Sunday, February 5, 2023
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Erklärung der NWRI-Deutschlandvertretung über den diffamierenden Bericht im ZEIT Magazin

Schließlich, nach mehreren E-Mails und Ultimaten an die Vertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran in Deutschland veröffentlichte eine der regierenden Mullahs im Iran „wohlgesinnte Reporterin“ namens Luisa Hommerich die ihr gegen die Volksmudschahedin des Iran (MEK) gerichtete  Geschichte im ZEIT Magazin vom 28. Oktober 2021. Da ein zuvor von Hommerich geschriebener Artikel im SPIEGEL vom 24. Februar 2019 skandalisiert wurde, das Hamburger Landgericht den SPIEGEL verurteilte und die Entfernung von Teilen des Artikels anordnete, kam sie diesmal im Gewand des ZEIT Magazins auf die Bühne, um noch einmal die Wahrheit mit einer Kollektion von Lügen und Verleumdungen über die MEK um 180 Grad zu verdrehen und der Diktatur von Teheran zur Hilfe zu eilen, die mit internen und externen Krisen zu kämpfen hat. Nicht ahnend, dass, gemäß Mahatma Gandhi, “Lügen durch wiederholtes Nacherzählen nicht zur Wahrheit werden.”
Während die weltweite Verurteilung des neuen Präsidenten der Mullahs – Ebrahim Raisi –, einem Mitglied des Todeskomitees beim Massaker von 1988 an 30.000 politischen Gefangenen, von denen 90 Prozent aus den Reihen der MEK waren, stetig zunimmt, wurde ein akkreditierter Diplomat des Regimes wegen des versuchten Bombenanschlages auf eine Kundgebung der MEK in 2018 vom belgischen Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Und während ein Folterer des Mullah-Regimes aktuell in Schweden vor Gericht steht, können vulgäre und völlig falsche Artikel mit Hollywood-Fotos gegen die Widerstandsbewegung, obwohl viel dafür ausgegeben wurde, nicht dabei helfen, die Mullahs aus der Krise herauszuholen. Es wird eher der Mullahs-Gestapo zum Nachteil werden. Indessen muss das ZEIT Magazin den selben Seitenumfang (10 Seiten) der Veröffentlichung von Erwiderungen und unseren Dokumenten widmen, um seine journalistische Neutralität zu beweisen. Dort werden die Intrigen und koordinierte Pläne, die dem brutalen iranischen Regime zu helfen, nachgewiesen.

Der obengenannte Artikel in dem ZEIT Magazin ist eine vervollständigte Version der mehr als 30 sogenannten Fragen von Hommerich an die Vertretung des Nationalen Widerstandsrats Iran, eines Sammelsuriums, das eher einem Verhörblatt des iranischen Geheimdienstministeriums ähnelt:

1. Die Repräsentanz des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) in Deutschland schrieb in ihrer Mitteilung vom 15. Oktober 2021 nach Erhalt dieses Verhörpapiers: „… der von Hommerich erhaltene 30-Fragen-Katalog macht deutlich, dass sie seit langem an diesem Gesinnungsbeitrag arbeitet und, um sich rechtlich und juristisch abzusichern, uns nun diese Fragen schickt. Angesichts dieser schändlichen und sich wiederholenden Historie, dass Hommerich bezüglich der MEK und des NWRI fast wie eine Relais-Station des berüchtigten iranischen Geheimdienstministeriums wirkt, wird sie vom iranischen Widerstand nicht als eine objektive Journalistin anerkannt, weshalb es weder in der Vergangenheit noch in Zukunft eine Verbindung zu ihr geben wird.“ Der am 28. Oktober erschienene Artikel im ZEIT Magazin beweist diese Tatsache und zeigt, dass Hommerichs Mission für die Erstellung dieses Artikels mindestens bis in Oktober 2020 zurückverfolgt werden kann.

