Sunday, December 4, 2022
StartPresseschauAkuter Anstieg öffentlicher Hinrichtungen, um politisch Aktive zum Schweigen zu bringen

Akuter Anstieg öffentlicher Hinrichtungen, um politisch Aktive zum Schweigen zu bringen

NWRI – The Observer berichtete am Sonntag, dass "der Iran im vergangenen Monat bis zu 30 Menschen durch den Strang hingerichtet hat" und "viele Hinrichtungen öffentlich stattfanden, um die Menschen einzuschüchtern und dem Westen Kompromisslosigkeit zu signalisieren.

"Aus oppositionellen Quellen war zu erfahren, dass entgegen den wiederholten Aussagen der Regierung, dass es sich um Verbrecher und gefährliche Kriminelle handeln würde, mindestens drei der Hingerichteten politisch aktiv waren", erklärte die britische Wochenzeitung dazu.

The Observer berichtete, dass "unter den zuletzt hingerichteten auch Majid Kavousifar (28) und sein Neffe Hossein Kavousifar (24) waren, die für die Ermordung des Hardliners unter den Richtern, Hassan Moghaddas – ein Mann, der für die Verurteilung politischer Dissidenten zu Gefängnishaft berüchtigt war – gehängt wurden. Sie wurden an Kränen, hoch über einer der am stärksten befahrenen Verkehrsstraßen von Teheran erhängt.

"Das Schauspiel der ersten öffentlichen Hinrichtung seit fünf Jahren in Teheran fand vor dem Hauptsitz der Justizverwaltung statt, wo Moghaddas ermordet wurde. Durch die Wahl dieses Hinrichtungsplatzes in der Nähe vieler Bürohäuser sowie der australischen und der japanischen Botschaft, sollten viele Iraner der Mittelschicht aufmerksam gemacht werden, die normalerweise an solchen Ereignissen nicht teilnehmen.

"In den vergangenen Tagen wurden in Mashhad im Nordosten sieben Männer öffentlich hingerichtet, von denen fünf eine junge Frau vergewaltigt und ausgeraubt haben sollen. Die Hinrichtungen wurden ebenfalls im staatlichen Fernsehen live übertragen.

"Die Menschen werden im Iran selten öffentlich durch den Strang hingerichtet. Das wird nur eingesetzt, wenn die öffentliche Empörung über das Verbrechen geschürt werden soll, so wie bei Serienmördern und bei der der Ermordung von Kindern. Menschenrechtsorganisationen äußern, dass in diesem Jahr bereits 150 Gefangene hingerichtet wurden, im gesamten Vergleichsjahr 2006 waren es 177. Das ist ein dramatischer Anstieg der Todesstrafe seit dem Machtantritt des radikalen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad vor zwei Jahren.

"Die Hinrichtungen fanden statt, nachdem die Regierung verkündete, dass sie Mörder, Sexualtäter, Drogenhändler und andere als eine Bedrohung der ‘sozialen Sicherheit’ ansehen. Das mündete in eine Verhaftungswelle, die besonders die Arbeiter in Teheran und anderen Städten betraf. Die Verhafteten wurden öffentlich, oft in erniedrigenden Haltungen, vorgeführt.

"Die Regierung hat ebenfalls versucht, die Hinrichtungen öffentlich zu machen, die hinter verschlossenen Türen beschlossen wurden. Im vergangenen Monat übertrug das staatliche Fernsehen Aufnahmen von 12 verurteilten Männern kurz vor ihrer Hinrichtung im Teheraner Evin Gefängnis.

The Observer fügte hinzu, dass "die Hinrichtungswelle anscheinend weiter geht. Der Teheraner Hardliner unter den Generalstaatsanwälten, Saeed Mortazavi, gab bekannt, dass er die Todesstrafe gegen 17 "Hooligans" verhängen will."