Sunday, November 27, 2022
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Entführungen, eine neue Taktik der IRGC in Afghanistan

Afghan FalgVon Reza Shafa

Es ist kein Geheimnis, das die Qods Streitkräfte der islamischen Revolutionsgarden (IRGC) für ausländische Aktionen verantwortlich ist und deshalb sollten wir auch nicht weg schauen, wenn wir uns unseren Nachbarn Afghanistan ansehen.

Am Freitag sagte Brigadegeneral Massoud Jazayeri, der stellvertretende Vorsitzende der Hauptstreitkräfte der Mullahs in einem Interview mit der staatlichen Presseagentur ISNA: “Wir haben alle Rechte, unsere Feinde auch außerhalb unserer geografischen Grenzen anzugreifen.“

"Die USA sollte zweimal überlegen, bevor sie die islamische Republik Iran angreifen. Sie lösen damit den dritten Weltkrieg aus.“

Es scheint klar zu sein, was Jazayeri und seine Kollegen mit „geografischen Grenzen“ im Kopf haben. Den Irak und Afghanistan nicht zu verlassen, solange die USA in beiden Ländern sind.

Eine der alten Taktiken – die in Vorbereitung einer längerfristigen Strategie im Irak zum ersten Mal von den Quos Streitkräften getestet wurde – ist, Entführungen durch zu führen.

Diese Methode ist wie alle anderen Taktiken, die bis jetzt im Irak von den Qods Streitkräften durchgeführt wurde. Sie besteht darin, wahllos Menschen zu entführen und auch nicht vor Kindern halt zu machen.  Es ist bewiesen, das die Qods Streitkräfte nicht zögern, solche entführten Kinder dann bei Bedarf auch für spätere Selbstmordanschläge im Irak zu benutzen.

Es ist bekannt, das Sprengstoffgürtel, die unter ihrer Kleidung versteckt sind, dann an verschiedenen Orten gezündet werden.

Afghanistan ist in soweit besorgniserregend, dass Mirza Mohammad Yermaid, der der Leiter der Anti-Drogeneinheit davon berichtete, das allein in den ersten vier Monaten diesen Jahres 127 Bewohner entführt wurden. Unter ihnen waren 14 Frauen und 22 Kinder.

Es wurde ebenfalls berichtet, dass unter den inhaftierten Verbrechern, die in Verbindung mit Entführungen verurteilt wurden, auch einige Mullaheinheiten gewesen seinen, die von den Afghanischen Sicherheitskräften festgenommen wurden. Laut ihren Geständnissen gaben sie zu Protokoll, das sie in Pläne für Entführungen von afghanischen Kindern eingeweiht gewesen sein.

Vor zwei Wochen verhaftete die Polizei eine iranische Frau bei einem Entführungsversuch. Sie wurde bei dem Versuch überführt, drei minderjährige Afghanen in der Herat Provinz im Westen des Landes zu entführen.

Am 2. November gab es einen ähnlichen Entführungsfall, in dem zwei iranische Lastwagenfahrer von der Polizei verhaftet wurden, als sie versuchten, einen afghanischen Fahrer zu entführen. Nach dem Bericht der Polizei fand der Entführungsversuch in der Gemeinde von Feizabad auf der Jowzjan-Shirgan-Mazar Sharif Landstraße statt.

Nationale und regionale Medien in Afghanistan reagieren mittlerweile Empfindlich auf die iranische Einmischung. Eine Fernsehstation, die Najibullah Kabuli, einem Mitglied des nationalen Parlamentes nahe steht, diskutierte zuletzt an einem runden Tisch einige der Taktiken der Qods Streitkräfte im Land.

Es ging auch um Berichte, dass das iranische Regime neue TV Stationen eröffnet hat, die nun in beiden Sprachen für den islamischen Fundamentalismus in Afghanistan werben. Die Diskussionsrunde erklärte am Ende, dass sich die iranische Botschaft in Kabul in ihre Angelegenheiten einmischt. Enyatollah Hafez, ein Experte für die Beziehungen zwischen Iran und Afghanistan argumentierte, das der beste Weg des Stoppens einer Einmischung des Irans die Schließung der Botschaft in Kabul sei. 

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Anm.: Reza Shafa ist ein Experte über die Geheimdienstnetzwerke des iranischen Regimes im Land und außerhalb des Irans. Er hat unter anderem umfangreiche Recherchen über das Iranische Informations- und Sicherheitsministerium (MOIS, bzw. VEVAK), die islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und den Qods Armee (Eliteeinheit des Irans für extraterritoriale Operationen) gemacht. Aktuell ist er ein Mitarbeiter der Webseite des NWRI.