter von Mojahedin unterstützt.
Als ehemaliger Bewohner von Camp Ashraf im Irak möchte ich bezeugen, dass ich und alle andere Bewohner absolut für jede individuelle Entscheidung frei gestellt waren.
Alles was im Internet unter den Schlagworten Nötigung, Gehirnwäsche und Misshandlung im Camp Ashraf veröffentlicht wurde, sind die Induktion und Dämonisierung des Geheimdienstes des iranischen Regimes, die leider Frau Hommerich zur Verfügung gestellt wurden. Hier handelt es sich um falsche und gedrehte Tatsachen.
Ich hatte zuvor einige dieser geführten Lügen von derselben Autorn im Spiegel gelesen, und frage mich immer noch, wie der Spiegel seinen Ruf für diese Propaganda zur Verfügung gestellt hat.
Weil ich mit der Meinungsfreiheit in Deutschland vertraut bin, frage mich , aus welchem Grund soll man Jemanden vertrauen, dessen Falschinformationen und Falschberichten vom Gericht gegen die Mojahedin abgelehnt und untersagt wurden.
Hinzu kommt, dass sie sich keine Mühe gemacht hat, bei den Opfern der iranischen Diktatur zu entschuldigen.
Während meines Aufenthalts im Ausland stehe ich in engem Kontakt mit meinen Freunden, die gemeinsam das Camp Ashraf verlassen haben und hier ein normales Leben führen.
All diese Menschen sind nun lebendige Zeuge für die o.g Tatsachen.
Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit dazu lenken, nicht zu zulassen, dass das Schicksal vom Spiegel für Ihre Redaktion wiederholt wird, weil der reale Gewinner hier das Mullah Regime ist.
Ein Regime, das jede Stunde und jeder Tag Kinder tötet und hinrichten lässt. Das letzte Beispiel geschah vor zwei Jahren, in dem 1500 Jugendliche und Kinder während der Proteste im Iran erschossen wurden.
Bitte um Ihre Kenntnisnahme und verbleibe

Hochachtungsvoll
Mostafa Alawi