Monday, December 5, 2022
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Irakische und Iranische Verbündete der USA im Irak im Stich gelassen

WASHINGTON, 23. Dezember (UPI) – Von Raymond Tanter – Nachdem die US Truppen den Irak verlassen haben, sind sie mit offenen Armen empfangen worden und man ist stolz auf diejenigen, die auf der US Seite ihr Leben riskiert haben. Andere direkte Verbündete, wie Übersetzer und Unterstützer aus dem Irak und Iran bleiben allerdings zurück.

US Diplomaten waren aktiv in der Bewältigung der Krise im irakischen Parlament beteiligt, in der es einen Machtkampf zwischen dem Regierungschef Nuri al-Maliki und dem früheren Premierminister Ayad Allawi und al-Irakiya gab, einer Gruppe aus den stärksten sunnitischen Parteien und moderaten schiitischen Kräften. In die Krise ist nun noch ein weiterer wichtiger Sunnit – Vizepräsident Tariq al-Hashemi – involviert, der nach Kurdistan floh, da es einen Haftbefehl gibt, weil er angeblich an einem Anschlag beteiligt gewesen sein soll.

Die US Botschafter kümmern sich allerdings sehr wenig um Iraker und Iraner im Irak, die ihnen beim Krieg sehr dienlich waren und die ihnen bei der Bekämpfung von al-Kaida halfen oder die Bemühungen der Destabilisierung des Landes durch das Teheraner Regime behinderten.

Man muss sich nur an die sunnitischen Stammespartner erinnern, die zwischen 2007 und 2008 intensiv dabei mithalfen, dass sich die Gewalt im Irak verringerte. Sie halfen, dass die US Truppen am Boden an Gewicht gewannen. Obwohl der Erfolg schnell anstieg, führte ein „Erwachen“ unter den arabischen Stämmen dazu, dass sich 100.000 Sunniten wieder zurück zogen und damit den Abzug der USA beschleunigten.

Der spätere US Präsident Barack Obama sagte am 22. Oktober 2008 im Time Magazine, dass „das der Rückzug der Sunniten die Dynamik im Irak entscheidend verändert habe. Es begann damit, dass einige Kontaktpersonen und Vermittler ihren Kontakt zu den Stammesführern verloren, ebenso zu regionalen Anführern und sunnitischen Nationalisten.“

Mein Besuch des Irak im Oktober 2008 bestätigte die Aussagen von Obama: Ich traf mich mit den Stammesführer Scheich Ahmed Abu Risha, einem sunnitischen Anführer aus Ramadi, westlich von Bagdad. Sie erwarteten von ihrer Hilfe für die USA ihren eigenen Schutz. Doch Washington lies die sunnitischen Partner „im Stich“.

Andere irakische Freunde, die dem US Militär halfen, waren moderate Schiiten in den südlichen irakischen Provinzen. Scheich Walid sagte mir, er schloß sich dem Kampf gegen al-Kaida nach einem Treffen mit dem US Militär in Camp Ashraf an, wo sich die iranischen Dissidenten der Mojahedin von Khalq befinden.

Als Teil der Helfer in dem Spielbuch von Obama im Kampf gegen al-Kaida sagte mir Scheich Walid, dass sein Stamm Duzende Treffen mit mir dem US Militär und der MeK in Camp Ashraf hatte.

Als al-Kaida das Ziel der meisten US Sondereinsätze wurde, gab es Anzeichen des Umschwungs. Sunnitische Stämme mögen die beste Waffe im Kampf gegen al-Kaida sein, aber nur so lange, solange sie nicht von Washington mißachtet werden und von Bagdad isoliert sind.

Washington hat zudem die früheren iranischen Partner in Gefahr zurück gelassen. Während sich die sunnitischen und moderaten Schiiten geblendet fühlten und sich in ihre Kultur zurückziehen konnten, gab es für die iranischen Dissidenten diese Option nicht. Als Opposition zu Teheran waren sie außerhalb der brüchigen Sicherheit von Camp Ashraf in Gefahr.

Selbst das Camp ist mittlerweile ein riskanter Ort, nachdem irakische Truppen blutige Angriffe im Juli 2009 und April 2011 gegen die unbewaffneten Zivilisten ausführen ließen. Bagdad drohte damit, dass die Bewohner Ende diesen Monat gewaltsam aus dem Camp entfernt werden, wenn sich die US Truppen aus dem Land zurück gezogen haben. Und selbst nachdem der Irak nun die Frist bis Mitte 2012 verlängert hat, schweben seine Bewohner immer noch unter der großen Gefahr neuer Gewalttaten.

Der Plan des US Außenministeriums, diese iranischen Dissidenten durch irakische Zusagen zu schützen, scheiterte zwei Mal und nun sollen sie nach dem Verlassen von Camp Ashraf in eine frühere US Basis, Camp Liberty, umgesiedelt werden. Dieser Umsiedlungsplan wurde dann auch noch fälschlicherweise benutzt, um die Anführer der MeK in Paris damit zu konfrontieren, dass sie eine Lösung von Ashraf durch ihre Ablehnung behindern.

Meine Interviews mit den Anführern der MeK in Paris und Dokumente des EU Parlaments zeigen jedoch, dass die Führung der MeK seit Mai 2011 den Plan der EU für die Bewohner von Ashraf zu einer Umsiedlung an jeglichen Ort begrüßt, den die UN vorschlägt, wenn sie den Bewohnern von Ashraf dafür Schutz garantiert. Diese Position haben sie diese Woche erneut bestätigt.

Acht Jahre nach der Invasion und dem Ende der militärischen Rolle der USA, braucht es eine stärkere politische US Rolle, die einen „diplomatischen Schutzschirm“ über die moderaten irakischen Parlamentarier und frühere US Verbündete und vor allem die iranischen Verbündeten von Washington spannt.

Die iranischen Dissidenten sind unter schwerster Gefahr, daher muss Washington vor allem in ihrem Fall Zähne zeigen und auch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit davon abhängig machen, dass ein UN Team die iranischen Dissidenten befragen kann, damit sie an sichere Orte in Drittländern außerhalb des Irak gebracht werden können.

Der Plan der Umsiedlung der US-Unterstützer ohne Schutz ist das Signal für eine vermeidbare humanitäre Katastrophe, für die die Vertreter der USA und des Irak vor internationalen Gerichten verantwortlich gemacht werden können.

Raymond Tanter ist ein nebenamtlicher Professor in der Abteilung für Regierungsarbeit der Georgetown Universität. Er war während der Reagan Administration Berater im Nationalen Sicherheitsrat und ist Autor des Buches „Terror Tagging of an Iranian Dissident Organization.”