Wednesday, February 1, 2023
StartPresseschauIranischer Vertreter leitet internationales Geldwäschenetzwerk

Iranischer Vertreter leitet internationales Geldwäschenetzwerk

The Telegraph – Von Damien McElroy, Auslandskorrespondent
Ein hochrangiger Helfer von Mahmoud Ahmadinejad reiste nach Wien, um mit der Gründung eines internationalen Geldwäscherrings die Sanktionen zu umgehen. Dabei wurde eine Tarnfirma gegründet, die für das Regime Güter kaufte, die auf der Sanktionsliste des Iran stehen.

Mindestens zwei Mal reiste ein hochrangiger Ressortübergreifender Vertreter nach Wien, um dort Transaktionen im Wert von mehreren Millionen Euro zu täten, heißt es.

Westliche Vertreter bestätigten, dass er oft nach Wien eingereist sei und dass es seit 2007 längere Aufenthalte gegeben habe.

Der iranische Vertreter und das Zentrum für Innovation und technische Kooperation sind Teil des Präsidentenbüros und stehen auf der US Sanktionsliste. In Europa wurden jedoch keine Maßnahmen gegen sie eingeleitet.

Es wird angenommen, dass Geld über das iranische Netzwerk und diplomatische Kanäle nach Europa kam, um die Firma aufzubauen. Es wird eine Summe von einer halben Million Euro angenommen.

Das Geld gelangte in fünf Lieferungen durch Übermittler nach Österreich, Deutschland und Italien. Zahlungen aus der Firma erfolgten über Konten aus China und Rußland, damit wurden Güter bezahlt, die dann von dem Netzwerk in den Iran geschickt wurden.

Interne Dokumente aus dem Netzwerk liegen den Volksmojahedin Iran, einer iranischen Oppositionsgruppe, vor. Aus ihnen wird ersichtlich, dass der Vertreter Österreich als Verteilungspunkt benutzt hat.

„Österreich ist eine gute Wahl. Wir haben seit der islamischen Revolution gute Beziehungen mit dem Land. Im Moment stehen wir dort mit einigen Gruppen in Kontakt, die uns technische Güter beschaffen können. Diese haben gute politische Beziehungen und unabhängige Lobbygruppen. Es ist auch möglich, Österreichische Banken zu nutzen“, heißt es in einem Schriftstück, dass von dem Vertreter unterschrieben ist.

Weiterhin spricht er davon, dass er mehr als eine Woche lang im April und September in Österreich war. Dort habe es mehrere Treffen mit einer vier Mann starken Gruppe gegeben. Zwei von ihren waren iranische Geschäftsleute und zwei seien Österreicher gewesen.

Vertreter aus Österreich sagten, der Besuch im September sei der letzte von sechs Besuchen gewesen, seit er im Vorstand des Netzwerkes war. Das Zentrum ist ein zentraler Umschlagplatz für den Kauf von Technologie für das iranische Atomprogramm. Internationale Sanktionen zielen daher schon lange auf seine Schließung ab und verbieten den Export von Material, welches für das Atomprogramm genutzt werden kann.

Die internationale Gemeinschaft ist in Sorge, dass die Urananreicherung genutzt werden kann, um Atomwaffen herzustellen. Daher wurden weitreichende Sanktionen gegen Handels- und Finanzbeziehungen mit dem Iran erlassen.

In den Quellen aus Europa heißt es, dass die österreichischen Behörden darin versagt haben, die Arbeitsbesuche in Österreich zu verhindern. Das österreichische Innenministerium sagte, es haben eine offizielle Untersuchung über die Aktivitäten begonnen. „Es gibt eine strafrechtliche Untersuchung“, heißt es im Profil Magazin.

Einige Vertreter hoffen, dass die Anfang des Monats neu beschlossenen Sanktionen der EU diese virtuellen Finanztransaktionen mit dem Iran beenden und dass Österreich gezwungen wird, mehr auf Transaktionen von Banken und Geldinstituten und Firmen mit Verbindungen zu dem Iran zu achten.