2. In einer niederträchtigen Werbekampagne und für das Wohlwollen der Auftraggeber ihres Artikels behauptet Hommerich täuschend, ihr Held, der große Zampano der ausgedachten Geschichte (Amin Golmaryami) sei “… das erste Opfer dieser Politsekte, das seine Geschichte unter seinem Namen öffentlich macht.” Jedoch unwissend, dass das Mullah-Regime in den letzten vierzig Jahren tausende solche Szenarien, Theater und Medienaffäre gegen die MEK und den iranischen Widerstand innerhalb und außerhalb des Iran arrangiert hat. Hommerich verschwieg, dass sie selbst im SPIEGEL mit einem dieser scheinbaren Opfer, nämlich Gholamreza Shekari, im SPIEGEL unter eigenem Namen interviewt hatte.

3. Hadi Sanikhani, der vier Jahre lang in Albanien mit der iranischen Botschaft und dem Geheimdienstministerium zusammengearbeitet hat, enthüllte im Februar 2021 in einem Brief an den UN-Generalsekretär die Rolle des iranischen Geheimdienstministeriums in Albanien. Er schrieb u.a.: „… im September 2018 teilte man uns von der (iranischen) Botschaft mit, dass eine SPIEGEL-Reporterin nach Albanien kommen werde und wir für ein Interview mit ihr zur Verfügung stehen sollten. Die genannte Journalistin war eine 30-jährige Frau namens Luisa Hommerich. Wie ich später erfuhr, hatte sie in den Jahren 2016 und 2017 an der Universität Teheran Islamwissenschaften studiert und mit den Basij-Milizen des Regimes verkehrt. Mit einigen der Abtrünnigen, die mit der iranischen Botschaft im Kontakt standen, haben wir uns in einem Café im Ramsa-Viertel des Zagozi-Platzes versammelt und trafen uns mit der SPIEGEL-Reporterin. Jeder von uns hat ihr gemäß den vorherigen Absprachen einige Lügen über die Volksmudschahedin erzählt. Ich stand drei Monate mit dieser Reporterin im Kontakt. Von Zeit zu Zeit stellte sie Fragen über die Volksmudschahedin, und ich holte die Antwort auf diese Fragen von der Botschaft und leitetet diese an sie weiter.“

4. Hommerich behauptet mit einer bemerkenswerten Mischung aus Torheit und Unverschämtheit, die Volksmudschahedin hätten “… weltweit Tausende Mitglieder und Unterstützer, auch in Deutschland … Das europäische Hauptquartier befindet sich in der Nähe von Paris, in Deutschland ist die Zentrale in Berlin untergebracht. Die Lobbyarbeit ist so erfolgreich, dass sogar Bundestagsabgeordnete den Nationalen Widerstandsrat unterstützen und ihn als demokratische Alternative zum iranischen Regime verklären. Vermutlich wissen sie nicht, was Menschen wie Amin Golmaryami nach seinen Aussagen durch die Volksmudschahedin erlitten haben – oder sie wollen es nicht wissen.“ Nur ein Agent des Geheimdienstministeriums oder ein ihm wohlgesinnter Reporter ist in der Lage, Tausende Parlamentarier und politische Persönlichkeiten aus Europa und den Vereinigten Staaten, die den iranischen Widerstand aktiv und innig unterstützen, als Unwissende oder Getäuschte darzustellen. Dies erinnert genau an die Begriffe, die das iranische Regime seit vierzig Jahren anwendet: „… unwissende Sympathisanten und unehrliche Anführer der Volksmudschahedin.“ Nein, Frau Hommerich, das sind diejenigen, deren Versammlung das klerikale Regime beabsichtigt hatte am 30. Juni 2018 zusammen mit dem iranischen Widerstand in Villepinte bei Paris zu bombardieren und alle Anwesenden zu ermorden. Es wäre besser, mit solch niederträchtigen Lügengeschichten dem religiösen Faschismus im Iran nicht den Vorwand für weitere Verbrechen an den Volksmudschahedin zu bieten.

