Friday, January 27, 2023
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Das iranische Regime hilft im jemenitischen Krieg den Huthi-Terroristen

Nach einem Bericht von Reuters sendet der Iran der jemenitischen Bewegung der Huthi-Rebellen hoch entwickelte Waffen und Militärberater; er steigert die Hilfe für seine schiitischen Verbündeten in einem Bürgerkrieg, dessen Ergebnis nach regionalen und westlichen Quellen das Machtgleichgewicht im Mittleren Osten zerstören könnte.

Saudi-Arabien, der Feind des Iran, leitet in ärmlichem Zustand an der Spitze der arabischen Halbinsel eine arabisch-sunnitische Koalition gegen die Huthis; diese Auseinandersetzung gehört zu dem die Region beherrschenden Machtkampf, der auch den Krieg in Syrien schürt.

Quellen, die von den militärischen Operationen wissen, aber nicht genannt werden wollen, erklären, in den zurückliegenden Monaten habe die Bedeutung des Iran in dem bereits zwei Jahre anhaltenden Konflikt dadurch zugenommen, dass er die Lieferung von Waffen und andere Hilfe gesteigert habe. So wiederholt sich die Strategie, die der Iran angenommen hatte, um seinem libanesischen Verbündeten, der Hisbollah, in Syrien zu helfen.

Ein hoher iranischer Funktionär erklärte, Generalmajor Qassem Soleimani, der Kommandeur der Quds-Truppe – des im Ausland agierenden Arms der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) – sei im vorigen Monat in Teheran mit den höchsten Funktionären des IRGC zusammengetroffen, um zu prüfen, wie man die Macht der Huthis stärken könne.

„Bei dieser Zusammenkunft“, so der Funktionär, „stimmten sie darin überein, dass sie die Hilfe durch Ausbildung, Waffen und finanzielle Unterstützung vermehren wollen.“

„Im Jemen findet ein wirklicher Stellvertreterkrieg statt. Der Sieg in diesem Krieg wird zu einer neuen Definition des Machtgleichgewichts im Mittleren Osten beitragen.“

Der Iran weist die Anschuldigungen Saudi-Arabiens zurück, er leiste den Huthis in dem Kampf um den Jemen finanzielle und militärische Hilfe, und macht Riad für die sich verschärfende Krise verantwortlich.

Doch darin, was der Iran im Jemen tut, scheint sich der zunehmende Einfluß der Teheraner Hardliner zu spiegeln. Sie bemühen sich, der von US-Präsident Donald Trump angekündigten härteren Iran-Politik zuvorzukommen.

Brigadegeneral Ahmed Asseri, der Sprecher der gegen die Huthis kämpfende arabische Koalition, sagte gegenüber Reuters: „Es fehlt uns nicht an Beweisen, dass die Iraner auf verschiedene Weisen Waffen in das Gebiet schmuggeln.“

„Wir beobachten, dass sich die Anti-Panzer-Rakete des Typs Kornet vor Ort befindet, die früher weder in der jemenitischen Armee noch bei den Huthis vorhanden war. Sie kam erst später.“

Ein Anführer der Huthis sagte, der Vorwurf der Koalition, der Iran schmuggle Waffen in den Jemen, sei nur ein Vorwand, um das Scheitern Saudi-Arabiens in seinem Bemühen zu vertuschen, sich in einem schwierigen Krieg zu behaupten, in dem schon mindestens 10 000 Menschen getötet worden seien.

„Die Saudis wollen ihr Versagen nicht zugeben; daher erfinden sie falsche Rechtfertigungen … nach zwei Jahren einer Aggression, an der auch die Vereinigten Staaten und Großbritannien beteiligt sind“ – so der Anführer der Huthis, der nicht genannt werden wollte, gegenüber Reuters.

Die Tätigkeit des Iran im Mittleren Osten alarmiert die arabisch-sunnitischen Länder; ein hoher Funktionär eines der Nachbarländer sagte: „Wir wollen, dass der Iran mit der Verbreitung der schiitischen Lehre in der Region aufhört – sei es im Jemen oder anderswo.“

Im Jahre 2015 intervenierte Saudi-Arabien in dem jemenitischen Bürgerkrieg, um Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi zu unterstützen, nachdem er von den Huthis aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war. Der größte Teil des Territoriums des Jemen – vor allem der Süden und Osten – wird von Regierungstruppen gehalten; die Huthis hingegen kontrollieren die meisten Zentren der Bevölkerung im Nordwesten, darunter Sanaa.

Ein ehemaliger hoher iranischer Sicherheitsfunktionär sagte, die Hardliner, die den Iran beherrschen, planten eine weitere Stärkung der Huthi-Miliz im Jemen, „um in der Region die Oberhand zu gewinnen“.

