
Am 21. September 2025 erfasste eine gewaltige Welle koordinierter Proteste den Iran. Tausende Rentner, Lehrer und Industriearbeiter gingen in Städten von Isfahan und Chuzestan bis hin zur Hauptstadt Teheran auf die Straße. Die Demonstrationen, die von der systemischen Korruption und dem katastrophalen wirtschaftlichen Missmanagement des Regimes angetrieben wurden, offenbarten eine Bevölkerung, die an ihre Grenzen gestoßen war. Die Sprechchöre auf den Straßen steigerten sich von Forderungen nach Grundversorgung bis hin zu offenen Forderungen nach der Abschaffung der Theokratie.
Bei diesen Protesten handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein klares Zeichen dafür, dass die Gesellschaft am Rande eines landesweiten Aufstands steht. Sie entlarven die Illegitimität eines Regimes, das den Reichtum des Landes geplündert und die Bevölkerung in Armut zurückgelassen hat.
Ein landesweiter Aufstand: Kartierung der Proteste
Die Proteste vom 21. September waren durch ihre geografische Ausdehnung und ihren synchronen Charakter bemerkenswert, was auf eine tief organisierte und weitverbreitete Unzufriedenheit schließen lässt. Großstädte wurden zu Brennpunkten der öffentlichen Wut:
September 21—Ahvaz, southwest Iran
Retired steelworkers of Khuzestan province hold protest rally, demanding the proper implementation of pension equalization based on 90% of the salary of active workers in equivalent positions.
They also opposed the transfer of their pension… pic.twitter.com/UeGi9xvUmk— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 21, 2025
- In Isfahan protestierten Rentner der Stahlindustrie gegen systemische Ungerechtigkeit.
- In Khuzestan protestierten Rentner der Sozialversicherung gegen die leeren Versprechungen des Regimes und die lähmende Armut. Die Bewegung erstreckte sich über die gesamte Provinz. Rentner aus Shush, Haft-Tappeh und Karkheh versammelten sich vor dem Büro des örtlichen Gouverneurs, um ihre Forderungen zu äußern.
- In Kermanshah versammelten sich Rentner vor dem Gebäude der Sozialversicherung, während in Rasht, der Hauptstadt der Provinz Gilan, Rentner eine ähnliche Kundgebung abhielten.
- In der Hauptstadt Teheran schlossen sich Rentner und Pädagogen der Sozialversicherung zusammen, um gegen die unerträglichen Lebensbedingungen zu protestieren.
Die Unruhen erstreckten sich nicht nur auf Rentner, sondern auch auf aktive Arbeiter und verdeutlichten die systemische Krise, die die iranische Industrie lähmt. In Aghajari protestierten die Mitarbeiter des Öl- und Gasunternehmens mit leeren Essensausgaben – ein ergreifendes Symbol ihres Kampfes. Gleichzeitig streiken die Arbeiter von Ghadeer Steel in Behabad seit vier Monaten wegen ausstehender Löhne. In Shahroud droht die bevorstehende Schließung des Stahlwerks 300 Arbeitsplätze zu vernichten und Hunderte Familien ohne Einkommensquelle zurückzulassen.
September 21—Isfahan, central Iran
Retired steelworkers resumed protest rallies, demanding higher pensions and better living conditions.
The retirees chanted:
"Officials, have some shame, let go of the country!"#IranProtests pic.twitter.com/kbKw9uUnu9— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 21, 2025
Die Slogans: Von wirtschaftlichen Forderungen bis hin zu politischem Widerstand
Die Sprechchöre, die durch die Straßen Irans hallen, zeigen eine klare Veränderung im öffentlichen Bewusstsein. Die Slogans, die ursprünglich aus wirtschaftlicher Verzweiflung entstanden, haben einen offen politischen Charakter angenommen und stellen die Autorität und ideologische Legitimität des Regimes direkt in Frage.
Demonstranten in Chuzestan und Shush skandierten: „Es reicht mit den Versprechen, unsere Tische sind leer! “In Kermanshah wurde diese Stimmung mit der destruktiven Außenpolitik des Regimes in Verbindung gebracht: „Es reicht mit der Kriegstreiberei, unsere Tische sind leer! “
Noch wichtiger ist, dass die Demonstranten nun das Regime als die wahre Ursache ihres Elends identifizieren. In einer verblüffenden Abfuhr für jahrzehntelange Staatspropaganda skandierten Rentner in Kermanshah: „Unser Feind ist hier; sie lügen und sagen, es sei Amerika. “In Isfahan griffen die Demonstranten den Kern der betrügerischen Ideologie der Theokratie an und riefen: „Sie benutzen den Islam als Leiter, um das Volk zu zermürben“, und machten ihre ultimative Forderung mit dem Slogan deutlich: „Beamte, schämt euch, lasst das Land los.“
More footage of the protest rally by pensioners of the Social Security Organization in Shush.#IranProtests pic.twitter.com/zDQCkYNsdQ
— People’s Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 21, 2025
Die menschlichen Kosten eines korrupten Systems: Die Notlage der Rentner
Die Verzweiflung, die diese Proteste anheizt, wurzelt im nahezu vollständigen Zusammenbruch der Sozialleistungen, insbesondere für die älteren Menschen des Landes. Laut dem Vorsitzenden des medizinischen Komitees der Rentner der Sozialversicherung ist die Lage mittlerweile „kritisch“. Das Regime hat der Sozialversicherung geschuldete Gelder zurückgehalten und damit einen katastrophalen Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung verursacht.
Seit sechs Monaten werden die Beiträge für die Zusatzkrankenversicherung von den mageren Renten der Rentner abgezogen, aber nie an die Krankenkassen überwiesen. Infolgedessen kündigen Krankenhäuser und medizinische Versorgungszentren im ganzen Land ihre Verträge, und die Rentner haben keinen Versicherungsschutz mehr. Männer und Frauen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, werden nun vom Staat im Stich gelassen.
Die Zahl der Todesopfer ist verheerend. Rentner mit Krebs oder anderen lebensbedrohlichen Krankheiten können sich die Behandlung nicht leisten und sind gezwungen, ihre Häuser und persönlichen Besitztümer zu verkaufen, um die Medikamente bezahlen zu können. Ein krasses Beispiel für die institutionalisierte Korruption des Regimes ist die Tatsache, dass Kreditkontingente, die diesen Rentnern lebensnotwendige Hilfe leisten sollten, Berichten zufolge von Abgeordneten des Regimeparlaments abgezweigt wurden.
September 21—Rasht, northern Iran
Retirees of the Social Security Organization in Gilan province gathered in front of the provincial Social Security office in Rasht. Crushed under the weight of inflation and injustice, they chanted slogans against the regime's corruption and… pic.twitter.com/b3EFtSKvi1— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 21, 2025
Die landesweiten Proteste vom 21. September sind eine eindringliche Anklage gegen die vier Jahrzehnte der Inkompetenz und Plünderung des Regimes. Die auf den Straßen gerufenen Parolen bestätigen, dass das iranische Volk keinen Unterschied mehr zwischen den Fraktionen innerhalb der herrschenden Elite sieht; es sieht das gesamte System unter der Führung Ali Khameneis als Urheber seines Leidens. Diese vereinte und trotzige Bewegung ist kein flüchtiger Moment der Wut, sondern Ausdruck einer instabilen Gesellschaft, die ihre Angst verloren hat. Sie ist der Aufschrei einer Nation, die sich erhebt, um ihre Zukunft von einer korrupten und illegitimen Tyrannei zurückzufordern, und signalisiert den unerschütterlichen Wunsch nach einer demokratischen und gerechten Alternative.



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