Saturday, December 3, 2022
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Rede von Frau Maryam Rajavi bei der Zusammenkunft iranischer Vereine für die Demokratie

  • Maryam Rajavi spricht vor der ersten globalen Zusammenkunft von Iranern in Paris, Februar 2014 
  • Text der Rede von Frau Rajavi, der gewählten Präsidentin des iranischen Widerstands, bei der Zusammenkunft iranischer Vereine für die Demokratie, die am 8. Februar 2014 in Paris stattfand  

Vor 35 Jahren, am 11. Februar 1979, stürzte das iranische Volk die diktatorische Monarchie. Doch Khomeini usurpierte die Revolution des Volkes und errichtete die religiöse Tyrannis. 

Das iranische Volk erhob sich und entwickelte einen umfassenden, beeindruckenden Widerstand, der bis heute überlebt. Während der vergangenen 35 Jahre wurde viel Blut vergossen – das Blut vieler Iraner, vieler Angehöriger des iranischen Widerstands. Sie haben viele Rückschläge hinnehmen müssen; der schwerste Schlag war der Mißbrauch ihres Vertrauens. Dennoch sehen Sie heute: Das iranische Volk verfügt über einen organisierten, mit sich einigen Widerstand, der voller Hoffnung ist. Daher sage ich meinen Landsleuten: Ihr könnt auf unsere Hoffnung, unsere Liebe und unseren Opfersinn bauen; ihr könnt auf diesen gewaltigen Schatz setzen und dürft sicher sein: Eine neue Revolution kündigt sich an. 

Liebe Freunde des Widerstands, 

sehr geehrte Damen und Herren – Vertreter iranischer Vereine und Gruppen, die Sie aus ganz Europa, aus den USA und aus Australien hierher gekommen sind, 

ich grüße Sie alle. 

Der 35. Jahrestag der gegen die Monarchie gerichteten Revolution rückt näher. Lasst uns daher an alle tapferen Frauen und Männer zurückdenken, die gelitten und Opfer dargebracht haben, um für das Volk in Ketten, das iranische Volk, die Freiheit zu erkämpfen. 

Wir wollen all denen unseren Dank und unseren Respekt bekunden, die die anti-monarchische Revolution vorbereitet haben: von Mohammad Hanifnejad, Said Mohsen und Ali Asghar Badizadehgan bis hin zu Bijan Jazani, Massoud Ahmadzadeh, Amir Parviz Pouyan und Shokrollah Paknejad. Wir grüßen die Avantgarde der Fedayin, die heute vor 43 Jahren das Epos „Siahkal“ verfasst haben. 

Heute ist auch der 32. Jahrestag der heroischen Geschichte, die von Ashraf Rajavi, Kommandant Moussa Khiabani und ihren Freunden verfasst wurde – am 8. Februar 1982. Ashraf, Moussa und ihre Kollegen spiegelten darin den Stolz, die Standhaftigkeit und die Tapferkeit einer Nation, die ihren Kampf fortsetzt. Sie sind die unvergänglichen Vorbilder für die ihnen Ergebenen – die gegenwärtigen Freiheitskämpfer der MEK, und für all jene, die auch in Zukunft die Hindernisse beiseite schaffen werden, die sich ihnen auf ihrem Weg zum Sieg und zur Freiheit entgegenstellen. 

In diesem Sinne sind die Heldinnen und Helden der MEK: Zohreh Ghaemi, Giti Givechian und ihre Kollegen (sie wurden am 1. September ermordet) zu Verkörperungen des Widerstands um der Freiheit willen geworden. 

Verehrte Gäste,

lassen Sie mich zu Beginn einige Grundwahrheiten des Widerstands des iranischen Volkes hervorheben: 

Trotz höchst brutaler, in der gegenwärtigen Welt einzig dastehender Formen der Unterdrückung hat sich das iranische Volk dem geistlichen Regime niemals ergeben. Drei Jahrzehnte lang haben die MEK und der iranische Widerstand der Diktatur widerstanden – darin liegt verdichtet die Weigerung des iranischen Volkes, sich zu ergeben. 

