Sunday, December 4, 2022
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Maryam Rajavi: Zeit für Europa, sich auf die Seite des iranischen Volkes zu stellen

Mrs. Rajavi was the keynote speaker in a meeting held at the Parliament of Finland, during her visit to that country. NWRI – Frau Rajavi war die Hauptrednerin bei einer Sitzung des finnischen Parlaments. Bei der von der Menschenrechtsgruppe des finnischen Parlaments organisierten Sitzung wurde eine Solidaritätsbekundung von der Mehrheit der Gesetzgeber des Lands für die iranischen Volksaufstände und die Rechte der Bewohner von Camp Ashraf bekannt gegeben. Nachfolgend lesen Sie den Text der Rede von Maryam Rajavi bei der Sitzung:

Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist mir ein Vergnügen, heute im Haus der Demokratie und bei den gewählten Vertretern des finnischen Volkes zu weilen.
Gestatten Sie mir zunächst der parlamentarischen Menschenrechtsgruppe für diese Sitzung zu danken.

Ich möchte ebenfalls im Namen der Kämpfer für Freiheit, Menschenrechtsaktivisten, politischen Gefangenen und aller Opfer der religiösen Diktatur im Iran für Ihre Aufmerksamkeit danken, die sie der Lage der Menschenrechte in meinem Land widmen.

Das iranische Volk schätzt Ihre Unterstützung für seinen Kampf für Demokratie. Ihre Anstrengungen werden ohne Zweifel in der iranischen Geschichte berücksichtigt.

Ich spreche im Namen des Nationalen Widerstandsrates Iran, einer breiten Koalition von Persönlichkeiten und Parteien, die die demokratische Wende im Iran wollen.

Der Rat repräsentiert verschiedene Glaubensrichtungen, Religionen sowie politische Tendenzen und ethnische Hintergründe im ganzen Iran. Er will eine Republik auf der Grundlage der Trennung von Kirche und Staat, Pluralismus und vollkommener Gendergleichheit. Er ist der Abschaffung der Todesstrafe verpflichtet und glaubt an einen atomwaffenfreien Iran.

Seine Hauptkraft, die iranischen Volksmojahedin (PMOI/MEK), die an eine tolerante Interpretation des Islams glauben, spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung der fundamentalistischen Interpretation des Islams.

Unter den Mullahs wurden 120.000 ihrer Mitglieder im Kampf für die Freiheit ermordet. Dieses Buch enthält 20.000 ihrer Namen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte jetzt ihre Aufmerksamkeit auf zwei dringende Sachverhalte lenken, die den iranischen Widerstand und die Volksaufstände für Freiheit betreffen.

Der erste beschäftigt sich mit der Wende im Iran und der Notwendigkeit für die Europäische Union, seine Iran-Politik zu ändern.

Der zweite ist die gefährliche Lage im Camp Ashraf im Irak, der Heimstatt der Mitglieder der Opposition und der Notwendigkeit sie zu unterstützen.

Seit vergangenem Juni, wird der Iran mit Aufständen überschwemmt. Die Iraner fordern offen den kompletten Sturz des Regimes und die Errichtung der Demokratie. Das Regime – auf der anderen Seite – konnte ich die Aufstände nicht unter Kontrolle halten.

Die Ereignisse der letzten neun Monate haben gezeigt, dass:

– Die Lage nicht wieder umgedreht warden kann;
– Das Regime der Mullahs selbst von einem fatalen Riss in Mitleidenschaft gezogen wird;
– Die explosive Gesellschaft nicht zurückgehalten werden kann und
– Das Regime seinem Niedergang näher gekommen ist.

Als Antwort auf die Aufstände hat das Regime bisher Hunderte ermordet, Tausende verwundet  und inhaftiert und weitere Tausende gefoltert.
Vergewaltigung ist systematisch genutzte Form der Folter von Gefangenen, vor allem Frauen.

Nach den Aufständen des 27. Dezember, verhafteten die Mullahs eine große Zahl von Unterstützern der PMOI aufgrund ihrer Rolle bei den Protesten. In Scheinprozessen verurteilte das Regime viele von ihnen als Moharebeh (bedeutet im Krieg mit Gott) zum Tod. In einem solchen Scheinprozess zeigte ein junges Mädchen, das verhaftet wurde, weil ihre Familie in Ashraf war, dass ihr die Fingernägel ausgerissen worden waren. Sie und viele wie sie will nir Demokratie und den Respekt der Menschenrechte.

Trotz solcher Brutalitäten, gehen die Aufstände im Iran weiter und stürzen die Mullahs in eine außerordentliche Krise.

– Um ihr Gleichgewicht angesichts der Aufstände zu wahren, versuchen die Mullahs neue Krisen heraufzubeschwören.
– Sie intensivierten ihre Streben nach Nuklearwaffen.
– Sie erhöhten die Zahl der Zentrifugen und erreichen eine 20% Anreicherung ihres Urans.
– Die Mullahs brauchen Nuklearwaffen, um überleben zu können.

