Sunday, January 29, 2023
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VAE verhaftet 12 Iraner in der Nähe einer umstrittenen Insel

uae mapTEHRAN (AFP) – Die Arabischen Emirate haben kurz vor dem Staatsbesuch Präsident Mahmoud Ahmadinejad zwölf iranische Taucher verhaftet, die an einem gesunkenen Schiff in der Nähe einer umstrittenen Insel im Golf arbeiteten, teilten Regierungsvertreter am Dienstag mit.

"Zwölf Taucher, die in internationalen Gewässern arbeiteten, wurden von der Armee der Vereinigten Arabischen Emirate verhaftet", berichtete Hassan Nouripour, der Vorsitzende der Tauchergesellschaft Sadaf Sefid Khark der Nachrichtenagentur ISNA.

Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums, der ungenannt bleiben wollte, verurteilte die Verhaftungen als "ungesetzlich" und sagte, dass sich ein Mitarbeiter des Konsulats bereits mit den Gefangenen getroffen habe, so ISNA.

Die Taucher wurden am 1. Mai verhaftet, als sie 18 nautische Meilen vor der Insel Abu Musa arbeiteten, die zusammen mit den Inseln Großer Tunb und Kleiner Tunb das Kernstück eines Streits um Meeresgebiet zwischen den VAE und Iran seien.

Die Inseln wurden Teheran zugesprochen, nachdem sich die Britische Armee 1971 aus der Golfregion zurückgezogen hatte. Abu Dhabi meldete jedoch Ansprüche an.

Die Verhaftungen gingen einem Besuch Ahmadinejads in den VAE am Sonntag voraus. Das ist der erste Besuch eines iranischen Präsidenten in den VAE seit der Islamischen Revolution von 1979.

Diskussion über die Inseln haben teilweise die Beziehungen zwischen den beiden Ländern belastet, die trotzdem stabile Beziehungen, vor allem im Handel unterhalten.

Nouripour sagte, dass die Tauchergesellschaft ihre Angestellten zu dem Schiff geschickt hätte, nachdem sie der Schiffseigner die Gesellschaft beauftragt hatte, seine Fracht zu bergen. Die Genehmigung der iranischen Behörden habe vorgelegen.

Das Schiff war offensichtlich während eines plötzlich aufgekommenen Sturmes im vergangenen Jahr auf seiner Fahrt von Dubai zum Hafen in Dailam im Süden Irans gesunken.

"Das Schiff war etwa 22 nautische Meilen entfernt von den VAE in internationalem Gewässer. Trotzdem kamen in der vergangenen Woche zwei Patrouillenboote der Emirate zu der Stelle, sprachen mit unseren Tauchern und zwangen sie, in die VAE mitzukommen."

Die Vertreter der VAE standen nicht sofort für Kommentare zur Verfügung.

Ein Vertreter des Außenministeriums teilte ISNA mit: "Diese Taucher waren 18 Meilen von Abu Musa und 24 Meilen von den VAE entfernt. Deshalb war ihre Verhaftung völlig ungesetzlich."

Er fügte hinzu: "Wir verfolgen den Fall und sehen eine Lösung in einem Treffen unserer Botschaftsmitarbeiter mit ihnen."

"Gegenwärtig befinden sich diese 12 Taucher in einer guten Verfassung und wir verfolgen ihren Fall, um ihre Freilassung zu erwirken", fügte er hinzu.

Der Seestreit spielte auch 2005 bei der Verhaftung eines Franzosen und eines Deutschen eine Rolle, die sich unwissentlich in iranisches Hoheitsgewässer begeben hatten, weil sie sich an einer Karte der VAE orientierten. Nachdem sie mehr als ein Jahr in iranischen Gefängnissen verbringen mussten wurde ihnen verziehen und sie auf freien Fuß gesetzt.

Im März nahem iranische Marineeinheiten 15 britische Seeleute im Golf fest und behaupteten, dass sei in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien. Großbritannien hielt dem entgegen, dass sie wegen der Aufdeckung von Schmuggel im irakischen Gewässer operierten.

Nach fast zweiwöchiger Gefangenschaft wurden die 14 Männer und eine Frau von Ahmadinejad frei gelassen.