Historisch und politisch betrachtet, ist der Sturz der Velayat-e faqih und ihre Ersetzung durch die Volkssouveränität in jeder Hinsicht unbedingt geboten. Denn dies Regime befindet sich mit dem Prinzip der Volkssouveränität zutiefst im Krieg. Das Regime besitzt nicht die geringste Legitimation. Sämtliche Wahlen zum Parlament, sämtliche Präsidentenwahlen waren unter diesem Regime bloße Spektakel der Kandidaten, die zur Velayat-e faqih halten. Alle diese Kandidaten haben bei allen Verbrechen dieses Regimes ihre Rolle gespielt. 

Das geistliche Regime ist seinem Sturz nahe; es befindet sich im Endstadium. Ein grundlegender Wandel ist in Sicht. Die Tatsache, dass Khamenei die Präsidentschaft eines Mullahs akzeptiert, der zu einer rivalisierenden Fraktion gehört, ist kein Zeichen von Milderung und Mäßigung – ebenso wenig wie seine Unterschrift unter der Genfer Nuklearvereinbarung. Beide Tatsachen sind für das Regime in seinem Endstadium eine schiere Notwendigkeit. 

Seit dem Amtsantritt des Mullahs Rohani im vergangenen Sommer haben sowohl die Erhängungen im Iran als auch die brutalen Überfälle auf die Freiheitskämpfer der MEK in Ashraf und Liberty zugenommen. Auch die unmenschliche Kriegstreiberei des iranischen Regimes in Syrien hat neue Dimensionen erreicht – ebenso wie seine Verbrechen und Übertretungen im Irak. Mit allen diesen Handlungen versucht das geistliche Regime, die tiefe gesellschaftliche Entzauberung im Iran zu zügeln und seinem Sturz zu entgehen. 

Wenn die herrschenden Mullahs die Nuklearvereinbarung vollständig einhalten und die notwendigen nächsten Schritte einschlagen würden, so würde es bedeuten, dass sie den Zusammenbruch ihres Regimes erkannt hätten. Wenn sie sich aber nicht so verhalten, werden neue Herausforderungen, neue Verwirrung auf sie zukommen. Daher sagen wir ihnen: Trinken Sie diesen Kelch aus bis zur Neige. 

Gegenüber den westlichen Regierungen, die bei den Nuklearverhandlungen das Zurückweichen um einen Schritt akzeptiert haben, anstatt auf der vollständigen Enthüllung der Nuklearanlagen des Regimes zu bestehen, wollen wir betonen: 

Erstens: Zwingen Sie die Mullahs, unangekündigte Inspektionen zu akzeptieren, damit Sie sicher sein können, dass die Mullahs niemals einen Zugriff auf Atomwaffen bekommen werden! 

Zweitens: Zwingen Sie sie, Folter und Hinrichtungen im Iran zu beenden. Machen Sie keine Geschäfte, bei denen die Rechte des iranischen Volkes preisgegeben werden! 

Und drittens: Vertreiben Sie das iranische Regime aus Syrien, dem Irak und Libanon. Vernichten Sie die Instrumente der Mullahs zu Kriegshetze und Terrorismus in der Region! 

Liebe Freunde, 

die gegen die Monarchie gerichtete Revolution im Iran gehört zu den größten Ereignissen des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Revolution eignet sich für die demokratischen Bewegungen der Region als Vorbild. Doch die monströseste, destruktivste, reaktionärste Macht der iranischen Geschichte – Khomeini und seine Komplizen – ließ sich von der Revolution an die Macht bringen, beutete die religiösen Empfindungen des muslimischen Volkes aus und versuchte, unter dem Banner des Islam ein böses Reich zu errichten. Mit voller Unterstützung und unter direkter Leitung des Regimes entwickelte sich der Fundamentalismus zu der größten Bedrohung der Region und empfahl sich als Alternative zu den existierenden Diktaturen. So kam es dazu, dass die Völker der Region sich zu entscheiden hatten, ob sie weiterhin in der Diktatur gefangen bleiben oder sich dem bösen Joch des Fundamentalismus und Terrorismus beugen wollten. 