„Sie planen“ – so der frühere Funktionär – „im Jemen die Bildung einer der Hisbollah ähnlichen Miliz. Um der feindseligen Politik Riads entgegenzutreten, … muss der Iran alle seine Trümpfe einsetzen.“

Ein westlicher Diplomat im Mittleren Osten stimmt damit überein: „Der Iran versucht schon seit langem, Teile der Huthi-Miliz im Jemen zu einer zerstörerischen Kraft auszubauen.“

„Damit will ich nicht sagen, dass die Huthis zur Hisbollah gehören, aber sie müssen es auch gar nicht, um die Ziele des Iran zu erreichen – Umzingelung der Saudis, Ausdehnung von Macht und Einfluss in der Region und Entwicklung von ungewöhnlichen Druckmitteln.“

VORRÄTE WERDEN ZU SCHIFF TRANSPORTIER

Quellen besagen, dass der Iran Dinge per Schiff in den Jemen bringt – entweder direkt oder über Somalia; er umgeht die Anstrengungen der Koalition, Schiffs-Transporte zu verhindern.

Westliche Quellen sagen: Wenn die Schiffe einmal in der Region ankommen, werden ihre Ladungen in kleinen Fischerbooten weiter transportiert; man kann sie kaum ausmachen, denn Fischerboote sind in diesen Gewässern üblich.

Zu den bevorzugten Gebieten gehören Fischerbuchten in der Umgebung des Hafens Mukalla; allerdings braucht man dort auch illegal einreisende Männer, die zu der langen, riskanten Reise in die von den Huthis kontrollierten Gebiete fähig sind.

Die Koalition hat im vorigen Jahr al-Qaida aus der Gegend ausgewiesen, kann aber dennoch – nach Aussagen solcher, die mit diesen Gewässern vertraut sind – den Schmuggel von Waffen und Personen nicht verhindern.

General Asseri von der arabischen Koalition räumte die Schwierigkeiten ein, die die Kontrolle einer 2.700 km langen Küste um den Jemen mit sich bringt.

„Man kann eine so lange Küste nicht beobachten, auch wenn man dazu alle Flotten der Welt zur Verfügung hätte“, sagte er. „Wenn wir diese kleinen Boote aufhalten, beeinträchtigen wir die Arbeit der normalen Fischer.“

Von September 2015 bis März 2016 haben die französische und die australische Marine des Öfteren Waffen aufgebracht, die nach Auskunft von Funktionären höchstwahrscheinlich für die Huthis bestimmt waren.

Ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums sagte, der Schmuggel iranischer Waffen werde seit dem März des vergangenen Jahres fortgesetzt, als die Beschlagnahmen aufhörten. Dazu gehören Langstreckenraketen, die Ziele in Saudi-Arabien erreichen können.

„Man kann nicht plausibel erklären, wie diese Waffen ohne Hilfe von außen in Saudi-Arabien erscheinen können,“ sagte der amerikanische Funktionär.

Nic Jenzen-Jones, Waffenspezialist und Direktor des Dienstes zur Erforschung von Waffen, der verfolgt, wie iranische Ausrüstung im Jemen landet, sagte, sie habe zugenommen.

„Wir sehen“, sagte Jenzen-Jones, „dass die Transporte zur See in den letzten Monaten erfolgreicher geworden sind. Ich habe den Verdacht, dass diese Zunahme, die wir dokumentieren, zum Teil auf erfolgreichere Seetransporte zurückzuführen ist.“

VERHEERENDE BEDEUTUNG

Bei den letzten Angriffen tauchten Beweise auf, dass die Huthis modernere Ausrüstung benutzen.

Am 30. Januar wurde in der Nähe des von den Huthis kontrollierten Hafens Hodeidah eine saudische Fregatte angegriffen – während einer Operation, für die ein saudischer Funktionär die Huthis verantwortlich machte.

Die Marine der USA erklärte, ein unbemanntes, ferngesteuertes Boot, das mit Sprengstoff beladen gewesen sei, habe das saudische Fahrzeug zunächst mit einer „Drohne“ gerammt; die Huthis hätten sich einer vom Iran gelieferten Technik bedient.

Eine andere Entwicklung dieses Monats: Eine Quelle der jemenitischen Regierung sagte gegenüber Reuters, in der Nähe von al-Mokha sei ein Boot der Küstenwache durch von den Huthis gelegte Minen zerstört worden.

Jenzen-Jones sagte, die Qualität der iranischen Munition habe sich in der letzten Zeit verbessert.

„Zu den letzten Transporten von Waffen und Munition,“ sagte er, „gehörten auch Drohnen der iranischen Serie Ababil; sie waren mit hochexplosiven Sprengköpfen ausgestattet und wurden von den Huthis gegen hochwertige Ziele gerichtet, z. B. Radar und Batterien der Patriot-Raketen.“

Auch sollen, so sagte er weiter, Anti-Schiff-Raketen und von Menschen tragbare Raketen transportiert worden sein.

Außer den Waffen setzte Teheran nach iranischen und regionalen Quellen auch afghanische und arabisch-schiitische Fachleute zur Ausbildung von Einheiten der Huthis und als logistische Berater ein. Dazu gehörten Afghanen, die bereits in Syrien unter Kommandeuren der Quds-Truppe gedient hatten.

Reuters berichtete, diese verdeckte Taktik sei im Jahre 2014 auch in Syrien benutzt worden, bevor der Iran in dem Krieg eine sichtbare Rolle übernahm.