Saturday, December 10, 2022
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Iran: Fortgesetzte Streiks der Arbeiter und Proteste verschiedener Bereiche der Gesellschaft

 
Aufstände im Iran – Meldung Nr. 101

Die Streiks der Arbeiter und Angestellten und die Proteste aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft gingen am 4. März in mehreren Städten des Landes weiter.

1.    Die Arbeiter aller Sektionen der Haft Tapeh Fabrik für Zuckerverarbeitung, darunter auch die Bereiche Landwirtschaft, Service, Wartung und Bau gingen in den Streik, um gegen fehlende Lohnzahlungen zu protestieren. Sie versammelten sich vor den Einrichtungen des Unternehmens. Derakhshani, der Manager der Fabrik, versuche die Arbeiter daran zu hindern, dass diese am Streik teilnehmen, doch er scheiterte.

2.    Die Stahlarbeiter von Ahvaz streiken bereits seit 12 Tagen, obwohl eine Gruppe von Kollegen verhaftet wurde und der Staatsanwalt des Regimes ihnen mit Maßnahmen droht. Farhad Afsharinia, der Leiter der Justiz, rechtfertigte in beschämender Weise die Verhaftung damit, dass die Versammlung ohne Genehmigung statt findet und illegal ist. „Die Firma ist pleite, nicht nur die Arbeiter sind die Leidtragenden, sondern auch die verschiedenen Regierungsagenturen, Banken und der private Sektor, die nun alle auf ihr Geld verzichten müssen“, sagte er in seiner Kollaboration mit dem Eigentümer der Fabrik, der im großen Stil mit Duldung der Regierung die Fabrik ausgeplündert hat. 

3.    Eine Gruppe von Arbeitern des Unternehmens für die Herstellung von Schwermaschinen (HEPCO) in Arak marschierte nach Teheran, nachdem der Arbeitsminister von Rouhani seine Zusagen vom letzten Monat bezüglich der Nachzahlung ihrer seit acht Monaten ausstehenden Gehälter und Versicherungszahlungen nicht eingehalten hat. Sie protestierten vor der privatisierten Firma. Rund Tausend Arbeiter von HEPCO protestierten bereits im letzten Monat in Arak.

HEPCO existiert seit bereits 42 Jahren und war der größte Hersteller von Material für den Straßenbau im Mittleren Osten. Er steht vor der Insolvenz und die Produktion sank aufgrund der betrügerischen Politik des klerikalen Regimes von 3000 Einheiten auf 100. Die Zahl der Angestellten von HEPCO sank von 3000 auf 900 Arbeiter und sie haben seit Monaten keine Löhne mehr bekommen.

4.    Eine Gruppe von Bürgern aus Hashtgerd versammelte sich, um gegen die Enteignung ihres Landes zu protestieren. Ihr Land wurde an die Verwaltung des Regimes und die staatlichen „Veteranen – Fonds“ übertragen. 

5.    Mitarbeiter der Verwaltung der Bildungsabteilung in Babol legten ihre Arbeit nieder in gingen in den Streik. Ihre Überstunden werden seit einem Jahr nicht mehr bezahlt.

6.    Die Angestellten von Ahab (eines der sechs Unternehmen, das für Linie 6 der Teheraner U- Bahn verantwortlich ist) trafen sich zu einem Protest. Auch sie haben seit acht Monaten keine Gehälter bekommen.

7.    Die Arbeiter der Bahn in Tabriz protestierten ebenfalls gegen ausstehende Gehaltszahlungen.  Die Arbeiter  trugen ein Banner mit der Aufschrift: „Wir wollen unsere legitimen Rechte“.

8.    Die Arbeiter des Elektrikunternehmens Sazeh Kavir in Yazd trafen sich vor dem Werk, um gegen sechs Monate ausstehende Lohnzahlungen zu protestieren.

9.    Die Grüanlagenpfleger der Gemeinde Sarbandar (Bandar Chomeini) in der Provinz Khuzestan trafen sich am zweiten Tag in Folge aus Protest gegen fehlende Gehaltszahlungen vor dem Rathaus.

10.    Die Arbeiter des Unternehmens Kisson, die an der Bauphase 2 der Eisenbahnlinie von Bafgh nach Zarrinshahr beteiligt sind, protestierten am sechsten Tag in Folge an der Station Varzaneh in Isfahan.

11.    Eine Gruppe ausgeplünderter Anleger der Valiasr Kreditunion von Rabat Kareem und Baharestan traf sich vor dem Parlament des Regimes in Teheran, um gegen die ungewisse Zukunft ihrer Anlagen zu protestieren.

12.    Am 3. März trafen sich am zweiten Tag in Folge Hunderte arbeitslose Jugendliche der Ortschaften Chaghamish (Bezirk Dezful) und des Dimcheh Bezirks von Shooshtar vor dem Gebäude des Unternehmens für Agrarindustrie in Karoun. Spezialeinheiten griffen die Demonstranten an, als sie „Tod der Arbeitslosigkeit“ riefen. Die Agenten der unterdrückenden Sicherheitskräfte verhafteten fünf Personen, schossen Tränengas in die Menge und gaben Warnschüsse ab. Danach schlossen sie alle Zufahrtswege zum Unternehmen. Das Unternehmen für Agrarindustrie in Karoun verspricht seit 1981 die Vermietung von 30.000 Hektar Land in der Region, doch es hat seine Versprechen nie erfüllt. Das Unternehmen hat das Land an Vertragshändler der Regierung verschleudert und Ausländer zu Billiglöhnen eingestellt. Seitdem steigt die Arbeitslosigkeit und Armut in der Region an.

Das Unternehmen für Agrarindustrie in Karoun hat Niederlassungen in Shushtar, Gatvand und Dezful, die seit vier Jahrzehnten aktiv sind. Zu Beginn arbeiteten dort 17.000 Mitarbeiter. Heute hat es nicht einmal mehr 2000 Angestellte .

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
5. März 2018