Die expansionistischen Bestrebungen und die zum Krieg treibenden Ziele dienten auch dazu, das Überleben des geistlichen Regimes zu sichern, das nicht über die geringsten Mittel verfügt, die notwendig wären, den Bedürfnissen der iranischen Gesellschaft zu entsprechen. 

In unserem Lande warnte seit dem Beginn der Herrschaft Khomeinis der Anführer des iranischen Widerstands, Massoud Rajavi: Die größte Bedrohung der iranischen Revolution geht von den religiösen, reaktionären Kräften aus. Dabei unterstrich er die unüberbrückbare Kluft zwischen dem wahren, demokratischen Islam und den reaktionären Behauptungen der Mullahs, die sie zu Unrecht als Islam ausgeben. 

Daher nahm die MEK (die „Organisation der Volksmujahedin des Iran – PMOI“) in der Aufklärung des Volkes und seinem Streben nach raschem Abschied vom herrschenden Regime eine profilierte Rolle ein. Die Volksmujahedin haben die religiöse Diktatur daran gehindert, ihren Traum von der Errichtung eines islamischen Reiches zu verwirklichen. 

In den vergangenen drei Jahren waren die Mullahs nicht in der Lage, den aufständischen Völkern in Tunesien, Ägypten, Libyen und anderen Ländern ihr reaktionäres Modell zu oktroyieren. Dabei versteht sich, dass das iranische Regime seine Einmischung umfassend fortsetzt. 

Daher besteht heute in der Region ein bedeutender Konflikt, eine tiefe Kluft zwischen Fundamentalismus und Demokratie. 

Es ist zu bedauern, dass die Westmächte sich bei den jüngsten Entwicklungen der Region weithin an die Seite der reaktionären fundamentalistischen Kräfte gestellt haben, ebenso wie sie in den vergangenen zwanzig Jahren mit den Diktatoren und den reaktionären Mullahs im Iran paktierten, seitdem sie die gegen die nationalistische Regierung von Dr. Mossadegh gerichteten Bewegungen unterstützten. Im Irak und in Ägypten haben sie sich, indem sie mit einem vergifteten Konzept von Demokratie liebäugelten, in dasselbe Lager begeben wie das iranische Regime; sie haben die undemokratischsten Kräfte unterstützt. In Syrien haben sie die herrschende Diktatur trotz aller ihrer Verbrechen praktisch akzeptiert. 

Ja, unsere Region entrichtet weiterhin für seine Konfrontation mit der Herrschaft der Reaktionäre einen hohen Preis. 

Dennoch ist es zweifellos durch die gut informierten Völker in diesem Teil der Welt zu einem großen Frühling, einer Renaissance des Kampfs gegen den Fundamentalismus gekommen. Wir begrüßen diese Renaissance und heißen sie mit offenen Armen willkommen. 

Verehrte Gäste, 

seit 35 Jahren ist das Velayat-e faqih, das unsere Heimat beherrscht, eine nicht endende Geschichte von Katastrophen: 

Im Jahre 1988 wurden 120 000 der tapfersten Kinder des iranischen Volkes hingerichtet, darunter 30 000 politische Gefangene. 

Hunderttausende politische Gefangene wurden gefoltert. 

Die so genannten Kettenmorde haben Schriftsteller und Journalisten das Leben gekostet. 

Hunderte von Dissidenten wurden im Ausland ermordet. 

Während der vergangenen drei Jahrzehnte haben die Mullahs den Iran zu einem Land gemacht, 

dessen Hinrichtungsrate die höchste der Welt ist, 

in dem die Meinungs- und die Pressefreiheit am massivsten unterdrückt wird, 

in dem die Inflationsrate die höchste der Welt ist, 

das das korrupteste Finanzsystem und die korrupteste Bürokratie der Welt besitzt, 

zu dessen Städten einige der am meisten verschmutzten der Welt gehören, 

in dem 10 Millionen Menschen arbeitslos sind und 50 Millionen unter der Armutsgrenze leben 

und in dem jeden Abend mindestens vier Millionen Menschen hungrig zu Bett gehen und sechs Millionen von Drogen abhängig sind. 

Wir sind aber nicht hierher gekommen, um nur über diese äußerst bitteren Zustände zu sprechen. Wir wollen auch über die Änderungen sprechen, die in Reichweite liegen. 

