Tuesday, December 6, 2022
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Neue Wendung in der Affäre um den Tod des argentinischen Staatsanwaltes, der die Rolle des iranischen Regimes bei der Bombardierung des Jahres 1994 untersucht hatte

Mittwoch, den 3. Juni 2015, 15. 05 Uhr

Die argentinische Polizei ist nach der Freigabe einer Video-Aufnahme, die Beamte zeigt, welche ohne Latex-Handschuhe an dem Schauplatz des umstrittenen Mordes an Alberto Nisman arbeiten, scharf kritisiert worden.

Das Material, das auch zahlreiche weitere Unregelmäßigkeiten zeigt, macht klar, „wie man Dinge nicht anpacken sollte“ – so Ernesto Duronto, Vizepräsident der Vereinigung argentinischer Gerichtsmediziner.

Nisman wurde am 18. Januar tot in einer Blutlache aufgefunden – an dem Tag, bevor er eine geheime Verabredung aufdecken wollte, mit der die Rolle vertuscht werden sollte, die Politiker des iranischen Regimes 1994 bei der tödlichen Bombardierung eines Zentrums der jüdischen Gemeinde in Buenos Aires gespielt hatten. 

Das Video zeigt einen Beamten, der ohne Handschuhe Dinge aus Nismans Safe holt. Auch sieht man, wie Beamte ohne Handschuhe Nismans Mobiltelefon aufnehmen und ein an Ort und Stelle gefundenes Gewehr mit Toilettenpapier putzen. 

Fein erklärte, die Beamten hätten nur einen Teil der Pistole abgewischt, um die Seriennummer zu erkennen; dadurch seien keine Fingerabdrücke der Verbrecher entfernt worden. Duronto widersprach; er sagte, solches Handeln könne durchaus Abdrücke entfernen. 

Inzwischen berichteten argentinische Politiker, sie prüften, ob jemand sich wenige Stunden nach seinem mysteriösen Tod in den Computer von Staatsanwalt Alberto Nisman eingeloggt habe, bevor seine Mutter den Leichnam entdeckte. So berichtet das „Wall Street Journal“. 

Herrn Nismans Samsung-Laptop registrierte die Einführung von bis zu drei USB-Sticks eben nach acht Uhr morgens – das berichtete Frau Fein am Montag, wenige Stunden nachdem eine Bersa des Kalibers a. 22 an seinen Kopf gehalten und abgefeuert worden war.

Die Ermittler untersuchen, ob sein Computer – mit den Daten seiner Untersuchung der Rolle von Politikern des iranischen Regimes bei dem Terroranschlag des Jahres 1994 in Argentinien – an Ort und Stelle oder ferngesteuert hochgefahren und ob eventuell seine Zeitmessung verändert wurde.

Nach den Ermittlungen von Staatsanwalt Nisman wurde der Plan, das Jüdische Zentrum in Buenos Aires zu sprengen, während eines Treffens des Höchsten Sicherheitsrates des iranischen Regimes am 14. August 1993 mit Khamenei (dem Höchsten Führer), Hashemi Rafsanjani (dem damaligen Präsidenten), Ali Akbar Velayati (damals Außenminister) und Ali Fallahian (Geheimdienstminister) erörtert. Nachdem die Entscheidung über den Bombenanschlag zustande gekommen war, beauftragte Khamenei das Geheimdienstministerium und die Quds-Truppe der Revolutionsgarden (IRGC-QF) mit der Durchführung. 

Damals war Kommandeur der Quds-Truppe Ahmad Vahidi; Kommandeur des IRGC war Mohsen Rezaee. Nismans Ermittlungen ergaben, daß Mullah Mohsen Rabbani, der Leiter des Terrorismus des Regimes in Lateinamerika, der dort getarnt als Kulturattaché bei der Botschaft der Mullahs in Buenos Aires arbeitete, gemeinsam mit einem weiteren Agenten des Geheimdienstministeriums namens Ahmad Reza Asghari, getarnt als Dritter Sekretär der Botschaft, sowie Amad Moghnia, dem militärischen Kommandeur der Hisbollah, an der Ausführung des Plans beteiligt war.

Am 25. Oktober 2006, erließ der argentinische Ankläger internationale Haftbefehle für die oben genannten Personen außer Khamenei. Nisman arbeitete intensiv daran, daß ihnen in absentia der Prozeß gemacht würde.