Saturday, December 10, 2022
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Solidaritätskonferenz mit Frauen des iranischen Widerstandes und Aufstand

Maryam RajaviQuelle: Maryam-Rajavi.com
Anlässlich des 8. März, dem Internationalen Frauentag, fand am 5. März eine Solidaritätskonferenz mit Frauen im iranischen Widerstand und Aufstand in der Residenz von Maryam Rajavi in Auvers-sur-Oise, im Norden von Paris statt. Frauenrechtlerinnen und Aktivistinnen für die Gendergleichheit aus Italien, Spanien, Griechenland, Algerien, Palästina, Australien, den Vereinigten Staaten, Kanada, England und Frankreich kamen dort zusammen.

Die Konferenz wurde vom Frauenausschuss des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) organisiert. Nachfolgend lesen Sie die Rede von Frau Rajavi, der vom iranischen Widerstand gewählten Präsidentin:

Meine lieben Freundinnen und Schwestern,

Da wir den 8. März, den Internationalen Frauen Tag begehen, möchte ich meine Schwestern in der ganzen Welt grüßen, vor allem diejenigen, die im letzten Jahr gekämpft haben und Opfer brachten, um Gleichheit und Freiheit voranzubringen.

Lasst uns also voll des Lobes sein für:

Die mutigen Frauen der Aufstände im Iran,

Die bahnbrechenden Frauen im Camp Ashraf,

Alle, die im vergangenen Jahr weltweit Tausende Proteste organisierten,

Frauen, die am 70tägigen Hungerstreik zur Unterstützung von Camp Ashraf teilnahmen,

Heldinnen, die in den letzten Monaten durch die Kugeln der islamischen Revolutionären Garde fielen, wie Neda, das Symbol für den Aufstand im Iran,

So, wie Frauen, die zu diesem Zeitpunkt in den Gefängnissen des Regimes schmachten und furchtbarer Folter und Misshandlung ausgesetzt sind.

Und last but not least mächte ich Euch, ehrenhaften Frauen meine wärmsten und vom Herzen kommenden Grüße übermitteln, die ihr Euch zur Unterstützung der Frauen im Iran erhoben habt.

In der Tat ist unser weltweiter Gedenktag nicht nur eine Antwort auf die Schmerzen und das Leid von Frauen, sondern basiert auch auf Solidarität. Es ist ein Aufruf, der das Versprechen in sich birgt, dass der menschliche Fortschritt nur möglich wird, wenn die Gleichheit der Frauen anerkannt ist.

Meine lieben Schwestern,

Aus Anlass des 8. März möchte ich mehr tun, als Euch nur zu danken.

Das ist eine Dankbarkeit, die vom Grunde meines Herzen kommt.

Das ist nicht die übliche plakative Dankbarkeit, die ihr wahrscheinlich bei jeder Sitzung oder jeder Rede hört.

Sie hat auch nichts mit den Jahren zu tun, die uns unsere Freundschaft verbindet.

Dies ist ein Ausdruck für die Jahre der Freundschaft und des tiefen Respekts des iranischen Volkes und des Widerstandes für Eure wertvollen Bemühungen, diesen Widerstand und die bahnbrechenden Frauen im Iran.

Mit dem jüngsten Erstarken der Aufstände im Iran, hat jetzt jeder die Absurdität der Ansprüche erkannt, die die Beschwichtiger angesichts der Stabilität des Regimes oder seiner öffentlichen Unterstützung im Iran kredenzten. In den vergangenen Jahren ihre heftige Propagandakampagne zur Unterstützung der Mullahs war ohrenbetäubend, so wie ihre beschämende Kampagne der Anschuldigungen für den Widerstand.

Trotzdem seid Ihr an der Seite dieses Widerstandes geblieben.

Jedes Mal, wenn wir uns in einer schwierigen Situation befanden, immer, wenn wir Opfer von Angriffen und Verschwörungen der Mullahs wurden, wart Ihr an der Seite des iranischen Widerstandes.