Es ist unsere Aufgabe, diese Verhältnisse zu ändern und eine Zukunft, eine Hoffnung zu schaffen, die in die tiefe Finsternis hineinleuchtet. 

Liebe Freunde,

alles, was wir zu sagen haben, läßt sich in zwei fundamentalen Wahrheiten zusammenfassen: 

Erstens: Das iranische Regime ist besiegt; es ist in jeder Hinsicht am Ende seiner Kräfte. 

Und zweitens: trotz aller Repression, trotz aller Morde haben sich das iranische Volk und sein Widerstand diesem Regime nicht einen Tag lang ergeben. Sie haben weder die Kultur des Regimes akzeptiert noch seine reaktionäre Religion und Tradition. 

Der iranische Widerstand verdankt seine entschiedene Weigerung, sich zu ergeben, seine Ausdauer und sein Vorwärtskommen in den letzten 35 Jahren der Tatsache, dass Massoud Rajavi von vornherein die folgenden Punkte betont hat: 

Erstens: Die Hauptsorge sind im Iran die Freiheit und der Kampf gegen autoritäre Strukturen und Diktatur – nicht aber Khomeinis trügerische Propaganda gegen den Imperialismus. 

Zweitens: Massoud Rajavi hat Khomeini und das Velayat-e faqih zum Hauptfeind des Iran und den Sturz dieses Regimes zum Hauptziel erklärt. 

Auch stellte er die reaktionären Handlungsweisen, die Brutalität und den Rückschritt, der sich hier Islam nennt, bloß und setzte das Banner eines demokratischen Islam an ihre Stelle. So kam es zur Gründung des Nationalen Widerstandsrates – gegenüber dem religiösen Faschismus, der den Iran beherrscht. 

Und last but not least: Massoud Rajavi unterstrich die Bedeutung der Gleichberechtigung der Geschlechter und die Notwendigkeit, dass Frauen an der Leitung der Gesellschaft teilnehmen, da er ihre progressive Kraft erkannte, eine Kraft, die heute für die Ausdauer des Kampfes und den Sturz des Regimes den Ausschlag gibt und morgen für wahre Freiheit und Demokratie einstehen wird. 

Auf diese Weise wurde eine gebildete Generation geboren, die zu Opfern bereit ist. Sie entwickelte sich zu der am besten entwickelten Kraft der iranischen Geschichte und stellt für die Nation einen großen Schatz dar. 

Sehen Sie auf die aufrichtigen, opferbereiten Gesichter dieser Frauen und Männer und auf den Weg, den sie der Freiheit des Iran und seines Volkes geebnet haben. 

Sehen Sie auf die angstgetriebenen, verworrenen Behauptungen der Kommandeure des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Regimes, die in der Ausdauer der Bürger von Ashraf die Nachtmahr ihres Sturzes, ihrer „Operation Ewiges Licht“ erkennen. 

Sehen Sie, wie sich die Botschaft von Ashraf in der gefesselten Heimat verbreitet, und wie sie trotz Repression und Hinrichtungswelle in den Gefängnissen des iranischen Regimes widerhallt. 

Sehen Sie auf die globale Kampagne und den 180 Tage währenden Hungerstreik der Bürger von Ashraf und ihrer Landsleute in aller Welt. 

All dies zeigt: Im Kampf gegen das unmenschliche Regime und den religiösen Faschismus ist eine Bewegung erblüht und stark geworden, die tief in der iranischen Gesellschaft verwurzelt ist. Sie reicht in alle Welt und schließt verschiedene gesellschaftliche Schichten und alle ethnischen Minderheiten des Iran ein, die sich um das Ideal der Freiheit versammeln. Indem ihre Mitglieder ihrem Führer und Lehrer folgen, heiligen sie die Einheit und Solidarität, während sie das Streben nach Macht und persönlichem Profit verachten. Sie versprechen menschliche Beziehungen, die in Transparenz, Freiheit und Gleichheit verwurzelt sind. 

Liebe Freunde, 

wäre das iranische Volk nicht bereit und bestrebt, das Regime Velayat-e faqih zu stürzen, hätte Ashraf die Belagerung durch zwei Diktaturen nicht überstehen und die Dolchstöße von Verrat und gebrochenen Versprechen, die internationale Körperschaften ihm versetzt haben, nicht ertragen können. 

