Tuesday, December 6, 2022
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Iranischer politischer Gefangener beginnt Hungerstreik wegen der Verweigerung der medizinische Behandlung eines anderen Aktivisten

Soheil Arabi und Arash Sadeghi im Evin Gefängnis-Teheran-Iran. Archivfoto

Verfasst von Mohammad Sadat Khansari am 11. November 2019.

Am 7. November 2019 hat der iranische politische Gefangene Soheil Arabi einen trockenen Hungerstreik begonnen zur Unterstützung des schwer erkrankten Häftlings Arash Sadeghi. Herr Sadeghi hat eine seltene Form von Knochenkrebs, aber die Vertreter des iranischen Regimes verweigern es ihm, dass er angemessene medizinische Behandlung bekommt.

Soheil Arabi gab seinen Hungerstreik in einem offenen Brief bekannt, der am 7. November veröffentlicht wurde. Darin erklärt er: „Ein Mensch kann ohne Nahrung und Wasser lebendig bleiben und ich werde nicht trinken oder essen bis zu dem Tag, an dem Arash in medizinische Behandlung gebracht wird“.

„Arash hat fast ein Jahrzehnt seines Lebens hinter Gittern verbracht für die Verteidigung der Rechte der Unterdrückten. Jetzt braucht er dringend medizinische Behandlung. Er muss in ein Krankenhaus gebracht werden, aber die Behörden haben sogar das verhindert“, schreibt Arabi in seinem Brief.

Ende September teilte die Verwaltung Sadeghi mit, dass sie ihn in Gefängniskluft und angekettet an Händen und Füßen ins Gefängnis bringen würden, aber Sadeghi weigerte sich. Arabi verweist darauf und vergleicht es mit dem, was dem Regime ergebene Gefangene bekommen. Er schreibt dazu: „Zugleich bekommen die ganz wenigen Verbrecher und Plünderer, die für Unterschlagung im Gefängnis sind (gegenüber den Dutzenden von Leuten, die unterschlagen haben, und außer Landes gegangen oder niemals bestraft worden sind), für eine einfache Erkältung Mittel bekommen“. Er ergänzt, dass sie nicht in Handschellen und in Gefängniskluft ins Krankenhaus gebracht werden.

„Aber Schriftsteller, Philosophen, Journalisten oder Arbeiter, die im Gefängnis sind dafür, dass sie Kritik geübt oder protestiert haben, und alle die politischen Gefangenen und Aktivisten für Bürgerrechte werden in Gefängniskleidung ins Krankenhaus gebracht und mit gefesselten Händen und Füßen. Sie werden an ihre Krankenhausbetten festgebunden“, schreibt er weiter.

Sadeghi hat die Fähigkeit verloren, seine rechte Hand zu bewegen, wegen einer Entzündung an der Schulter, die im Rajai Shahr (Gohardasht) Gefängnis in Karadsch.

Seit Juni hat die Verwaltung dreimal ohne irgendeine Erklärung Sadeghis Überstellung ins Krankenhaus unterbunden, so eine Quelle, die seiner Familie nahesteht.
Sadeghi unterzog sich im 11 September 2018 einer Operation zur Beseitigung eines Tumors aus seiner rechten Schulter.

Im August 2019 meldete Amnesty International dringenden Handlungsbedarf wegen des Gesundheitszustands von Sadeghi.
„Der schwerkranke Gefangene aus Gewissensgründen und Verteidiger der Menschenrechte Arash Sadeghi wird gefoltert durch die absichtliche und gezielte Verweigerung des Zugangs zu einer Krebsbehandlung, so dass er schwere Schmerzen hat und sehr leidet. In seinem rechten Arm hat sich wegen der fehlenden Versorgung im Gefängnis eine starke postoperative Entzündung ausgebildet, so dass er angeschwollen, gelähmt und ohne Empfindung ist. Ihm wurden auch wichtige Untersuchungen des Knochenmarks verweigert, mit denen geprüft werden sollte, ob sein Krebs sich ausgebreitet hat. Es besteht Lebensgefahr“, ist in der Erklärung zu lesen.

Soheil Arabi, ein Fotograf, Blogger und Bürgerrechtsakitivist wurde im Dezember 2013 vom Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) verhaftet und zum Tode verurteilt für die Beleidigung des Propheten und anderer Heiliger.