Sunday, January 29, 2023
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Iran-Irak: die Beteiligung der Mullahs im Irak geht über eine Einmischung hinaus – Rajavi

Maryam RajaviNWRI – "Die Mullahs haben den Irak zu einem Punkt durchdrungen, der weit über eine Einmischung hinausgeht", sagte Maryam Rajavi, bedauernd, dass die Warnungen des Iranischen Widerstandes in den letzten zwei Jahren überhört worden sind.

In ihrer Botschaft während einer Konferenz über Menschenrechte im Iran und die Einmischung der Mullahs im Irak am 15. Dezember wiederholte die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes: "Den iranischen Widerstand zu diesem empfindlichen Zeitpunkt zu unterstützen, bedeutet nicht nur lediglich eine Widerstandsgruppe zu unterstützen, sondern ein historischer Schritt in Richtung zu einem Sieg über die üblen Mächte und zu einem rettenden Frieden, Sicherheit und Demokratie zu machen." Der ganze Text ihrer Rede ist folgender:

Ich begrüße Sie alle, Repräsentanten, Persönlichkeiten aus der Politik, Vertreter des Friedens und der Menschenrechte als auch Unterstützer des iranischen Widerstandes, die sich heute hier versammelt haben.

Die Welt hat in den vergangenen Wochen angemessen auf die Bemerkung des Präsidenten der Mullahs, seine wiederholten Aufrufe für ein theokratisches Reich unter dem Banner des Islam und seine Ausdrucksweise des Abscheus bezüglich der zivilisierten Gesellschaft reagiert. Bedauerlicherweise verharrte die Welt im beharrlichen Schweigen und scheiterte jegliche Aufmerksamkeit und Sensitivität bezüglich der Ursache dieser Abenteuerlust, nämlich die weitläufige und tiefe Infiltrierung der velayat-e faqihs (Oberherrschaft der Geistlichkeit) im Irak zu zeigen.

Aufgrund des explosiven Zustandes der Gesellschaft im Iran und den wiederholten internen und externen Scheiterns, stehen die Mullahs welche jegliche Möglichkeit für Reformen fürchten, vor einer Einbahnstrasse. Sie hielten es für günstig sich in die Angelegenheiten des Irak einzumischen und widmeten einen Grossteil ihrer Ressourcen dafür.

Vor zwei Jahren entlarvte zum ersten Mal die Iranische Widerstandsbewegung die gefährliche Einmischung der Mullahs im Irak. Zu diesem Zeitpunkt sagte ich vor einer Versammlung von Iranern in London, dass die Gefahr der Einmischung der Mullahs und des Terrorismus im Irak hundert Mal grosser sei als die nukleare Bedrohung.

Zu meinem Bedauern haben die Regierungen der USA und Großbritanniens, welche einige Monate zuvor die Basen der Volksmojahedin im Namen Teherans bombardiert haben, diese Warnungen ignoriert. Tatsächlich war nach dem Krieg die dringendste Aufgabe die Einmischung Irans im Irak zu verringern und nicht umgekehrt. Diese Bedrohung zu ignorieren war ein großer politischer Fehler mit schlimmen Nachwirkungen. Heute haben die Mullahs den Irak zu einem Ausmaß durchdrungen der über eine bloße Einmischung hinausgeht.

2,8 Millionen Irakis haben Recht, wenn sie nachdrücklich betonen, dass "…unser Land vor einem geheimen Krieg und einer, vom iranischen Regime unverkündeten Besetzung steht." Ebenso recht haben 300 Anwälte, die in einer Erklärung für die Verteidigung und die Unabhängigkeit der Presse erklärten: "Von Basra bis Al-Amra, von Karbala bis Najaf, Bagdad und anderen irakischen Städten steht unser Land vor einer anderen Besetzung. Leider führt das iranische Regime diese Interventionen an."

Die Erklärung von 2,8 Millionen Irakis liefert ein schockierendes Bild über das, was das theokratische Regime im Iran macht: "Hunderttausende von Agenten wurden unter verschiedenen Vorwänden in den Irak geschickt; Waffen und Munition werden weiterhin über die Grenze geschmuggelt; Dutzende von Radio- und Fernsehstationen  und viele Zeitungen, Magazine und Zeitschriften wurden errichtet oder gekauft, um den Irak aus dem Iran mit Propaganda zu überschwemmen; astronomische Summen wurden bezahlt, um Unternehmen und Fabriken zu kaufen, Frauen werden unterdrückt, Ärzte, Professoren und Angestellte des Staates werden zu Opfern von Attentaten: Intellektuelle und Journalisten werden eingeschüchtert: Rauschgift wird in den Irak geschmuggelt; Dissidenten wurden ermordet. Irans katastrophale Einmischung im Irak wirkt sich auf unser tägliches Leben aus."