In diesen Jahren hat Europa und haben besonders die USA dem Regime den größten Ansporn zugeführt, indem sie sich an der Unterdrückung des Widerstandes beteiligten. 

Sie bombardierten die Nationale Befreiungsarmee, die den bewaffneten Kampf aufgab, sie bemühten sich anhaltend, die MEK (PMOI) zu zerbrechen, sie übertrugen der Marionettenregierung des iranischen Regimes im Irak den Schutz von Ashraf, sie leisteten Beihilfe zur Verschleppung der Bewohner aus Ashraf und sie brachen immer wieder ihr Versprechen, die Bewohner von Ashraf zu schützen: mit all diesem haben sie das iranische Regime in seinem Handeln bekräftigt. 

Die Vereinten Nationen haben in ihrer Behandlung von Ashraf und Liberty eine noch nie dagewesene Erbschaft gebrochener Versprechen hinterlassen, haben internationale Verträge mit verheerenden Folgen missachtet. Sieht man auf die sechs Massaker, die in den letzten fünf Jahren in Ashraf und Liberty verübt wurden, stellt man mit Schrecken fest, dass die Vereinten Nationen nicht eins dieser Verbrechen unabhängig untersucht haben. Zu dem allen kommt hinzu, dass die UNO mit Hilfe voreingenommener und verfälschter Berichte, die der frühere Chef der UNAMI geliefert hat, vor den Verbrechen der irakischen Regierung und des iranischen Regimes praktisch die Augen geschlossen und damit weiteren Angriffen den Weg geebnet hat. 

Ihr alle wisst, dass im Laufe dieser verbrecherischen Angriffe 116 Menschen den Märtyrertod starben, dass dabei 1375 Menschen verwundet und sieben als Geiseln genommen wurden. Achtzehn Bewohner kamen durch die unmenschliche medizinische Blockade ums Leben. 

Dass die Bewohner von Ashraf all dies getan, alle diese Verbrechen aus freiem Entschluss ertragen haben, liegt nur in einem begründet: Sie haben sich dafür entschieden, in einer entsetzlichen Umgebung zu verharren und zu kämpfen. 

Darum ist auch nur ein Schritt, den die Bewohner von Ashraf tun, das verbindlichste Beispiel für jeden Schritt, der das iranische Volk seiner Freiheit näher bringt. 

Demgemäß rufen wir die internationale Gemeinschaft auf, für die sofortige Freilassung der Geiseln von Ashraf einzutreten, alle Mitglieder der MEK (PMOI), die in Camp Liberty leben, zeitweilig in die Vereinigten Staaten oder nach Europa umzusiedeln, das dringendste Sicherheitsbedürfnis der Bewohner von Liberty zu erfüllen und sie vor Raketenangriffen zu schützen, ein Team von UN-Beobachtern rund um die Uhr in Liberty zu stationieren, desgleichen eine Einheit von Blauhelmen. Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf, die Untersuchung des Massakers von Ashraf vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Wir verlangen, dass dem rechtlichen Vertreter der Bewohner eingeräumt wird, ihr in Ashraf verbliebenes Eigentum zu verkaufen. 

Diese Forderungen entsprechen den Rechten der Freiheitskämpfer der MEK. Wenn wir auf ihnen bestehen, treten wir für das Recht des iranischen Volkes auf Widerstand ein. 

Liebe Freunde, 

eine andere Seite der weiten Verbreitung und tiefen Verwurzelung des iranischen Widerstandes ist die organisierte Bewegung freiheitsliebender Iraner in aller Welt. Heute sind Beauftragte und Vertreter von 302 iranischen Vereinen und Gesellschaften, die den iranischen Widerstand unterstützen, hier versammelt. In ihrer Vielfalt und Verschiedenheit an ethnischer Zugehörigkeit, an Berufen, an Bildung und Alter ist die Versammlung ein Mikrokosmos der iranischen Gesellschaft als ganzer. 

In ihrem Glauben an das Ideal der Freiheit sind sie aber alle vereint und eines Sinnes und ich bin tief erfreut, an eurer Versammlung teilzunehmen. 

