Wednesday, November 30, 2022
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Er sollte froh sein, wenn er das Schicksal von Mubarak teilen kann

Asharq Al-Awsat Von Tariq Alhomayed: Wir schrieben hier vor kurzem, dass der Tyrann in Damaskus in einem Interview zugab, dass nun nur noch der Iran hinter ihm steht. Seit diesem Tag hat er dennoch nicht aufgehört, weiter Interviews zu geben, von einem Interview mit dem türkischen „Cumhuriyet“ bis hin zu einem Interview mit einem deutschen TV Sender.

Al-Assads bisher letztes Interview mit einem deutschen Sender zeigt, dass sich der Diktator bewusst geworden ist, dass er sich in einer Zwickmühle befindet, ansonsten hätte er nicht drei Interviews in einer Woche gemacht. Was an dem letzten Interview bemerkenswert war, war der Fakt, dass er nichts aus seinem berühmten Interview Anfang 2011 im Wall Street Journal gelernt hatte. In dem Gespräch äußerte er sich hämisch über den früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Er betonte, dass sein Ende aufgrund seiner Außenpolitik unvermeidlich gewesen ist. Doch die syrische Revolution selbst brach nach seinem berühmten Interview aus, in dem er sich ebenfalls über die Position von Mubarak ereifert hatte. Fast ein Jahr nach diesem Interview lässt er sich nun erneut über dessen Schicksal aus und sagt, dass das Tribunal unglücklich war und dass er nicht wie Mubarak ist. Er sagte wörtlich:“ Um Angst zu bekommen, muss man Parallelen finden. Haben wir irgendwelche Gemeinsamkeiten? Es ist eine komplett andere Situation, man kann sie nicht vergleichen. Man kann keine Angst bekommen, höchstens Mitleid für ihn.“

Dies zeigt die wahren Ansichten von al-Assad. Doch was meint er, wenn er sagt, „wir haben keine Gemeinsamkeiten?“ Meint er damit, dass seine Position zum Widerstand anders als die von Mubarak ist und dass ihn dies schützen wird? Er ist in der Aufgabe gescheitert, das Volk zufrieden zu stellen. 17000 Menschen wurden bisher durch seine Armee getötet, Frauen, Männer und Kinder. Das syrische Volk wird in dem Punkt wohl zustimmen, dass er nicht wie Mubarak ist. Er hat nicht sein eigenes Volk dahin geschlachtet. Mubarak hat sich nie die Hilfe der Hisbollah und des Iran geholt, auch da unterscheiden sie sich in der Tat und er hat irgendwann die Realitäten begriffen und diese nicht ignoriert, um bis zum bitteren Ende an der Macht zu kleben. Mubarak hat auf den Willen des Volkes reagiert und ist zurück getreten, ohne das Land in Schutt und Asche zu legen und es in einen Bürgerkrieg zu stürzen.

Daher sollte al-Assad froh sein, wenn er das Schicksal von Mubarak teilen darf, obwohl dies einem Wunder gleich käme. Die Idee, dass er Asyl in Moskau bekäme, kann wohl nur als Scherz angesehen werden, aber immerhin verkauft Russland immer noch neue Waffen an das al-Assad Regime. Aber selbst wenn der Tyrann noch Zuflucht im Iran finden würde, dann würde er jeden Tag hören, wie sehr ihn das Volk hasst und wie sehr die restliche arabische Welt froh ist, ihn endlich los zu sein. Niemand kann heute sagen, was am Ende geschehen wird, aber eines ist klar, er könnte sich sehr glücklich schätzen, wenn er Mubaraks Schicksal teilen könnte!