5. Amin Golmaryami, der vermeintliche Protagonist des Berichts von Luisa Hommerich, hat während zehn von den zwölf Jahren, die er in Camp Ashraf/Liberty verbrachte, die Möglichkeit gehabt, zu US-Offizieren, Beamten der UNAMI, des UNHCR, des Internationalen Roten Kreuzes sowie zu irakischen Offizieren und Beamten der irakischen Regierung Kontakt aufzunehmen. Alle Genannten waren in Reichweite. Er war des öfteren allein, als er von Personen der genannten Stellen interviewt wurde. Das Märchen, er hätte einer Verbindungsperson der UN in einer Zigarettenschachtel versteckte Botschaften konspirativ zugespielt, ist einfach nur lächerlich. Neun US-Behörden untersuchten 16 Monate lang jeden Bewohner des Camp Ashraf im Irak, berichtete die New York Times am 27. Juli 2004.

6. In Fortsetzung dieser falschen Behauptung schreibt Hommerich über Golmaryami: “Das UNHCR sagte im Mai 2013, er könne nicht nach Köln fliegen.” Dass Amin Golmaryami und sein Bruder auf die Liste der nach Albanien Ausreisenden gesetzt wurden, hatte mit dem UNHCR nichts zu tun. Die albanische Regierung gab im November 2012 bekannt, sie werde 210 Bewohner von Camp Liberty aufnehmen. Die erste Gruppe dieser Menschen verließ im Mai 2013 Camp Liberty in Richtung Albanien. UNHCR, UNAMI, US-Behörden, irakische Stellen : sie alle spielten nicht die geringste Rolle bei der Auswahl dieser Personen. Die MEK hat Personen wie Golmaryami, die nicht die Kraft zur Fortsetzung des Kampfes und zum Ertragen der schweren Situation einer Belagerung und ständigen Raketenangriffen hatten, bei dieser Ausreise bevorzugt: sie hat ihnen sogar vor kranken Mitgliedern den Vortritt eingeräumt. Personen, die die Situation nicht mehr ertragen konnten, bildeten einen Teil der 210 Ausreisenden. Das war eine Initiative der MEK.

7. Am Tag vor seinem Abflug aus dem Irak nach Albanien schrieb Golmaryami am 31. Mai 2013 in einem von ihm handschriftlich verfassten und unterschriebenen Brief:
“Zuallererst wollte ich Ihnen danken, danke, dass Sie alle meine Probleme gelöst haben, um meine Wahl für ein neues Leben zu treffen. Ich fliege morgen nach Albanien und weiß, dass ich in Zukunft mit vielen Schwierigkeiten im Leben konfrontiert sein werde, insbesondere in Bezug auf das Regime und seine psychologische Kriegführung. Aber ich wollte, dass Sie sich meiner und meiner beiden Brüder sicher sind. Wenn Sie sich fragen sollten, warum wir nicht in Liberty bleiben konnten und uns entschieden haben, ins Ausland zu gehen, seien Sie versichert, dass wir mit der Organisation immer verbunden sein und sie unterstützen werden. Nicht nur wegen der Hilfe, die uns die Organisation in diesen schwierigen Jahren gegeben hat, sondern auch wegen unseres Respekts vor Männern und Frauen, denen ich in allen schwierigen Zeiten und schwierigen Situationen beistehen und von denen ich lernen konnte, und aus Respekt vor denjenigen, die neben mir standen und bei den Angriffen [des Regimes] den Märtyrertod starben. … Ich werde mich nicht verabschieden, denn ich werde auch im Ausland immer mit Euch verbunden sein und ich werde von Euch allen Menschen auf Erden erzählen. Grüße an die Volksmudschahedin des Iran.”

8. Als er Liberty verließ, erhielt Golmaryami von der MEK 1.000 US-Dollar als Finanzhilfe und danach auch in Albanien – als er nicht mehr Mitglied der Organisation war – monatlich 500 US-Dollar von der MEK als Zuschuss für seinen Lebensunterhalt. Für all diese Zahlungen hat er Empfangsbestätigungen mit eigener Unterschrift verfasst.

