Monday, November 28, 2022
StartInlandErhellende Analyse zum Iran: Tausende unqualifizierte reiche Kinder greifen nach der Macht

Erhellende Analyse zum Iran: Tausende unqualifizierte reiche Kinder greifen nach der Macht

„Die aktuellen Proteste sind die größte Krise für das Regime nach seiner Machtübernahme“

NWRI – Ein Professor der Teheraner Universität sagte: „Mehr als 4000 Aghazadeh (korrupte reiche Kinder von Vertretern des iranischen Regimes) studieren in Großbritannien. Die meisten von ihnen werden danach in unser Land zurückkehren und nach ihrem Anteil an der Macht streben. Ihre Mitgliedschaft in entscheidenden Gremien und Organen produziert Krisen aller Art.“

Laut den staatlichen Bahar News sieht Akbar Valizadeh das Problem der „Aghazadeh“ als einen der zentralen Faktoren der Krisen im Land. Er sprach von einer Aktivierung einer Generation der „Aghazadeh“, die entweder ungebildet sind oder die keine Kenntnisse im Management haben, aber dennoch fordern, dass sie verantwortungsvolle und zentrale Positionen im Staat besetzen können. Der Einsatz dieser Personen führt zu Krisen.

Seiner Meinung nach ist die massive Arbeitslosigkeit eine dieser Krisen. Er sagte, dass die Proteste mehr von den Arbeitslosen als von der arbeitenden Bevölkerung kommen und dass die Arbeitslosen oft durch ihren Jobverlust unter das Niveau von minimalster Ausstattung mit Lebensmitteln fallen und Schulden anhäufen und dass sie dadurch rebellischer und trotziger werden.

Valizadeh ist einer der Vertreter  der Auffassung, dass die Unruhen im Januar die größte Krise für das Regime seit seiner Machtübernahme sind, auch aufgrund ihres Ausmaßes.

Er analysierte die Aufstände und zeigte auf, dass die immer stärkeren finanziellen Forderungen des Volkes, die Schwächung des Mittelstandes und die Sorgen der Jugendlichen und Studenten über ihre Zukunft und Karriere einen Wandel in den gesellschaftlichen Schichten brachte, der im Gegensatz zu den Traditionen und zur modernen Gesellschaft steht. Dies wird einige Krisen für das Regime mit sich bringen.

„Laut den Statistiken“, fährt er fort, „waren die aktuellen Aufstände die am meisten verbreitete Krise für die Islamische Revolution, denn sie fanden zum ersten Mal in allen Provinzen des Landes und in 29 Provinzhauptstädten statt. Ich habe keine Informationen über die Zusammensetzung der Demonstranten, aber das Ausmaß macht deutlich, dass dies eine sehr ernste Krise ist und dass sie auch noch nicht beendet ist, nur weil sie jetzt aus den Krisengebieten verschwunden ist, und man kann nicht wieder zur Tagesordnung zurückkehren.“

Der Professor ergänzte: „Ich möchte eine andere soziologische Analyse zeigen, die bisher unterschätzt wurde. Es geht es um die Faktoren der Enttäuschung und Frustration bei den Aufständen, die hier analysiert  werden. In der Vergangenheit wurden diese Faktoren stets ignoriert. Die Schwächung der Mittelschicht in der iranischen Gesellschaft ist ein wichtiger Punkt. Die wirtschaftliche Entwicklung hat die Mittelschicht geschwächt und die Gesellschaft gespalten.“

„Die Mittelschicht hat zwei Funktionen: Im Bereich der Wirtschaft ist ihre Kaufkraft entscheidend. Ein Teil der wirtschaftlichen Probleme dieses Landes besteht in der Schwächung der Mittelschicht. Die Mittelschicht hat nicht mehr genug Kraft, um dauerhaft zu konsumieren, sie verfällt mehr und mehr in einen Zustand der Rezession und Lethargie und das schwächt die Mittelschicht noch mehr.“, sagte er. 

„Die zweite Funktion der Mittelschicht ist, dass sie das Verbindungsglied zwischen Regierung und Volk ist. Die Diskussion der Legitimität, der Hoffnung in der Gesellschaft und viele andere Debatten in der Politik und im sozialen Bereich werden auf den Schultern der Mittelschicht ausgetragen. Doch die Mittelschicht wird kleiner und schwächer und so verliert sie auch diese Funktion mehr und mehr.“