In der Zeit, in der wir kämpften, um die iranischen Volksmojahedin (PMOI/MEK) aus der Terrorliste Großbritanniens und der Europäischen Union streichen zu lassen,

Gegen den Angriff am 17. Juni 2003 gegen den iranischen Widerstand in Frankreich,

Wärend der Kampagne zur Verteidigung der Rechte der Bewohner von Camp Ashraf,

Gegen die Ermordung der Ashrafbewohner im vergangenen Jahr und Euer Einsatz für die Befreiung der 36 Geiseln,

Eure Unterstützung für die Hungerstreikenden in Ashraf und der ganzen Welt,

Und, in den letzten Monaten bei der Verteidigung des iranischen Volksaufstandes.

Bei all diesen schwierigen Herausforderungen wart Ihr in der ersten Reihe unserer Unterstützer.

Und Eure Bemühungen werden eventuell belohnt und haben Früchte gebracht;

Alle organisierten Protestaktionen,

Alle Briefkampagnen,

Die Interviews in den Medien, Artikel, Bücher,

Die Teilnahme an Kundgebungen,

Sitzungen mit und Empfehlungen an Institutionen von Regierungen und humanitären Organisationen,

Und die Organisation von Frauenvereinigungen dazu.

Vielleicht sahen diese Versuche anfangs inkonsequent aus. Aber im Laufe der Zeit wurde ihre Bedeutung bewiesen. Jedes Mal, wenn Ihr die Solidarität anderer Menschen, vor allem weltweit von Frauen gewinnen konntet, hattet Ihr Erfolg.

Meine lieben Schwestern,

Eure kollektive Anstrengung war der Schlüssel zu unserem Erfolg. In diesen Tagen behaupten einige, dass Frauenbewegungen zu nichts mehr führen. Aber unsere Arbeit hat etwas anderes bewiesen. Ihr habt Politik vorangebracht und durch Eure gemeinsamen Unternehmungen, Solidarität, Sympathie, schwesterliche Herzlichkeit,  Ausdauer, Ruhe und Toleranz beeinflusst.

Vor zehn Tagen wurde die Gründung eines Frauenausschusses zur Unterstützung des iranischen Widerstandes bei einer Sitzung des Europäischen Parlaments in Brüssel bekannt gegeben. Die Gründung dieses Ausschusses ist ein Erfolg an sich.

Ich bin der Ansichte, dass das ein Beispiel ist, dass auch auf nationale Parlamente übertragen werden kann.

Liebe Schwestern,

Der Internationale Frauentag erscheint in diesem Jahr wieder einmal furch den Kampf der iranischen Frauen, durch die gegenwärtigen Aufstände für die Freiheit.

Aus diesem Anlaß mächte ich an die Tatsache erinnern, dass ohne die Rolle der Frauen, diese Aufstände wohl nie ein solches Niveau erreicht hätten. Andererseit lenkte die überwältigende Rolle der Frauen den Aufstand in Richtung Sturz des gesamten Systems der absoluten Macht der Kleriker (velayat-e faqih).

In den letzten Monaten haben einige gefragt: „Wie konnten Frauen im Kampf des iranischen Volkes einen solchen Status erreichen?“

Zwei Faktoren haben diesen Status geprägt:

Der erste ist der 150jährige Kampf der Frauen gegen eine Diktatur im Iran;

Der andere ist der Charakter ihrer gegenwärtigen Konfrontation mit einem frauenfeindlichen Regime.

Ihr seid gut informiert, dass die Mullahs den Frauen im Iran das Leben zur Hölle machen durch ihre brutale Unterdrückung, die systematische Demütigung, Gender Apartheid und das Vorenthalten der Grundrechte und Freiheiten.

In Wirklichkeit bringt dieses rückwärts gerichtete System den Frauena einerseits Armut und Kummer mit den folgenden Konsequenzen:

• Ein Viertel der iranischen Frauen sind depressiv oder durchleben psychologische Traumata;

• Frauen sind gerade einmal zu 12 Prozent an der Wirtschaft des Landes beteiligt;

• Mehr als zwei Millionen extrem verarmte Frauen sind auch die Ernährer ihrer Familien;

• Und allein in Teheran, der iranischen Hauptstadt gibt es 300.000 Prostitutionsopfer.