Teheran erhöhte ebenfalls seine Unterstützung für fundamentalistische Gruppen in der Region, um die Krise zu verschärfen. US Vertreter im Irak warnten vor kurzem vor der erhöhten Einmischung des iranischen Regimes und seiner destruktiven Rolle im Irak.

Liebe Freunde,
Viele Jahre näherte sich der Westen dem Regime auf einem flexiblen Weg. Aber jetzt wurde erkannt, dass das Regime nicht reformiert oder gar gezügelt werden kann.

Deshalb ist ein Austausch dieses Regimes dringend erforderlich für die Errlangung der Freiheit im Iran als ein Bewahrer von Frieden und Sicherheit in der Welt.

Terrorismus und Fundamentalismus sind nicht nur unsere Feinde; Dieses Phänomen ist der Feind der Menschheit und die Krisenherd in so manchen Teil dieser Welt.

Wie ich zuvor bereits sagte; die Wende wird nur durch das iranische Volk und ihren organisierten Widerstand durchgesetzt warden. Leider standen die westlichen Regierungen durch ihre Geschäfte und die Beschwichtigung Teherans an der Seite des iranischen Regimes.

Die Zeit ist nun für Europa gekommen,  um sich an die Seite des iranischen Volkes zu stellen.

Der zweite Sachverhalt, auf den ich mich beziehen möchte, ist der Umgang mit Ashraf, der Heimstatt von 3.400 Mitgliedern der wichtigsten irnaischen Widerstandsbewegung, die PMOI.

Obwohl sich Ashraf im Irak im Irak, 50 Meilen (ca. 80,5 km) von der iranischen Grenze befindet, können es die Mullahs nicht getrennt von den Aufständen im eigenen Land sehen. Ashraf ist eine Inspiration für den Kampf iranischer Frauen und der Jugend für Freiheit und Gleichheit.

Aus diesem Grund sehen die Mullahs in der Zerstörung Ashrafs eine Notwendigkeit, um die Aufstände abwürgen zu können.

Im Februar verlangte der Oberste Führer, Ali Khamenei vom irakischen Präsidenten und Premierminsiter, ein bilaterales Abkommen umzusetzen und Camp Ashraf so schnell wie möglich zu zerstören.

Im Juli vergangenen Jahres griff die irakische Regierung auf Geheiß der Mullahs Camp Ashraf an, ermordeten 11 und verwundeten 500.

In den letzten Monaten wurde der Druck auf Ashraf in Form einer menschenunwürdigen Blockade aufrecht erhalten.

Nach den Forderungen der Mullahs gab der irakische Premierministger seinerseits bekannt, dass er beabsichtige, die Bewohner von Ashraf in die Nähe der saudischen Grenze zu verlegen.

Diese Umsiedlung ist ein deutlicher Beweis, für den Versuch, erneut ein Massaker an den Bewohnern von Ashraf vorzubereiten.

Seit einem Monat bereiten die Mullahs die Entsendung von Einheiten der Qodsarmee vom Iran nach Ashraf vor, wo sie stationiert werden und öffentlich damit drohen sollen, dass der nächste blutige Angriff unmittelbar bevorstehe.

Ich muss daran erinnern, dass Amnesty International und seine weltweiten Büros seit Juli 67 Presserklärungen über die Lage in Ashraf veröffentlicht haben.

Am 1. März warnte Amnesty: „Irakische Sicherheitskräfte erschweren das Leben der Bewohner weiterhin.”

In den letzten beiden Jahren haben wir mehrfach davor gewarnt, dass eine Katastrophe im Anzug ist. Wenn die Warnungen erhört worden wären, hätten die Morde vom 28. und 29. Juli vermieden werden können.

Wenn die internationale Gemeinschaft nicht schnell handelt, steht eine noch größere menschliche Katastrophe als die im Juli unmittelbar bevor. Die Vereinten Nationen müssen bei der Garantie für die Sicherheit der Ashraf Bewohner eine aktivere Rolle übernehmen und keine Gewaltanwendung zulassen.

Außerdem bin ich hierher gekommen, um die Regierung und das Parlament von Finnland zu bitten, daran zu arbeiten, dass eine menschliche Katastrophe in Ashraf vermieden wird.

Ich bitte Sie und durch Sie die finnische Regierung, die Initiative zu ergreifen  und die Vereinten Nationen zu ermutigen, um die Verantwortlichkeit für den Schutz der Ashraf Bewohner zu übernehmen.

Die Unabhängigkeit und Neutraltität Finnlands in den vergangenen Jahren und sein Erbe als ein Verteidiger der Menschenrechte haben ihm eine ganz besondere Position eingeräumt: die humanitäre Initiative und die Unterstützung des iranischen Volksaufstandes ohne Berücksichtigung wirtschaftlicher und politischer Aspekte.

In der Tat versteht das Volk von Finnland die Tiefe unserer Qual und die Skala unserer Widerstandsbewegung, weil sie sich ebenfalls in einem erfolgreichen Widerstand gegen die Besatzung zur Wehr setzten. Der Name von Marshal Carl Gustaf Emil Mannerheim ruft noch immer Respekt hervor.

Ich danke Ihnen vielmals.