Thursday, December 8, 2022
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Exiliraner im Irak haben Angst vor einem Angriff irakischer Soldaten

The Washington Times – Von James Morrison
Unbewaffnete Exiliraner in einem irakischen Flüchtlingscamp haben Angst vor einem weiteren „Blutbad“ durch irakische Soldaten, nachdem Militärfahrzeuge am späten Montag abend in das Camp rollten. Dies teilte eine Quelle im Camp am Dienstag gegenüber der Washington Times mit.

„Irakische Armeebattalione und irakische Polizei bereiten einen Angriff auf Ashraf vor“, sagte Shahrirar Kia, ein Sprecher der Exiliraner in dem Camp.

„Sie bereiten ein neues Blutbad vor“, sagte er und schickte uns ein Video, auf dem ca. 40 Polizei- und Armeefahrzeuge in die Anlage eindringen und gegen 22 Uhr Sirenen zu hören sind.

Die Authentizität des Videos konnte nicht von unabhängiger Stelle bestätigt werden.

Irakische Soldaten haben in den letzten Jahren bereits mehrfach die Iraner in Camp Ashraf angegriffen. Bei der letzten Attacke im April starben mehr als 30 Flüchtlinge und ca. 320 wurden verletzt.

Ali Safavi, der Präsident der Politikwissenschaften für den Nahen Osten in Washington sagte, dass die aktuelle Bedrohung von Camp Ashraf Thema einer Kongressanhörung am Mittwoch war, wo 40 Mitglieder des Repräsentantenhauses einen Brief an UN Generalsekretär Ban Ki-moon zeigten, in dem er zur Hilfe bei der Verhinderung weiterer Gewalt aufgerufen wurde.

„Die Situation in Camp Ashraf spitzt sich von Tag zu Tag mehr zu“, sagte Safavi.

Ca. 3400 Exiliraner leben in Camp Ashraf, in dem seit den 80er Jahren die Volksmojahedin Iran leben, ein früherer militärischer Arm des iranischen Widerstandes. US Truppen entwaffneten 2003 die iranischen Rebellen, nachdem der irakische Diktatur Saddam Hussein gestürzt wurde.

Vor zwei Jahren übergaben die USA die Kontrolle des Camps an die irakische Regierung, welche Pläne zur Schließung des Camps und der Umsiedlung der Bewohner zum 31. Dezember bekannt gab.

Die Exillanten befürchten, dass der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki sie in den Iran deportieren wird, wo ihnen die Hinrichtung droht. Maliki sieht die Mojahedin als „terroristische Gruppe“ und bezieht sich dabei auch auf die Listung der Rebellen durch das US Außenministerium.

Den Mojahedin wird vorgeworfen, einige Amerikaner im Iran in den 70er Jahren getötet zu haben, doch seitdem haben sie die Interessen der USA nicht mehr bedroht.

Kritiker von Maliki beschuldigen ihn, die Angriffe zu tätigen, um sich den Wohlwollen Teherans zu sichern, von dem ein steigender Einfluß im Irak angenommen wird.

Ein US Berufungsgericht ordnete das Außenministerium zur Überprüfung der Listung der Mojahedin als terroristische Gruppe an. Die EU löschte die Gruppe 2009 von seiner eigenen Terrorliste.

Der iranische Widerstand hat starke Unterstützung von früheren hochrangigen Vertretern erhalten, die unter Präsident George W. Bush dienten, darunter der frühere Staatsanwalt General Michael B. Muckasey und der frühere Heimatschutzminister Tom Ridge.

Howard Dean, der frühere Vorsitzender des Demokratischen Nationalkomitees, unterstützt ebenfalls den iranischen Widerstand.