Friday, February 3, 2023
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Kundgebung der Studenten für Demokratie im Iran

Suppressive measures for Student Day CBS-Fernsehen – Teheran / Iran – Hunderte von Studenten aus verschiedenen Hochschulen versammelten sich am Sonntag vor der Teheraner Universität, um gegen Ungerechtigkeit und gegen die herrschende Diktatur in ihrem Land und in ihrem Leben zu protestieren. Die Versammlung erinnerte an den „Studententag“, in Gedenken an einen Tag vor 50 Jahren, an dem die Polizei des Schah’s die Studenten angriff.Iranische Studenten in der ganzen islamischen Republik und auch außerhalb des Landes haben schon lange den Anlass genutzt, um zur politischen Freiheit aufzurufen und ihre Stimmen für ihren Kampf gegen die Diktatur zu erheben.
  Zuerst richteten die Proteste gegen den vom Westen unterstützten Schah, nun gehen sie gegen den fundamentalistischen Islam, der von Mahmoud Ahmadinejad angeführt wird.

Trotz der starken Anwesenheit von Polizei und Sicherheitskräften durchbrachen die Studenten am Sonntag ein verschlossenes Tor, damit weitere Demonstranten zu ihnen auf das Universitätsgelände gelangen konnten.

Jede Kundgebung oder Versammlung an den Universitäten muss von der Regierung genehmigt werden und es gibt strikte Anweisungen, wer das Universitätsgelände betreten darf.

An einer Stelle des Universitätsgeländes wurde eine Anzahl von Studenten von den Sicherheitskräften der Universität festgenommen, doch die Demonstranten forderten ihre Freilassung. Nach mehreren Gesprächen zwischen beiden Seiten wurden sie freigelassen und konnten zu ihren Kommilitonen gehen.

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Studentenbewegungen, die aufgrund von angeblichen Sicherheitsbedenken verhaftet wurden und die für lange Zeit in Gefängnisse kamen oder die von den Universitäten exmatrikuliert (ausgewiesen) wurden.
 
Die Organisatoren der Kundgebung vom Sonntag bestanden darauf, dass die Demonstranten die Universität nicht beschädigen sollen oder dass die Demonstration außer Kontrolle geraten würde. Ein Sprecher sagte: „Viele wollen nicht, das wir diese Versammlung abhalten, deshalb bitte ich euch, ihnen keinen Grund dafür zu geben, ihnen irgend eine Entschuldigung zu geben, um uns aufzuhalten.“

Auf dieser Kundgebung forderten die Studenten wie schon in der Vergangenheit grundlegende demokratische Rechte, wie Redefreiheit, Menschenrechte und Gerechtigkeit. Eine weibliche Studentin sprach über die „männliche Apartheid“ in den Universitäten des Landes.
 
In der ca. dreistündigen Versammlung trugen die Studenten Plakate mit verschiedenen Parolen. Auf einem Plakat stand: „Demokratie im Iran – Frieden auf der Welt“.

Als der Demonstrationszug in Richtung Eingangstor der Universität kam, riefen die Studenten Parolen gegen die Regierung, das Verhalten der Polizei und gegen Ahmadinejad.

Ein langjähriges Mitglied einer der größten Studentenorganisationen (Organisation der kompakten Einheit), sagte, dass ungefähr 3000 Studenten an der Kundgebung teilnahmen.

Zum Ende der Kundgebung begann eine Gruppe von Studenten mit Sprechchören gegen den früheren Präsidenten Seyed Mohammad Khatami.

Khatami, ein klerikaler Reformator, der das Land von 1997 bis 2005 regierte, sollte an einem Treffen mit den Studenten teilnehmen, erschien jedoch nicht und verschob das Treffen auf einen späteren Tag.

In den vergangenen Monaten riefen immer wieder verschiedene Reformgruppen Khatami dazu auf, sich zur Präsidentenwahl 2009 aufstellen zu lassen, eine Anfrage, die bis heute weder verneint noch bejaht wurde.

Pro-Regierungsstudenten hielten zeitgleich eine Kundgebung ab, um Ahmadinejad zu unterstützen. Sie hielten Bilder hoch, die ihn mit dem geistigen Führer Ayatollah Khamenei zeigten.

Es ist bisher Tradition gewesen, dass sich führende Politiker mit den Studenten am 6. bzw. 7. Dezember in Erinnerung an den Studententag treffen. Aber dieses Jahr nimmt Ahmadinejad an keinem Treffen in einer Universität teil.
 
Er ließ mitteilen, dass Khamenei die Elm-o-Sanat Universität am 6. Dezember besuchen würde, wo Ahmadinejad studierte und unterrichtete. Dieser Besuch wurde ohne eine offizielle Begründung gestrichen worden.