Tuesday, December 6, 2022
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Iranische Falle für USA in Mosul

Der Iran hat durch seine iranischen Soldaten und militärischen Anführer, die schiitische Milizen befehligen, eine operative Präsenz im Irak und Syrien. Einige von ihren sind Araber, die der Volksmobilisierung im Irak folgten und welche die Hisbollah in Syrien oder andere nicht – arabische Milizen durch den Iran rekrutierten, um in Syrien gegen ISIS zu kämpfen. Das schrieb Sawsan Al Shaer in Al-Arabiya am 3. April 2017.

Es handelt sich um eine Besetzung, welche den Iran Milliarden Dollar kostete und die viele Leben verschlang, die dann bedeckt mit iranischen Fahnen in Särgen zurück kehrten. Wird der Iran nun einfach so seine Position der Besetzung aufgeben, nur weil es einige Vereinbarungen im arabischen Raum gab oder die irakische Regierung mehr in diverse Prozesse einbezogen wird oder weil die Golfstaaten einige Konzessionen machten, damit das Assad Regime am Leben bleibt?

Ist die irakische Regierung oder das syrische Regime überhaupt in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, sich vom iranischen Regime zu verabschieden und in den arabischen Kreis zurück zu kehren?

Der Iran ist bekannt dafür, die internationale Koalition unter Führung der USA davon zu überzeugen, dass sie die einzige Kraft ist, die ISIS in der Region durch seine Präsenz am Boden zu stoppen vermag. ISIS kann nicht aus Mosul und Raqqa vertrieben werden, wenn man nicht mit dem Iran kooperiert und sie behaupten sogar, dass die internationale Koalition dazu gezwungen ist, mit dem Iran zusammen zu arbeiten.

Ist es also sinnvoll, zuzusehen, wie der US Enthusiasmus durch das Wegziehen seines Bodens unter den Füßen in der Region gestürzt wird und anzuerkennen, dass das Ende von ISIS nur durch den Iran möglich ist?

Wir sollten uns statt dessen fragen: Hat der Iran eine Falle für die US Truppen bereit gestellt, wenn er falsche Informationen über seine schiitischen Milizen verbreitet, so dass militärische Ziele in zivile Ziele verwandelt werden und so das Desaster in Mosul möglich wurde?

Das Pentagon gab letzten Samstag zu, dass eine Untersuchung zeigte, dass die internationale Koalition am 17. März auf Wunsch der irakischen Sicherheitskräfte ISIS Kämpfer und deren Ausrüstung angriff. Doch es gab bei diesem Angriff vor allem Berichte über zivile Opfer.

Schutzlose Zivilisten

Basma Basim, die Leiterin des Provinzrates von Mosul, bestätigte, dass mehr als 500 schutzlose Zivilisten bei den Angriffen der internationalen Koalition im Mosul Bezirk getötet wurden, während die irakischen Truppen den Einmarsch nach Mosul vor einer Woche vorbereiteten. Sie ergänzt, dass dies zu einer Zeit geschah, wo sich ganze 6 ISIS Kämpfer in der Region aufhielten und die bei den Angriffen nicht getötet wurden.

Bashar al-Kiki, der Leiter des Provinzrates von Nineveh, sagte:“ Sie suchen immer noch unter dem Schutt nach Leichen.“ Der irakische Vizepräsident Osama al-Nujaifi beschuldigte die internationale Koalition und die irakische Bundespolizei, exzessiv Waffen, Kampfflugzeuge, Artillerie und Raketen während des Kampfes eingesetzt zu haben. Er rief zu einer zügigen Untersuchung zum Schutz des Lebens und der Würde der Einwohner auf.

Die US – Iranische „Kooperation“ auf irakischem Territorium ist ein Test für die Glaubwürdigkeit der US – Iranischen Beziehungen während der Amtszeit von Trump. Die US Truppen folgen dem Aufruf der Volksmobilisierung, welche die USA selbst als terroristisch und sektiererisch tituliert und die von den iranischen Anführern und Leitung von Quassem Soleimani erfolgte.

Das Pentagon gab bekannt, dass es den Angriff mit den sogenannten „irakischen Sicherheitskräften“ koordinierte. Doch dies verhinderte nicht, dass Zivilisten angegriffen wurden und es zu vielen Opfern kam.

Die Koordination zwischen den US Truppen und den iranischen schiitischen Anführern der Volksmobilisierung ist immer noch voll intakt und sie ist nicht auf Mossul beschränkt. Die Koordination erfolgt vor allem zwischen dem US General Stephen Townsend, der die US Streitkräfte im Irak und Syrien befehligt und Abu Mehdi al-Muhandis, dem Anführer der irakischen Hisbollah, einem Topberater von Quassem Soleimani in Tal Afar und stellvertretenden Leiter der Volksmobilisierung, der auf der Terrorliste der USA steht.

Obamas Erbe

Laut des „Strategic Observatory“ wird die Kooperation zwischen den US Generälen und den Badr Milizen von Hadi al-Amiri angeführt. Mcgork and Townsend bleiben in engem Kontakt mit ihm und diese Verbindung besteht seit der Zeit von Obama. 

Die US – Iranische Kooperation in Syrien und im Irak ist die Fortsetzung der Politik von Obama, wo ein blindes Vertrauen herrschte, dass die Iraner und die USA die gleichen Ziel verfolgen. Werden diese Ziele unter Trump die gleichen bleiben oder wird es eine Änderung geben? Werden die neuen US Kommandeure immer noch dem Iran vertrauen?

Denn das wahre Ziel des Iran in Syrien und Irak ist der Rückzug der US Truppen und seine Alleinherrschaft am Boden. Die Falle, die den US Truppen in Mosul gestellt wurde, sorgte für zahlreiche irakische Opfer und es ist nicht überraschend, dass sie zu Ablehnung und Wut führt und das die Iraker am Ende einen vollständigen Abzug der US Truppen fordern könnten.

Wir sollten sehr vorsichtig sein. Der Iran wird diese Region nie im Frieden verlassen, vor allem, wenn seine Verbündeten ihn als einzige Versicherung zum Überleben sehen. Der US – Golf Koalition sollte begreifen lernen, dass der US Enthusiasmus zum Ende von ISIS eine Bedrohung für die iranischen Interessen darstellt. 

Wir sollten zudem bei dem Umgang mit der irakischen Regierung nicht vergessen, dass sie – zusammen mit den schiitischen Milizen – auch nur eine Abteilung der iranischen Armee ist.