Monday, December 5, 2022
StartPresseschauUSA bestreitet Behauptungen über Verbindungen einer Exilgruppe zu dem Saudi Komplott

USA bestreitet Behauptungen über Verbindungen einer Exilgruppe zu dem Saudi Komplott

The New York Times – Von SCOTT SHANE
WASHINGTON – Die Obama Administration bestritt am Mittwoch iranische Medienberichte, die behaupteten, ein Mann, der im Rahmen des Komplotts zur Ermordung des saudischen Botschafters in den USA enttarnt wurde, sei ein Agent einer exiliranischen Oppositionsgruppe.

„Wir betonen, dass diese Berichte ausschließlich aus den iranischen Medien stammen, welche aus fabrizierten Nachrichten bestehen“, sagte Rhonda H. Shore, eine Sprecherin des Außenministeriums.
 
US Vertreter sagten, sie seien sicher, dass der Mann, Gholam Shakuri, ein Offizier der Qods Einheiten ist, eine Abteilung der iranischen Revolutionsgarden, die im Ausland tätig ist und das eine Anklage in der letzten Woche vom Justizministerium erhoben wurde.

Shakuri wird beschuldigt, zusammen mit einem US-Iraner und früheren Autohändler, Mansour J. Arbabsiar, das mexikanische Drogenkartell angeheuert zu haben, um den saudischen Botschafter für 1.5 Millionen Dollar zu ermorden. US Vertreter sagten, 100.000 Dollar seien bereits von einem Bankkonto geflossen, das zu den Qods Einheiten gehört. Herr Arbabsiar ist in Haft, doch der Aufenthaltsort von Shakuri ist weiterhin unbekannt. 
 
Iranische Medien berichteten, dass Interpol herausfand, dass Sharkuri eine „Schlüsselfigur“ der iranischen Oppositionsgruppe der Mojahedin von Khalq sei. Die auch als Nationaler Widerstandsrat Iran bekannte Gruppe gilt im Iran als terroristische Organisation und hat eine Vergangenheit in Sabotage und Ermordung mit dem Ziel des Umsturzes der islamischen Regierung im Iran.
 
Die Gruppe behauptet, der Gewalt abgeschworen zu haben. In den USA werden sie als terroristische Organisation gelistet, doch es wird eine Delistung gefordert, wie sie bereits in Großbritannien und der EU aus ähnlichen Listen erfolgt ist.
 
Ein Interpolsprecher lehnte einen Kommentar ab, doch ein US Vertreter, der seinen Namen nicht nennen wollte, nannte die Berichte über Verbindungen des Mannes zu der Oppositionsgruppe „pure Fiktion der iranischen Medien“.
 
Der erste Bericht der angeblichen Verbindung von Shakuri zu den Mojahedin von Khalq kam am Dienstag von der iranischen Mehr Nachrichtenagentur, die zudem behauptete, sein Pass sei in Washington ausgegeben worden.
 
US Vertreter sagten hingegen, dass Shakuri kein Staatsbürger der USA sei und auch keinen US Pass besitze.

Sie sagten, es sei eher Wahrscheinlich, dass es ein iranischer Pass ist, der von der iranischen Sektion der pakistanischen Botschaft in Washington ausgestellt worden sei.

Ein Teil der Mojahedin von Khalq schloß sich in den 80er Jahren den Revolutionsgarden an, so dass es möglich ist, dass einige aktuelle Mitglieder der Garden vor mehr als drei Jahrzehnten Verbindungen zu der Oppositionsgruppe hatten.
 
Experten im Iran sagen, dass die geplante Ermordung ungewöhnlich schlampig für die Verhältnisse der Qods Einheiten durchgeführt wurde. US Vertreter nehmen an, dass der Iran nun eine Desinformationskampagne startet, um den Komplott in andere Richtungen zu lenken.  Es seien jedoch Telefonate abgehört worden, Banktransfers erfolgt und andere Beweise gefunden worden, die direkt auf Vertreter von Qods Einheiten schließen lassen.

Als Reaktion auf die Aussagen der USA lies der höchste iranische Richter, Ajatollah Sadeq Larijani, eine Untersuchung starten, die er „Verbrechen der US Administration gegen iranische und muslimische Nationen“ laut staatlicher Nachrichtenagentur nannte. Er wurde auch mit den Worten zitiert, dass die Anschuldigungen zur Ermordung auf „feindlichen US-Zionistischen Versuchen basieren, die Muslime zu spalten.“ 

Rick Gladstone berichtete aus New York