In den vergangenen drei Jahrzehnten habt ihr durch eure Ausdauer, eure vorbehaltlosen Opfer und durch eure Achtung des Antagonismus zwischen dem Widerstand und dem Regime in seiner Gesamtheit einen Kampf nach dem anderen gewonnen. 

Ihr könnt stolz sein auf eure Entschlossenheit und euren Einsatz. Damit habt ihr immer wieder die Welt dazu gebracht, Ashraf und Liberty die nötige Hilfe zu geben. Ihr seid zur Stimme der Bewohner geworden. 

Immer wieder seid ihr aufgestanden und habt die Menschenrechte im Iran und die Erhebung eurer Landsleute verteidigt. 

Ihr tragt die beträchtliche finanzielle Last dieser Bewegung, ihr finanziert die tausenden Versammlungen, sit-ins, Protestaktionen und die ganze Vielfalt an anderen politischen Aktionen, ihr bezahlt ihre angemessene Darstellung in den Medien. 

Ihr habt schon gezeigt, dass ein freiheitsliebender, patriotischer Iran eine wesentliche Rolle im Kampf um den Sturz der religiösen Tyrannei spielen kann. Glück und Segen euch allen. 

Schließlich muss ich an den herrlichen Kampfgeist des iranischen Volkes erinnern, der sich in seinen Erhebungen und Protesten gegen das Regime kundtut. 

Denken wir an die große Demonstration vom 20. Juni 1980 und die Erhebung vom 27. September, die vor über zwanzig Jahren in Boukan, Zanjan, Arak, Eslamschahr und Mashhad stattfand, an die Studentenrevolte vom 8. Juli 1999 und die großen Unruhen 2009 und 2010, an die täglich erneuerten Proteste von Arbeitern, Studenten, Bauern und anderen Teilen der iranischen Gesellschaft. 

Ja, das sind die verschiedenen Gesichter dieses großartigen Widerstandes. 

Ganz in gleicher Weise drücken die politischen Gefangenen mit ihrem Standhalten, ihrer bezeugten Solidarität, ihrer Tapferkeit und ihrem Widerstand gegen die Politik des Regimes, das sie alle nach und nach umbringen will, das Verlangen des iranischen Volkes nach Freiheit aus. Und es wird die Freiheit erringen. 

In den zurückliegenden Wochen hat sich der Freiheitskampf des iranischen Volkes auch von einer anderen Seite gezeigt, nämlich in der hellleuchtenden Gegenwart und Solidarität der Menschen, die Sima-e Azadi und National Iran TV unterstützt haben. Dieser Ausdruck der Unterstützung, an dem die finanzielle Unabhängigkeit des iranischen Widerstandes zu einem kleinen Teil deutlich wird, hat auch die Gefühle, die Liebe des iranischen Volkes für die Freiheit und die um Freiheit kämpfende MEK überreichlich erwiesen. Die finanzielle Unterstützung stellt dieses Gefühl nur zu einem Teil dar. 

Es ist ein großer Regenbogen so vieler Teile der Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnen. Sie leben überall im Iran, sind über die ganze Welt verstreut. Sie geben ihre ganze Liebe den Pionieren der Freiheit im Iran. Dies ist eure Antwort an den Obersten Führer des Regimes, der den iranischen Widerstand nicht vernichten und das Regime nicht vor seinem schicksalhaften Untergang retten kann. 

Hochgeehrte Gäste, 

liebe Landsleute, 

am Jahrestag der Revolution gegen die Diktatur des Monarchen erneuern wir im Namen des iranischen Widerstandes unser Gelöbnis dem iranischen Volk gegenüber. Es ist das Gelöbnis, dass wir nach Freiheit, Demokratie und Gleichheit streben. Das Gelöbnis, die Träume der Märtyrer zu erfüllen, aller derer, die gelitten haben, aller Unterdrückten. 

Unser Weg zur Erfüllung der Forderungen des iranischen Volkes ist der Kampf um den Sturz des geistlichen Regimes, ein Kampf an allen Fronten. 