Zusätzlich zu dieser Liste muss man eine Serie krimineller Handlungen der Mullahs in den vergangenen Monaten hinzufügen. Sie schließen Entführungen ein, welche zwei Angehörige der iranischen Volksmojahedin, Hossein Pouyan und Mohammed Ali Zahedi zum Opfer wurden, als sie am 4. August entführt worden sind und, nachdem sie in das Innenministerium gebracht wurden, verschwanden.

Das iranische Regime hat darüber hinaus Spionage- und Anschlagszentren, sowie Gefängnisse und Folterkammern im Irak überall, wo es Fuß gefasst hat, errichtet. Zwei weitere Folterzentren sind das Al-Jaderiya Folterzentrum in Bagdad, in dem über 160 irakische Gefangene mit Kabeln, Metallstangen, Elektroschocks und Zigarettenstummeln gefoltert werden, so wie ein anderes Gefängnis in Bagdad, in welchem Hunderte gefoltert werden. Eine große Zahl anderer Folterzentren wird direkt durch Agenten der Mullahs kontrolliert.

Die facettenhafte Rolle des iranischen Regimes im Irak ist wahrlich verblüffend. Es kontrolliert praktisch einen wichtigen Teil der Regierung in diesem Land. Es führt auch routinenmäßige Übergriffe auf Häuser der Bevölkerung aus und bringt jene, die sie festnehmen zu unbekannten Orten für Verhöre und Misshandlungen. Es ist ebenfalls in der Errichtung eines Terrornetzwerkes aktiv.

Bei einer bedeutenden Untersuchung zur Strategie des Teheraner Regimes über die Ausführung ihres Einflusses, deckte die wöchentlich erscheinende Zeitschrift "Time Magazin" auf, dass die Korps der Revolutionsgarden ein Terrornetzwerk  bestehend aus 17 Gruppen mit 280 Mitgliedern errichtet hat. Dazu liefert das iranische Regime anderen Terrornetzwerken im Irak aktiv Unterstützung, Geld, Waffen und Ausbildung.

Außerdem zeigte die Erfahrung von zwei Parlamentswahlen und die jüngsten Wahlen für die Verfassung, dass – wie von der New York Times berichtet wurde – zusätzlich zu Manipulationen, Fälschungen und dem Versenden von bereits vormarkierten Wahlurnen in Lastwagen aus dem Iran, die Mullahs auch Anschläge auf Kandidaten, desertierte irakische Persönlichkeiten und auch gegen die Kommission die, die Wahlen überwacht, verüben oder Anschuldigungen gegen jene erfinden.

Das Hauptziel hinter diesen verschlagenen Operationen ist die Kontrolle über die irakische Regierung oder einen großen Teil davon und Schläge gegen den iranischen Widerstand auszuführen – vornehmlich in der Stadt Ashraf. Falls die Mullahs in der Realisierung dieser Ziele nicht erfolgreich sein sollten, wäre ihre weitläufige Präsenz und Einmischung in den Irak nützlich, da es den Kollaps des velayate-e faqhi aufhalten würde. Letzten September sagte der Oberste religiöse Führer Khamenei, dass seine am toten Punkt befindende Regierung seinen Einfluss in andere Länder gefestigt hat.

Liebe Freunde,
das Blutbad im heutigen Irak und seine grauenvolle Auswirkungen für die Region als ganze lässt eine Frage aufkommen: warum hat sich die Situation in diese Richtung entwickelt?

Die Antwort liegt in dem fehlgeschlagenen Ansatz, aus dem resultiert, was der einstige Geheimdienstminister prahlte: "Die Islamische Republik errang einen unbegrenzten Sieg" und, wie der saudische Außenminister klagte: "…der Irak wurde dem Iran übergeben."

Der größte Missgriff war es, die iranischen Volksmojahedin zu entwaffnen und zu bombardieren, welches das strategische Gleichgewicht mit dem iranischen Regime in dieser Region umkippte.

Ein anderer großer Fehler war es die Hauptbedrohung des Nachkriegsirak, nämlich das iranische Regime mit ihrem Epizentrum des exportierenden Fundamentalismus zu unterschätzen oder sogar zu ignorieren.

Von Anfang an war der Irak die größte Beute für die Teheraner und der Brückenkopf zur Realisierung eines mittelalterlichen Kalifats.

Der große Fehler war die Appeasement-Politik gegenüber den Mullahs, die das Fallobst eines selbstverschlingenden Iraks nach dem Fall der ehemaligen Regierung aufsammelten.

Die Mojahedin in der Liste der Terrororganisationen zu behalten, welches einen signifikanten Teil der Ressourcen für die Hauptstreitkräfte des Widerstands blockierte, gab den Mullahs die Gelegenheit mit ihren Plänen voranzuschreiten.