In seinem Brief vom 7. Juni 2014 schrieb Golmaryami: „Wie ich bereits sagte, war und bin ich ein Anhänger der MEK-Organisation und halte an meinen politischen roten Grenzen dem klerikalen Regime gegenüber fest. Ich verurteile die Lügenpropaganda des iranischen Geheimdienstministeriums über politische Flüchtlinge in Albanien … In Anbetracht der Tatsache, dass seit meiner Ankunft in Albanien ein Jahr vergangen ist und angesichts der festen monatlichen Gehaltszahlung, die ich seit Anfang August 2014 aus dem Finanzfonds der MEK erhalte …, bitte ich erneut, dass die Zahlung von Zuschüssen an mich verlängert wird.” Einige der entsprechenden Empfangsbestätigungen, von Amin Golmaryami mit der Hand geschrieben und unterschrieben, sind im Folgenden zu sehen.

9. Nun, warum sich diese Person acht Jahre später plötzlich daran erinnerte, “er möchte, dass jeder weiß, was die Mojahedin-e Khalq … was für eine gefährliche Gruppe” seien, ist eine Frage, die er beantworten muss. Aber es ist sehr klar, warum Luisa Hommerich sich plötzlich und nach fast 30 Jahren an die “Kinder der Mudschahedin” erinnerte, die alle Ende dreißig oder Anfang vierzig sind. Dies ist nur vor dem Hintergrund der äußerst kritischen innerstaatlichen, regionalen und internationalen Lage des Mullah-Regimes einerseits und der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz der MEK im Land und der zunehmenden Anerkennung ihrer Legitimität als Widerstandsorganisation auf globaler Ebene zu bewerten. Unter solchen Umständen unterstützen das Teheraner Regime erneut die ihm “freundlichen Reporter”, indem sie in einem 5245-Wörter-Artikel dieselben bodenlosen Behauptungen und überholten Anschuldigungen aus der Vergangenheit gegen den iranischen Widerstand und die MEK wiederholen.

Luisa Hommerich sollte gefragt werden, ob sie von diesen Briefen und Hilfeleistungen der MEK an Golmaryami wusste. Gibt es eine Antwort auf die Frage, wie sich jemand, der schon lange mit den MEK in Kontakt stand und von ihnen eine monatliche Hilfe zum Lebensunterhalt erhielt, plötzlich im Jahr 2021 an den Druck der MEK und ihre Gehirnwäsche in den 1990er Jahren erinnert? Fragen wie diese werden hier offenbar nur im Rahmen der Ausführung eines vom Mullah-Regime gewünschten Beitrags beantwortet. Jeder weiß, dass das Wort “Gehirnwäsche” eine Anschuldigung des Geheimdienstes des iranischen Regimes gegen die MEK war, die dem Regime den Weg ebnen sollen, gegen Sie Völkermord zu begehen.