Unsere Ziele sind: Freiheit, Demokratie, Gleichheit und die Errichtung einer Republik, die auf der Trennung von Staat und Kirche basiert. 

Auf diesem Weg zeigen wir deutlich unsere Abgrenzung von dem Regime als ganzen und wir betonen unsere Solidarität mit allen, die auf dem Sturz des Regimes bestehen. 

Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) ist seinerzeit zu dem Zweck gegründet worden, das Regime des Velayat-e faqih zu stürzen. 

Macht und Regierungsbefugnis gehören in die Hände einer Republik freier Iraner. Das einzige Kriterium ihrer Legitimität wird die freie, direkte, gleiche und geheime Wahl sein, an der alle Iraner teilnehmen. 

Das geistliche Regime hat die Souveränität des iranischen Volkes, sein entscheidendes Recht, mit Gewalt an sich gezogen und verletzt dieses Recht. 

Nach dem ersten Artikel der Plattform des NWRI hat die provisorische Regierung, die aus dem Widerstand erwächst, die „einzige Aufgabe, dem iranischen Volk die Macht zu übertragen“. 

Diese Pflicht soll am Ende einer höchstens sechs Monate dauernden Übergangsperiode erfüllt sein, die dem Sturz des geistlichen Regimes folgt. Die Übergangsperiode wird beendet werden mit freien, direkten, gleichen und geheimen Wahlen, an denen das iranische Volk ohne Unterschiede teilnehmen wird. 

Sobald die Nationalversammlung gebildet ist und sich bereit erklärt hat, ihre Verantwortung und ihre Pflichten zu erfüllen, wird die provisorische Regierung vor der Nationalversammlung ihren Rücktritt erklären. 

Wir glauben: 

Das iranische Volk muss in den Genuss aller Rechte kommen, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderen internationalen Verträgen und Abkommen niedergelegt sind, darunter im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, im Internationalen Abkommen gegen die Folter und in der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. 

Vor dreißig Jahren verabschiedete der NWRI einen Plan für die Autonomie von Iranisch-Kurdistan, in dem festgehalten wird, dass allen Nationalitäten und ethnischen Gruppen im Iran gleiche Rechte und Chancen zustehen. Jedermann wird das Recht haben, in seiner Muttersprache erzogen zu werden. 

Ich möchte noch die folgenden Pflichten der provisorischen Regierung darlegen, die sie am Tage, an dem das Mullahregime gestürzt wird, übernehmen wird: 

die Aufhebung und Abschaffung aller Zwangsmaßnahmen und aller Formen von Diskriminierung, mit denen das geistliche Regime die iranischen Frauen unterdrückt, einschließlich des Verbots, ihre Beschäftigung und ihre Kleidung frei zu wählen; 

die Anerkennung völliger Gleichheit der Geschlechter bei der Wahrnehmung sozialer, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Rechte; 

die Anerkennung individueller und kollektiver Rechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt sind; 

soziale Rechte wie Versammlungsfreiheit, Freiheit des Denkens und der Rede, Pressefreiheit, die Freiheit, Parteien, Gewerkschaften und religiöse Körperschaften zu bilden sowie die Freiheit der Religionswahl; 

die Freiheit der Beschäftigung und die Verhinderung jeder Verletzung individueller und kollektiver Rechte und Freiheiten. 

Ja, wir streben ein Gesellschaftshaus an, in dem freie Beziehungen herrschen, ein Haus, dessen Steine durch die freie Wahl, die alle Iraner ausüben, gefestigt sind. 

Um diese Ziele zu erreichen, rufe ich alle meine Landsleute auf, um den Sturz des Regimes des Velayat-e faqih zu kämpfen und sich zu erheben. 

Wie ich wiederholt betont habe, streben wir nicht danach, die Macht zu übernehmen. Unser Ziel ist es, die Souveränität auf das iranische Volk zu übertragen. Wir wollen, dass das Volk des Iran die größte Macht des Menschen, das Recht auf freie Wahl genießt. 

Souveränität und Freiheit der Wahl sind Rechte, die das iranische Volk verdient und erhalten muss. So wird es geschehen. 

Glück und Segen der Freiheit! 

Glück und Segen den Menschen des Iran! 

Glück und Segen euch allen!