Konsequenterweise glaubten die US geführten Koalitionskräfte mit der Appeasment-Politik fälschlicherweise, dass sie das Voranschreiten der Mullahs durch Verhandlungen aufhalten könnten und dass sie die Pro-Teheraner Elemente dazu verleiten könnten, einen moderaten Kurz einzuschlagen.

Sie glaubten, dass wenn sie eine gewisse Toleranz gegenüber den Aktivitäten der Agenten des iranischen Regimes zeige, eine solche Nachlässigkeit sie dazu verleiten würden, eine Übereinkunft mit dem klerikalen Regime zu erreichen.

Dadurch blieben die Grenzen für eine Infiltration durch Agenten des iranischen Regimes offen, deren umfangreiche Aktivitäten durch den ganzen Irak ignoriert wurden. Sie blieben ebenfalls blind für die Manipulationen und die offensichtliche Einmischung der Agenten des iranischen Regimes während der Wahlen, ihrer Kontrolle über eine Anzahl der klerikalen Ministerien und die Errichtung eines Folterzentrums durch das iranische Geheimdienstministerium.

In den vergangenen zwei Jahren war die britische Regierung so sehr involviert Teheran Zugeständnisse zu machen, dass, dem Daily Telegraph zufolge, das Außenministerium darauf bestand, dass nicht ein einziges Wort gegen das iranische Regime ausgesprochen werden soll, das kritisch interpretiert werden könnte.

Die fehlgeschlagene Politik, die zur gegenwärtigen katastrophalen Situation im Irak führte und ihre Bedrohung für den globalen Frieden und Sicherheit, rühren von einer fälschlichen Ansicht her.

Diese Ansicht ist vor allem die Folge des Ignorierens der Hauptfaktoren, die Iraks geo-politischen Situation diktieren. Das iranische Regime hatte immer schon begehrliche Absichten bezüglich des Irak als Nation, deren Bevölkerung zu zwei Dritteln aus Schiiten besteht und welche die Schreine von sechs Imamen beheimatet. Die lange poröse Grenze und die kulturellen Ähnlichkeiten haben diese Situation zusätzlich herbeigeführt. Das konnte vor allem dadurch möglich werden, da das im Iran herrschende Regime auf absoluter Unterdrückung, Export von Fundamentalismus und Terrorismus basiert.

Infolge ihrer geschichtlichen Dekadenz muss das Regime der Mullahs unweigerlich expandieren um zu überleben; andernfalls würde es von innen zerfallen.

Eine andere Ansicht, für die Ursache der fehlgeschlagenen Politik ist die Illusion, dass Demokratie im gegenwärtigen Irak finden würde, wo die religiöse Diktatur des Iran ihre politische und soziale Umwelt durch Geheimagenten, Terrorismus und Zahlungen von Petrodollars beeinflusst hat.

In Wahrheit hat das klerikale Regime seine Tentakeln in die Tiefen des politischen und sozialen Überleben Iraks ausgestreckt und den Demokratisierungsprozess als Geisel genommen.

Wir leben in einer außergewöhnlichen Ära, in der wesentlichen Entwicklung stattfinden. Daher hätte das Verständnis was die richtige Politik  und das Motto sein sollte sowie das Streben ihrer Realisierung eine nachhaltige Bedeutung.

Was ist die richtige Politik?

Solch eine Politik rührt von der Anerkennung der politischen, sozialen und historischen Situation der Region, der wahren Bedrohung, ihrer Antithese und einer praktischen Lösung. Ich würde diese Politik in drei Phrasen zusammenfassen:
Unterbindung der Einmischung des klerikalen Regimes im Irak, das Verhindern der Anschaffung von Atomwaffen in Teheran und das Entfernen der Mojahedin von der Liste der Terrororganisationen.

Das Ziel dieser Politik ist den Weg des klerikalen Regimes zu blockieren und die Hindernisse gegen den iranischen Widerstand zu entfernen, welches letztlich zum Sturz des iranischen Regimes führen würde.

Das Ziel ist die Freiheit und die Befreiung des aufgebrachten iranischen Volkes, deren Leben durch barbarische Unterdrückung, Armut und Elend verwüstet worden ist.

Fundamentalismus und Diktatur im Iran haben die Demokratie und Stabilität im Irak aufgehalten. Jede Politik, die nicht die Region in der Dunkelheit des mittelalterlichen Fundamentalismus sehen möchte, muss unweigerlich diesem Regime ins Gesicht sehen und den Widerstand des iranischen Volkes anerkennen.

Liebe Freunde,
Das iranische Volk zu diesem empfindlichen Zeitpunkt zu unterstützen bedeutet nicht lediglich eine Widerstandsgruppe zu unterstützen, sondern einen historischen Schritt in Richtung eines Sieges über die üblen Mächte, zu einem rettenden Frieden, Sicherheit und Demokratie zu machen. Auf diesen Weg strecke ich meine Hand zu Ihnen allen aus.

Vielen Dank