Tuesday, February 7, 2023
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Die lange Geschichte davon, wie das iranische Regime die Umwelt zerstört hat

Mehrere iranische Provinzen sehen sich einem Mangel an Wasser ausgesetzt. Während des Sommers hatten viele der im Süden gelegenen Provinzen keinen Zugang dazu. Worin liegt die Ursache dieser Krise? (Foto: Ein Sandsturm, der auf die vom iranischen Regime und seinem IRGC zu verantwortende Zerstörung der Umwelt zurückzuführen ist.)

In der zerstörerischen Politik des iranischen Regimes, die die Umwelt im Iran an den Rand des Ruins getrieben hat. In diesem Artikel werden wir die Wirkungen untersuchen, die die anhaltende Umweltzerstörung auf die iranische Gesellschaft ausübt – außerdem ihre Konsequenzen, z. B. die Wasserkrise und die verheerenden Überschwemmungen, die sich in diesem Jahr ereigneten.

Die Schlüsselrolle bei der Zerstörung der Umwelt des Landes spielen das iranische Regime und sein Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC); es liegt an der institutionalisierten Korruption und der destruktiven Politik.

Die staatliche Statistik zeigt, daß von der Überschwemmung im März 2019 etwa 10 Millionen Menschen betroffen waren – direkt oder indirekt. Die Flut verwüstete 235 Städte und mehr als 4 300 Dörfer in 25 Provinzen des Iran. Die Folge ist: 40 000 Wohneinheiten in städtischen und ländlichen Gebieten müssen vollständig wiederaufgebaut werden, und 41 000 benötigen Maßnahmen zur Erhaltung und Reparatur.

Das iranische Regime verfügte über keinen Plan zur Verhinderung oder Eindämmung der Flut. Im Gegenteil: Durch Zerstörung der Vegetation und der Hälfte der iranischen Wälder, durch Änderungen von Flußläufen, maßlose Dammbauten und zum Zwecke der Ausbeutung von Ölreserven betriebene Austrocknung der Marschen (z. B. der „Großen Marsch“, die sich an der iranisch-irakischen Grenze befindet) hat das Regime die von der Flut verursachte Zerstörung um das Zehnfache gesteigert.

Das iranische Regime hat seine destruktive Politik fortgesetzt, obwohl seine eigenen Umwelt-Experten und viele Proteste iranischer Bürger davor gewarnt hatten.

Am 12. Juni 2019 demonstrierten die Einwohner des Dorfes Hussain Abad Kalpoush in der Provinz Semnan vor dem Teheraner Parlamentsgebäude gegen den Bau des Damms in Kalpoush, den sie als unprofessionell bezeichneten.

Am 13. April 2019 schrieben mehr als 115 Professoren der Universität von Ahvaz – im Süden des Iran – einen offenen Brief an Hassan Rouhani, den Präsidenten des Regimes; darin forderten sie ihn auf, Maßnahmen „zur Rettung der Städte und Dörfer der Provinz Khuzestan zu ergreifen“; sie betonten die Notwendigkeit, die „Marsch Hour-ol-Azim“ auf Dauer zu entwässern.

Die staatliche Nachrichtenagentur ILNA zitiert ihren Brief wie folgt: „Wir fordern Sie auf, umgehend den Befehl zur dauerhaften Entwässerung der Marsch Hour-ol-Azim zu erteilen, um menschliche und finanzielle Unglücksfälle, die mögliche Lähmung von Menschen, Gruppen, Institutionen und Gewerkschaften sowie unwiderrufliche Schädigungen der Bewohner Khuzestans durch die Umwelt zu vermeiden. Jede wirtschaftliche Tätigkeit, besonders die Öl-Förderung sollte in Marsch Hour-ol-Ahim mit deren Öko-System abgestimmt werden.“

Am 1. März 2019 sagte Hadi Kia Daliri, Leiter der Forstgewerkschaft des Iran, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur der Islamischen Azad-Universität: „Nach der Statistik enthält jeder Acre des Forsts bis zu 2000 qm Wasser; daher könnte die Zerstörung der Wälder und Vegetation die gegenwärtige Krise verschärfen. Der Bau von Dörfern und die Zerstörung der Wälder gelten als Veränderungen der Umwelt. Sie könnten leichten Regen in schwere Fluten verwandeln. Darin liegt für die nördlichen Provinzen eine Bedrohung. Mehr als 42% der im Norden gelegenen Wälder sind verwüstet; angesichts dieser Situation könnte man sagen, daß in wenigen Jahren überhaupt kein Wald mehr übrig sein wird.“

Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), betonte in ihrer an die Opfer der Flut des Märzes gerichteten Botschaft: Die Schädigungen sind Folgen der vom iranischen Regime in den vergangenen 40 Jahren betriebenen Politik des Ausplünderns.

Sie schreibt: „Das Desaster beweist erneut: Die schon vierzig Jahre lang von den herrschenden Mullahs betriebene kriminelle Politik des Ausplünderns und Brandschatzens fordert bei jeder Flut, jedem Erdbeben von unserem Volk einen schweren Zoll. Warum mußten so viele von unseren Landsleuten in Shiraz nach einem Regen, der nur zehn Minuten dauerte, sterben und verwundet werden, warum diese gewaltigen Verwüstungen?“

Sie wies darauf, daß diese Katastrophe von den korrupten Mullahs und anderen zu verantworten sei, da sie

– zu eigenem Profit städtische Einrichtungen gebaut und dazu den Kanal zerstört hätten, der die Wassermassen der Fluten abgeleitet habe,

– es versäumt hätten, den Fluß Gorgan auszubaggern,

– riesige Teile von Wäldern und Wiesen zerstört hätten,

– Bauernstellen ausgetrocknet hätten,

– die Wasserscheide manipuliert hätten,

– am Rande von Flüssen Gebäude errichtet hätten,

– den natürlichen Verlauf von Flüssen blockiert hätten

– und Flußufer, Seeküsten, Fußwege von Berge und Dschungeln verkauft hätten.

Ein iranisch-arabischer Bürger von Ahvaz beschrieb wie folgt die Situation: „Das Problem Khuzestan ist nicht zu große Wasser-Fülle; es ist die Fülle von Lügen, Betrug und totalitärer Gesinnung; wenn wir uns kritisch über sie äußerten, nannte man uns konterrevolutionär.“

Die Art, wie die Mullahs die Umwelt zerstören, ist eines der vom Regime hervorgerufenen verheerenden Probleme; man sieht es an dem maßlosen Bau von Dämmen, die dem wirtschaftlichen Profit der Mullahs dienen.

Der Bau zahlreicher Dämme im Iran reduziert den natürlichen Wasserreichtum; er zwingt die Bauern, Brunnen zu graben – legal oder illegal -, um ihren Wasserbedarf aus unterirdischen Quellen zu decken. Diese Praxis in den Sümpfen um den Urmia-See beschleunigte dessen Austrocknung und hinterließ eine ökologisch verheerende Wirkung – besonders in den Provinzen Isfahan, Charmahl & Bakhtiari und Yazd.

Tatsache ist: Während der vierzig Jahre seiner Herrschaft hat das Mullah-Regime nicht nur das iranische Volk dahingemetzelt und die Menschenrechte verletzt, sondern es setzt die Zerstörung der Umwelt weiterhin fort. Die Antwort auf die Umwelt-Krise im Iran ist ebenso wie auf die anderen sozialen und wirtschaftlichen Krisen nichts anders als der Sturz dieses Regimes.