Monday, November 28, 2022
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Flüchtlinge ertrunken: UN-Behörde erhebt Vorwürfe gegen Türkei – Ein Iraner unter den Opfern

VON GERD HÖHLER
Frankfurter Rundschau: Die UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR macht die Türkei für den Tod von vier Flüchtlingen verantwortlich, die in einem Fluss an der türkisch-irakischen Grenze ertrunken sind. Der Vorfall wurde erst am Wochenende bekannt.
Nach Darstellung der UN-Behörde versuchten türkische Grenzpolizisten eine Gruppe von 60 Flüchtlingen, die angeblich illegal aus dem Nordirak eingereist waren, am Grenzübergang Habur wieder nach dort abzuschieben. Die irakischen Grenzer ließen jedoch nur 42 Flüchtlinge zurück über die Grenze. Die restlichen 18 wiesen sie ab, weil es sich um iranische und syrische Staatsbürger handelte.

Türkische Grenzpolizisten sollen die 18 Menschen daraufhin zu einer abgelegenen Stelle gebracht und gezwungen haben, durch einen Fluss, der hier die Grenze zum Irak bildet, ans irakische Ufer zu schwimmen. Vier Flüchtlinge, drei Syrer und ein Iraner, seien in den reißenden Fluten ertrunken, erklärte die UN-Flüchtlingsbehörde unter Berufung auf Augenzeugen. "Wir verurteilen diese Abschiebungen, und wir sind schockiert über die Art, in der sie durchgeführt wurden", sagte ein Sprecher des UNHCR am Sitz der Behörde in Genf. Man habe die Türkei um Aufklärung über die Umstände der Todesfälle gebeten.

Der UNHCR ließ mitteilen, er habe der Türkei bereits wiederholt mitgeteilt, dass der Irak nicht als ein sicheres Asylland für Flüchtlinge gelte. Die türkischen Behörden haben sich bisher zu den Vorwürfen nicht geäußert.