10. Hommerichs Artikel ist eine Ergänzung zu der vor einigen Tagen von der Nachrichtenagentur der terroristischen Quds-Force „Tasnim“ verbreiteten Meldung über “Kinder der MEK”. Dabei geht es um ein Buch, das kürzlich von einem Agenten des iranischen Geheimdienstes vorgestellt wurde. Am 26. Oktober stellte Tasnim einen neu erschienenen Roman mit dem Titel “Hinter dem Staub” vor, der sich umfangreich mit der Geschichte von Kindern befasst, die angeblich durch die MEK von deren Eltern getrennt wurden. Tasnim zitiert den Autor dieses Romans mit den Worten: „Eines meiner wichtigsten Anliegen ist die MEK-Frage, denn leider sind die jungen Leute der Gesellschaft mit den Verbrechen der MEK nicht sehr vertraut. Andererseits versuchen die MEK und eingeschworene Feinde dieses Landes mittels sozialer Netzwerke im Internet und mithilfe von Lügenpropaganda, die westliche Medien verbreiten, sich reinzuwaschen, indem sie sich als Opfer ausgeben, und leider ist ihnen dieser Verrat in gewissem Maße gelungen … Trotz dieser Informationen trat ich in die Recherchephase ein, um diesen Roman zu schreiben, führte mehr als 50 Stunden Interviews mit Aussteigern aus diesem Grüppchen (gemeint MEK) und las auch zahlreiche Artikel und Bücher. Schließlich habe ich all diese Informationen nach den wirklichen Ereignissen in Form eines Romans geschrieben.” Genau das ist Hommerichs Anliegen. Tasnim zitiert dann den Autor des Romans, wo er sich mit angeblichen “Zwangsscheidungen” innerhalb der MEK beschäftigt und behauptet, dass “Kinder von ihren Eltern getrennt und in getrennten Abteilungen gehalten werden”. Dann geht Tasnim auf den Kern des Themas ein, das Hommerich angesprochen hat: „Im ersten Golfkrieg haben die Leiter der Organisation (MEK) unter dem Vorwand amerikanischer Bombardierungen die Kinder aus dem Irak herausgebracht und nach Deutschland überstellt.” … Die Geschichte „Hinter dem Staub“ ist die Geschichte von einem dieser Kinder, die an eine niederländische Familien verkauft worden sein soll. Und nachdem dieses Kind (ein Mädchen) das Alter von 18 Jahren erreichte, soll angeblich die Organisation versucht haben sie zu rekrutieren. Eine Rekrutierung, die mit einer Lüge begann und endet, nachdem die wahre Identität der Organisation enthüllt wurde.” Wie Tasnim schreibt, ist der Spitzname dieses Kindes Sarah. Sehen Sie sich nun Hommerichs Artikel an und lesen Sie diesen Satz: „1991 nutzten die Volksmudschahedin die Flüchtlingsströme, um hunderte Kinder ins Ausland zu bringen – um sie vor den Bomben zu retten, sagen die Volksmudschahedin heute. Aussteigern zufolge ist es jedoch auch darum gegangen, Familienstrukturen zu brechen, den Kampfgeist zu stärken.” Genau die Behauptung der terroristischen Quds-Force. Die Version entspricht dem Original!

11. Der plötzliche Positionswechsel des Golmaryami mag seltsam erscheinen, aber ein Absatz in diesem Artikel ist aufschlussreich; darin heißt es: „Er richtete ein Facebook-Profil ein und schickte eine Freundschaftsanfrage an Leute, die er aus seiner Kindheit kannte und an eine zwei Jahre ältere Frau aus den Niederlanden, die hier Sarah heißen soll.“ Er rief sie an. „Sarah sagt von sich selbst, sie sei von einer überzeugten Unterstützerin der MEK zu einer Aussteigerin geworden … Im Juli 2013 flog sie nach Albanien. Sie lernten sich im Hof ihres Hotels kennen und … beide sagen, sie hätten sich sofort verliebt.” … “Das Buch ‘The Terrorist Force of Quds‘ und Hommerichs Artikel scheinen beide von derselben Sarah zu sprechen.“ Die Geschichte ist nicht seltsam und nicht neu. Es gibt viele Frauen, die von den Geheimdiensten der Mullahs zu Werkzeugen (Parasto) der Rekrutierung von Dissidenten ausgebildet wurden.

12. Neben Amins Bruder ist eine andere von Hommerich verwendete Quelle ein Mann namens Ervand Ebrahamian, den die Autorin als “einen renommierten Iran-Experten” bezeichnet, obwohl seine lange Geschichte der Unterstützung des religiösen Faschismus im Iran niemandem verborgen bleibt. Am 7. August 2015 sagte Abrahamian beispielsweise in einem Interview mit der Website Loblog, die die Ansichten des Regimes verbreitet, über die Natur des iranischen Regimes: „Die derzeitigen Führer sind weniger revolutionär und viel pragmatischer … Dies ist keine neue Art von politischem Pragmatismus. In jüngerer Zeit haben sie sich mehr mit den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten beschäftigt. Aber was die Regionalpolitik angeht, ist die Außenpolitik des Iran seit 25 Jahren sehr pragmatisch … Schon Khomeini war sehr pragmatisch. Die Wiederöffnung des Iran bedeutet kein Mehrparteiensystem und keine freie Wahlen. Sie bedeutet, dass Reformisten innerhalb der Islamischen Republik eine Chance erhalten, für die Wahlen zu kandidieren.“