Außerdem funktioniert dieses System mit brutaler Unterdrückung, die dazu führte, dass bis jetzt Tausende von weiblichen Gegnern gehängt, Zehntausende weiblicher Gegner gefoltert und Millionen ausgewiesen oder zu einem Leben im Exil gezwungen wurden.

All dies geschieht parallel zu den unmessbaren Schmerz, der aus der täglichen Kontrolle und den Verhören resultiert, die einer Inquisition gleichkommen, und verursacht wird durch eine Vielzahl von Erniedrigungen und Beleidigungen, die alle unfassbar sind.

In der Tat gibt es kein besonderes oder einzigartiges Beispiel für die Ungerechtigkeit gegen Frauen. Es ist eine unbeschreibbare Ungerechtigkeit, deren Anfang und Ende im Dunkeln liegen. Als Beispiel könnte die systematische Vergewaltigung von Frauen in den Gefängnissen genannt werden.

Ein weiteres ist die „schlechte Verschleierung“, die weder Gegenstand eines geschriebenen Gesetzes ist noch gibt es etablierte Kriterien für die Bewertung. Vielmehr wird alles angegriffen, angefangen bei der Art, Größe und Farbe der Frauenbekleidung bis hin zu ihrem Verhalten und die Art sich zu bewegen.

Ihr könnt den Zustand der iranischen Gesellschaft durch das Prisma der Erfahrungen von Frauen begreifen.

Die Unterdrückung der iranischen Frau steckt das soziale Leben in seiner inhumansten Form ab. Deshalb werden Freiheit und gesellschaftlicher Fortschritt nur dann angesteuert, wenn die Unterdrückung der Frau beseitigt  ist.

Deshalb hat der Widerstand der iranischen Frauen als Gegner des Regimes das Ziel, ihr Recht auf ein Leben als menschliches Wesen durchzusetzen.

Deshalb ist ihr Kampf ein Kampf für die Entwurzelung des Regimes.

In den vergangenen 30 Jahren haben Frauen beim organisierten Widerstand eine Schlüsselrolle gespielt. Sie können das feststellen in der Art, wie bösartig das Regime auf die große Beteiligung von Frauen an den Protesten reagiert.

In den letzten Monaten habe sie viele Frauen festgenommen und gefoltert. Einige wurden vergewaltigt.

Dennoh sind die Frauen wieder mutig in der ersten Reihe der Aufstände erschienen.

Ihre Teilnahme an diesen Aufständen mit der Absicht das Regime zu wechseln, weist auf einen Sieg auf dem Weg den bahnbrechende Frauen für diesen Kampf geebnet haben. Und das waren vor allem die Frauen aus  dem Camp Asrhaf.

In den letzten sieben Jahren haben sie Ashraf durch eine Flut von Angriffen des Regimes geschickt geführt, obwohl das Camp zerstört werden sollte.

Sie haben soviel Mut und Tapferkeit in sich vereint und ihr Schicksal ergriffen, um in einem außerordentlich trockenen und fordernden Kampf durchzuhalten.
Ihre Entschlossenheit war eine Inspiration für die Frauen und die Jugendlichen im Iran in ihrem Kampf für die Freiheit.

Heute leidet Camp Ashraf unter einer unmenschlichen Belagerung durch das Regime der Mullahs und ihrer irakischen Verbündeten. Sie verhindern sogar die Belieferung des Camps mit pharmazeutischen Drogen, Brennstoffen und Lebensmitteln.

In den letzten Wochen versammelten sich eine Reihe von Angehörigen der Qods Armee des Regimes vor dem Haupteingang von Ashraf und drohten den Insassen wiederholt mit neuen brutalen Angriffen.

Deshalb möchte ich Euch bitten, an der internationalen Kampagne teilzunehmen, die das Ende dieser Belagerung fordert und sicher zu stellen, dass der Schutz von Ashraf von den Vereinten Nationen akzeptiert wird.

Ich danke Euch allen.