Thursday, December 8, 2022
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EDITORIAL: Iran hängt “kleinen Fisch”

Farzad Kamangar, insituteur exécuté le 9 mai 2010, et sa classeTHE WASHINGTON TIMES
Vor einem Jahr half ein Artikel der Washington Times auf das Schicksal von Farzad Kamangar, einem kurdischen Schullehrer, aufmerksam zu machen, der vom islamischen Regime in Teheran als Terrorist beschuldigt wird. Er verbrachte fast vier Jahre unter mentaler und physischer Folter. Herr Kamangar starb am Sonntag am Galgen. Er war 34 Jahre alt. Herr Kamangar wurde zusammen mit vier weiteren “Moharebs” oder “Feinden von Gott” gehängt, von denen das Regime sagt, die seien “an terroristischen Anschlägen” beteiligt gewesen. Drei der vier Fälle werden immer noch untersucht, obwohl die Hinrichtungen durchgeführt wurden. Die Telefonverbindungen zum berüchtigten Evin Gefängnis wurden am Wochenende unterbrochen, während die Hinrichtungen vorbereitet und ausgeführt wurden. Das Regime setzte die Familien und Anwälte nicht in Verbindung, wie es das Gesetz vorsieht – sie erfuhren von der Hinrichtung aus einer Pressemitteilung. Ein Regime, dass selbst behauptet, ein Instrument Gottes zu sein, verhält sich mehr wie ein Krimineller, der etwas zu verbergen hat.

Kamangars Verbrechen war, ein Kurde zu sein. Er lehrte an einer Grundschule in der nordwestiranischen Stadt Kamyaran und war ein Mitglied der kurdischen Lehrervereinigung. Er schrieb Texte für verschiedene im Untergrund arbeitende Menschenrechtszeitungen. Er unterrichtete im Geheimen seine Schüler in der verbotenen Sprache und erzählte ihnen Geschichten über ihre Kultur und Herkunft. Im Juli 2006 wurde er verhaftet, geschlagen, bekam Elektroschocks, Schlafentzug und Einzelhaft in kalten und nassen Zellen. Seine Schreie während der Folterungen übertönten sogar die Koranverse, die per Lautsprecher verkündet wurden.

Kamangar bekam im Februar 2008 eine fünf Minuten lang dauernde Gerichtsverhandlung. Sein Anwalt, Khali Bahramian, sagte per Telefon aus dem Iran gegenüber der Washington Times, dass es “absolut keinen Beweis dafür gab, dass er Verbindungen zu einer terroristischen Gruppe oder deren Aktivitäten hatte.” Farzad ist “ein Lehrer, ein Poet, ein Journalist, ein Menschenrechtsaktivist und eine besondere Person.” Und solche Beweise wurden dem Gericht auch nicht vorgelegt, oder verlangt was das ganze zu einer eiligen und vorherbestimmten Verurteilung macht.

In seinem Abschiedsbrief, den er aus dem Gefängnis schrieb, bezog er sich auf die iranische Geschichte “Der kleine schwarze Fisch“, die 1967 vom Dissidenten Samad Behrangi, ebenfalls Lehrer, geschrieben wurde und in dem es um einen kleinen Fisch geht, der die Regeln der Gruppe mißachtet, um das Meer zu erforschen. Nach vielen Abenteuern findet der kleine schwarze Fisch seine Freiheit, aber auch den Tod. “Ist des möglich, ein Lehrer zu sein und dabei den kleinen Fischen des Landes nicht den Weg zum Meer zu zeigen?”, schreibt er. “Kann es sein, die große Bürde des Lehrers zu tragen, das Wissen der Welt vermitteln zu wollen, um dann still zu sein? Kann es sein, die in Lumpen gekleideten Studenten zu sehen, ihre dünnen und ausgehungerten Gesichter und dabei still zu bleiben?…..Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Armut und der Schmerz der Menschen in diesem Land unsere Herzen nicht zu einem Fluß und einem Strom macht, der alles Unrecht wegspült.”

Kamangar schrieb: “Der kleine Fisch schwamm ruhig in das Meer und dachte: Dem Tod ins Auge zu sehen ist nicht schlimm und ich werde es nicht bereuen.”