Saturday, December 3, 2022
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Arba‘een und das Mullah-Regime

In der nächsten Woche wird Arba‘een gefeiert werden – nach Ashura die zweit-heiligste religiöse Zeremonie der schiitischen Muslime. Das iranische Regime plant dies Ereignis seit einem Jahr. Es hat alle seine offiziellen Medien-Organe mobilisiert, um aus Arba‘een ein religiöses Ritual von Gnaden der Mullahs zu machen.

Das geistliche Regime gibt vor, in den vergangenen zwei Wochen sei im Iran nichts geschehen; dabei wurden 180 Iraker getötet und 7000 verletzt – im wesentlichen durch Hilfstruppen des Teheraner Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Der Widerwille, den das irakische Volk dem IRGC und dem iranischen Regime – besonders in den schiitischen Provinzen – entgegensetzt, ist erheblich und weit verbreitet.

Das Mullah-Regime gibt für seine Maskeraden reichlich Geld aus; dabei ursurpiert es den Namen des Dritten Schiitischen Imam. Zugleich zerfällt die iranische Wirtschaft. Die durchschnittlichen Bewohner des Iran leiden an Arbeitslosigkeit, beträchtlicher Inflation, Armut sowie schwindelerregend hohen Preisen für die wesentlichen Bedarfsgüter und Dienstleistungen. Der Preis eines Laibes Brot hat sich zum Beispiel um 50% gesteigert. Dabei gehört Brot zum Zentrum der iranischen Ernährung.

Die „Operation Arba‘een“ des iranischen Regimes

Die Mullahs geben für ihr Arba‘een-Projekt Milliarden Dollars aus. Die höchsten Funktionäre räumen dabei ein, daß es keinen religiösen Charakter hat. Die Spitzenbläser des IRGC und andere Funktionäre sprechen von „der Operation Arba‘een“ – nicht als einem religiösen Ereignis. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Schwächen in den Rängen des IRGC dem Regime große Sorgen machen. Der Höchste Führer der Mullahs, Ali Khamenei, räumte am 2. Oktober in einer Rede vor hochrangigen Offizieren des IRGC ein: „Desertion breitet sich aus; sie ist nicht auf das IRGC beschränkt.“ Daher dient die Zeremonie auch dem Zweck, die Moral des besagten Corps zu stärken.

Man muß beachten, daß das Mullah-Regime durch die Doktrin der Velayat-e Faqih (der absoluten religiösen Herrschaft) legitimiert wird; die Folge sind umfassende Repression im Lande und Export des Terrorismus ins Ausland. Khomeini hat einmal gesagt: Wenn der „Islam“ sich auf das Gebiet des Iran beschränken würde, so würde (das Regime) vergehen. Erstes Ziel und Stop der Ausbreitung der Hegemonie in der Region war der Irak. Vom ersten Tage an hatte das IRGC einen zweifachen Auftrag: die Repression der Bürger im Lande und den Export des Terrorismus ins Ausland. Doch der mittelfristige Plan besteht darin, der Quds-Truppe des IRGC im Irak eine stabile Basis zu verschaffen. In diesem Zusammenhang zeigt sich der Zweck der Milliarden, die Teheran für die Operation Arba‘een ausgibt. Vor allem handelt es sich dabei um eine Sicherheits-Maßnahme. Das Ausmaß der für das Projekt Arba‘een ausgegebenen Gelder kann mit dem größerer Militär-Operationen verglichen werden.

Die Präsenz der Quds-Truppe im Irak im Zusammenhang mit dem Arba‘een-Projekt wurde von dem Sprecher des IRGC, Brigadegeneral Ramazan Sharif, eindeutig bestätigt: Die Quds-Truppe „&#39“ (?) wird anwesend sein. Am 12. Oktober sagte er in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur „Mehr“: „Die Quds-Truppe des IRGC, die irakische Polizei und Hashd-al-Shabi (Einsatztruppen) werden für den Schutz der (iranischen) Pilger verantwortlich sein.“

Dann fuhr er fort: „Das IRGC wird in verschiedenen Gebieten tätig sein – vor allem beim Aufbau von Infrastrukturen wie Parkhäusern und Straßen … auf der Grundlage von unterzeichneten Vereinbarungen mit Funktionären dreier irakischer Provinzen. (Diese Provinzen liegen an den Pilger-Wegen.)“

Der Bau von Infrastruktur in einem anderen Lande ist nur für Besetzungsunternehmen von Bedeutung. Schon seit Jahren hält die geheime Besetzung des Irak durch das IRGC an. Das Mullah-Regime hat sich nun dazu entschieden, sie öffentlich bekannt zu geben – aufgrund seiner Schwäche und seines verzweifelten Versuchs, die Moral der einheimischen Truppen zu stärken.

Die Diplomaten des iranischen Regimes sind nicht Angestellte seines Außenministeriums im Irak. Es sind Mitglieder der Quds-Truppe. Schlüsselfigur ist der gegenwärtige Botschafter des iranischen Regimes im Irak, Brigadegeneral Iraj Masjedi, ehemaliger ranghoher Offizier der Quds-Truppe, der an vielen Terror-Operationen beteiligt war. Auch die Konsulate des Regimes in Basra, Karbala, Najaf, Erbil und Sulaymaniyah werden von langjährigen Offizieren der Quds-Truppe geleitet.

Die aktive Beteiligung der Quds-Truppe an der Unterdrückung des gegenwärtigen Aufstands des irakischen Volkes liegt am Tage. Viele irakische Politiker haben gegen die Rolle protestiert, die das Regime während der Ereignisse der vorigen Woche im Irak gespielt hat. Sie erklärten, Dutzende Demonstranten seien von iranischen Scharfschützen getötet worden.

Arba‘een nimmt in den Herzen vieler iranischer und irakischer Gläubiger einen besonderen Platz ein. Doch seit dem Beginn des fundamentalistischen Mullah-Regimes im Iran wird es manipuliert und ausgebeutet.