13. Eine weitere Quelle des Artikels ist der völlig verzerrte Bericht der Rand Company aus dem Jahr 2009, der zu derselben Zeit im Bericht eines Anti-Terror-Forschungsinstituts in Washington als nicht plausibel und ungültig bezeichnet worden ist.
Im Rand-Bericht hieß es, der Bericht sei von Teilen des US-Verteidigungsministeriums in Auftrag gegeben und von demselben Ministerium finanziert worden. Er diene eindeutig dazu, die Übertragung des Schutzes der Mojahedin von den US-Streitkräften an die irakischen Streitkräfte unter dem Einfluss des iranischen Regimes zu rechtfertigen, die gleiche Übertragung, auf die Hommerich in ihrem Artikel hinweist und schreibt: “Von 2009 an, so berichtet Golmaryami, sei das Leben für ihn im Camp noch gefährlicher geworden. Die USA übergaben die Verantwortung für die Sicherheit im Camp an die irakische Regierung, welche die Feinde des Iran aus dem Land haben wollte. Sicherheitskräfte stürmten das Camp, es wurden Bewohner getötet.“ Das Ergebnis der Übertragung der Verantwortung, die durch den Rand-Bericht begründet wurde, waren sieben Blutbäder in den Camps Ashraf und Liberty. Der mit Unwahrheiten überfüllte Bericht von Luisa Hommerich läuft Gefahr – wie der Rand-Bericht –, den Weg für eine Kette von Terrorangriffen gegen die MEK zu ebnen. War sie sich dieser Gefahr bewusst, als sie diese falsche Behauptungen verbreitete?

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-28 & 29 JULY 2009

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-8 APRIL 2011

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-1 SEPTEMBER 2013

IRAQ-LIBERTY VICTIMS-29 OCTOBER 2015

14. Zu den falschen Behauptungen, die von Hommerich aus dem Bericht der Human Rights Watch von vor 16 Jahren zitiert werden, ist zu sagen, dass erstens dieser Bericht zunächst von einem Iraner erstellt wurde, der eine lange Geschichte mit der berüchtigten Mullah-Lobby (NIAC) in Washington hatte. Zweitens basierte dieser Bericht auf 12 Stunden Telefoninterviews mit 12 schon entlarvten iranischen Geheimdienstagenten unter der Bezeichnung “ehemalige Mitglieder der MEK”. Drittens reiste eine Delegation des Europäischen Parlaments kurz nach der Veröffentlichung dieses Berichts nach Ashraf, traf sich während eines 5-tägigen Besuchs mit Tausenden Mitgliedern der MEK, sowohl Männern als auch Frauen, und sprach frei mit ihnen. Am Ende des Besuchs veröffentlichten die „Friends of a Free Iran“ im Europäischen Parlament im September 2015 einen Bericht mit dem Titel “Mission Report”, der auf alle Vorwürfe im Bericht der Human Rights Watch vom Mai 2015 einging und betonte, dass für keinen von ihnen Beweise gefunden worden seien. Zwischen 2003 und 2009, bevor die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über Ashraf übernahmen, reisten Dutzende parlamentarische Delegationen aus westlichen Ländern nach Ashraf. Sie sprachen mit jedem Bewohner, mit dem sie sprechen wollten, und zwar in völliger Handlungsfreiheit.

Oberst David Phillips (jetzt General Phillips im Ruhestand), dessen Brigade von 2003 bis 2004 die Schutzverantwortung für Camp Ashraf innehatte, schrieb am 27. Mai 2005 einen Brief an Kenneth Roth, den Direktor der Human Rights Watch, der im Juni desselben Jahres in einem Bericht des US-Kongresses veröffentlicht wurde. Er kritisiert darin scharf den HRW-Bericht: „Im Laufe eines Jahres wurde ich mit unzähligen Berichten über Folter, Waffenverstecke und Inhaftierung von Personen durch die MEK-Führung konfrontiert … Ich habe die Einheiten unter meinem Kommando angewiesen, jede dieser Anschuldigungen zu untersuchen. In vielen Fällen leitete ich Inspektionsteams persönlich bei unangekündigten Besuchen in Einrichtungen der MEK, in Bezug auf die die Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden. Zu keinem Zeitpunkt während dieses Zeitraums von 12 Monaten haben wir glaubwürdige Beweise für die in Ihrem Bericht erhobenen Anschuldigungen gefunden. Ich habe mit den Mitgliedern der MEK persönlich und privat gesprochen. Zu keiner Zeit hat eines der jungen männlichen und weiblichen Mitglieder, auch nicht die oberste Führungsebene, irgendwelche der in Ihrem jüngsten Bericht erwähnten Fragen angesprochen … Ich habe keinen einzigen Vorfall entdeckt, bei dem ein Mann oder eine Frau gegen seinen/ihren Wunsch in der Organisation festgehalten wurde. Ich habe miterlebt, wie die MEK-Mitglieder völlig freie Wahl hatten, in der Organisation zu bleiben oder sie zu verlassen.”

15. Hommerich zitiert Golmaryami, indem sie schreibt, “Psychotechniken“ seien verwendet worden, „um Soldaten gefügig zu machen“; er sei „mit Aufgaben überhäuft“ worden; man habe „nach strengen schiitisch-islamischen Regeln gelebt und verpflichtet gewesen, dreimal am Tag zu beten“. Es ist klar, dass in den Augen einer mit den Mullahs befreundeten Journalistin die Übernahme von immer mehr Verantwortung im Kampf gegen das klerikale Regime ein unverzeihliches Vergehen der MEK ist. Sie hat vergessen, dass täglich mehr als eineinhalb Milliarden Muslime beten, und niemand macht dafür “strenge schiitische Regeln” verantwortlich. Es scheint, als hätten Golmaryami und Hommerich den Kampf gegen das klerikale Regime mit Sehnsucht nach Picknick und Freizeit verwechselt. Sie zitiert Golmaryami: „Ich habe den Regen vermisst, die grünen Wiesen und Wälder, das Herumstreunen in der Kölner Fußgängerzone.” Ihm fehlten auch “Silvesterpartys, Nutella, McDonald’s, Döner, Kino, das Fahren mit Bus und Bahn.“

16. Die Geschichte der Überführung von Kindern aus Ashraf nach Europa einschließlich Deutschlands, die inmitten eines der schrecklichsten Bombenkriege der Geschichte gegen den Irak im Jahr 1991 stattfand, ist eine sehr humane, bewundernswerte und verantwortungsvolle Aktion der Volksmudschahedin Iran gewesen. In einer Zeit, in der alle irakischen Versorgungssysteme, Wasser und Strom, staatliche Dienstleistungen, Nothilfe und Medizin ausgefallen waren, galt der fortgesetzte Aufenthalt von Kindern auf irakischem Boden und das Leben in einer Festung als Todesurteil für alle. Daher haben die MEK mit großem Risiko und enormen Kosten in einer Situation, in der die irakischen Straßen unter ständigem Bombardement von B-52-Bombern standen, durch eine sehr aufwendige Operation die Kinder auf Wunsch ihrer Eltern sicher aus dem Irak abtransportiert und zu Verwandten und Familien oder freiwilligen Unterstützern in Europa und den USA geschickt. Dort wuchsen sie in bester Gesundheit und Sicherheit und mit allen Einrichtungen auf und setzten ihre Ausbildung fort. Viele von ihnen kehrten in den folgenden Jahren auf eigenen Wunsch und freie Entscheidung zu ihren Eltern zurück. Niemand ist ohne Zustimmung der Eltern und gegen seinen Willen in den Irak zurückgekehrt, und niemand unter 18 Jahren hat jemals an militärischen oder operativen Einsätzen teilgenommen. Die Liste der Märtyrer der MEK vor 2009, als die Angriffe von irakischen Truppen bzw. der Quds-Force auf Camp Ashraf und Liberty begannen, endlich nicht einen Namen dieser “Kinder der Volksmudschahedin”. Dass Hommerich und Golmaryami versuchen, die MEK für den Tod eines jungen Mädchens (Alan Mohammadi) durch einen Unfall verantwortlich zu machen, ist genauso dumm und kriminell, wie die Tatsache, dass das Geheimdienstministerium die Erschießung von Neda Agha Sultan beim Bürgeraufstand von 2009 den MEK zugeschrieben hat.
Um ihre Geschichte besser zu verkaufen und die MEK unheimlich aussehen zu lassen, schreibt Hommerich, MEK-Kinder seien in „ein mit hohen Betonmauern umgebenes Haus in Auvers-sur-Oise“ gebracht worden. Dümmer geht’s nicht. Die Gebäude des iranischen Widerstandes in dieser Villenstadt im Norden von Paris sind alle bekannt und können Journalisten ständig vor Augen stehen. In den Widerstandszentren gibt es nicht nur keine Betonmauern, sondern in dieser Stadt sieht man überhaupt kaum solche Mauern.

17. Was die Lebensbedingungen der Kinder angeht, die nach Europa einschließlich Deutschland gebrachtwurden, sollte gesagt werden, dass dies alles im Rahmen des Gesetzes und mit Wissen der zuständigen Behörden geschah. Es wurde von den zuständigen Behörden und Institutionen in diesen Ländern überwacht. In jenen Jahren wurden ähnliche Klagen von mit dem Geheimdienstministerium “befreundeten Journalisten” eingereicht, die nach Prüfung aller Dokumente von zuständigen Gerichten für ungültig erklärt worden sind. Eines der Medien damals, das wie das ZEIT-Magazin heute die bodenlosen Vorwürfe kolportiert hatte, musste sich entschuldigen und eine Berichtigung veröffentlichen. Die lächerliche Behauptung, „einige [Kinder] seien [von der MEK] geschlagen worden, viele hätten wenig zu essen bekommen“, sickert nur aus den Köpfen derer, die ihre Ehre versteigert haben, denn außer den betreffenden Kindern haben in all jenen Jahren Dutzende iranische und nicht-iranische Erzieher und unzählige Gäste diese Zentren besucht und niemand erhob diese lächerlichen Behauptungen.

18. Das Verhalten Luisa Hommerichs und des ZEIT-Magazins verstößt gegen alle Standards des Journalismus. Es gießt Wasser auf die Mühlen von Ali Khamenei und Ebrahim Raisi, welch letzterer als Henker der Massaker von 1988 im Iran berüchtigt ist. Die Mullah-Führung massakriert nicht nur Iraner, sondern bringt die Region ins Fadenkreuz des Krieges und droht der Welt mit der Atombombe.
Die Deutschlandvertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran ruft alle Freiheitsliebenden, alle Befürworter der Meinungsfreiheit sowie alle, die das klerikale Regime seiner Aufstachelung zu Krieg und Terrorismus wegen verurteilen, dazu auf, angesichts des eklatanten Missbrauchs der Presse zur Beteiligung an der Unterdrückung eines opferreichen Widerstands, in dem 120.000 Mitglieder und Unterstützer hingerichtet worden sind, nicht zu schweigen. Das ist eine Voraussetzung für die Verteidigung der Menschenrechte.

Der Einsatz von Personen unter journalistischer Tarnung durch das iranische Geheimdienst MOIS ist nichts Neues. “Das MOIS braucht für die Sammlung von Informationen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes die geeignete Tarnung”, sagte Ali Fallahian, ein ehemaliger MOIS-Minister in einem Fernsehinterview am 22. Juni 2017. “Wir schicken keinen Geheimdienstler nach Deutschland oder in die USA, um zu sagen, er komme vom Geheimdienstministerium. Es ist eine geschäftliche oder journalistische Tarnung erforderlich.”

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Der iranische Widerstand fordert den Chefredakteur der ZEIT auf, den vorliegenden Text in Übereinstimmung mit dem Grundsatz der journalistischen Neutralität und dem Prinzip der Menschlichkeit und des Gewissens in der nächsten Ausgabe des Magazins ohne Kürzung oder Änderung zu veröffentlichen.

Die Vertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran in Deutschland
28. Oktober 2021