Thursday, December 8, 2022
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UN Bericht: Iran verfügt über Brennstoff für zwei Atomwaffen

U.N. Report Says Iran Has Fuel for 2 Nuclear WeaponsNew York Times – Washington – In ihrem letzten Bericht vor Beginn der Sanktionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für den Iran erklärten die Inspektoren der Atomaufsichtsbehörde am Montag, dass der Iran nun einen Vorrat angelegt habe, der nach Auffassung der Fachleute für die Produktion von zwei Atomwaffen ausreiche.
Der Bericht der  zu den Vereinten Nationen gehörenden Internationalen Atomenergie Behörde scheint die Angelegenheit der Obama Administration bei einer vierten Runde von Wirtschaftssanktionen für den Iran zu unterstützen und zudem ihre Interssen an einem von der Türkei und Brasilien wieder belebten Geschäft zu verringern, für das der Iran einen Teil seiner atomaren Brennstäbe ins Ausland senden wollte. Als der Iran vor acht Monaten vorläufig zustimmte, einen Teil seines atomaren Brennstäbe ins Ausland zu senden, erklärte das Weiße Haus, dass der Iran zeitweilig nicht ausreichend Brennstäbe für eine einzige Waffe zur Verfügung habe. Der Iran verzögerte jedoch um Monate und die Zahlen im Bericht der Inspektoren am Montag wiesen darauf hin, dass der Iran jetzt sogar genug Brennstäbe für eine einzige Waffe zurückbehalten würde, wenn er jetzt bereit wäre das Material außer Landes zu bringen und unterhöhlt damit die amerikanische Begründung für die Vereinbarung.

Der hart formulierte Bericht sagt aus, dass der Iran seine Arbeit auf eine der anderen Atomanlagen ausgedehnt habe. Er beschrieb ebenfalls detailliert, wie den Inspektoren der Zugang zu einer Reihe von Anlagen verwehrt wurde und wie sich der Iran weigerte, die Fragen der Inspektoren zu verschiedenen Aktivitäten zu beantworten auch zu dem, was die Behörde die „mögliche Existenz“ von „Aktivitäten im Bezug auf die Entwicklung einer atomaren Sprengladung für eine Rakete“ bezeichnete.
Michael Hammer, ein Sprecher des Weißen Hauses, sagte am Montag in einer Presseerklärung, dass der Bericht „deutlich zeige, wie der Iran sich ständig weigere, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen und mit der IAEA zu kooperieren“. Er sagte, der Bericht „unterstreicht, dass der Iran sich weigert, auch nur einen der Schritte zu unternehmen, der erwartet wird“ vom Sicherheitsrat bzw. dem IAEA-Gouverneursrat, „was notwendig ist, um zukünftig konstruktive Verhandlungen über sein Atomprogramm führen zu können.“

Der Iran, der darauf besteht, dass sein Atomprogramm friedlichen Zwecken diene, sagte, er hätte nicht an Waffen gearbeitet mit dem Argument, dass der Nachweis über die Arbeit an Sprengköpfen erbracht sei.

Es wird erwartet, dass der nukleare Fortschritt Irans eines der zentralen Themen einer für Dienstag im Weißen Haus mit Herrn Obama und dem Premierminister Benjamin Netanyahu aus Israel geplanten Sitzung sei. Herr Netanyahu sagte den Besuch nach einem tödlichen Angriff von israelischen Kommandotruppen auf Schiffe mit Lieferungen für Gaza ab.

Der Bericht ließ jedoch die Frage offen, ob Israel den Druck auf Washington und seine Verbündeten erhöhen wird, um zu zeigen, dass er auf diplomatischem Weg mit der Bedrohung durch einen atomar bewaffneten Iran umgehen kann. Israelische Vertreter haben angedeutet, aber niemals ausdrücklich damit gedroht, dass sie militärisch eingreifen würden, wenn die Diplomatie fehlschlägt und der Iran an der Schwelle zu einem Waffenpotential sei.

Mitarbeiter der Administration argumentierten, dass die Kombination der Sanktionen, die sie als Ergebnis vom Sicherheitsrat zusammen mit anderen Sanktionen von den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten erwarten, das Kalkül Irans ändern könne. Allerdings sind viele innerhalb und außerhalb der Administration sehr skeptisch.

Vor vier Jahren forderte der Sicherheitsrat zum ersten Mal, dass der Iran die gesamte Urananreicherung einstelle und führte seine Bemühungen an, seine Aktivitäten zu vertuschen und die Inspektoren zu täuschen. Das Land trotzte diesen Resolutionen offen, in dem es den Inspektoren erklärte, dass solche Forderungen und die Forderungen, den Inspektoren den Besuch einer Reihe von Anlagen zu erlauben, die zur Energiegewinnung oder Waffenproduktion genutzt würden, „unrechtmäßig erhoben worden wären und keine rechtliche Grundlage hätten“.

Die Inspektoren berichteten am Montag, dass der Iran nun mehr als 5.300 Pfund schwach angereichertes Uran produziert hätten, was alles noch höher angereichert werden müsse, bevor es als Treibstoff für Bomben genutzt werden könne.

Die Inspektoren berichteten, dass der Iran seine Arbeit auf seinem weitflächigen Standort in Natanz in der Wüste erweitert hätte, wo sie die Urananreicherung auf 20 Prozent erhöht wird – das Niveau, dass für den Teheraner Forschungsreaktor erforderlich ist, der medizinische Isotope für Krebspatienten produziert. Es ist allerdings unklar, warum der Iran darin investiert, wenn er Brennstäbe für den Reaktor aus dem Ausland beziehen will, so wie es seine neue Vereinbarung mit der Türkei und Brasilien vorsieht.

Bis vor kurzem, wurde das iranische Uran nur bis auf 4 Prozent, das für ein Atomkraftwerk erforderliche Niveau, angereichert,  Auch wenn ein Reinheitsgehalt von 20 Prozent dem Iran nicht dem Bau einer Atomwaffe ermöglicht, steht das Land damit an der Schwelle zu diesem Ziel. Die Inspektoren berichteten, dass mit ihren Besuchen die Einrichtung einer zweiten Zentrifugengruppe – Maschinen mit einer so hohen Drehzahl, die für die Anreicherung oder Reinheit für Uran für Bomben oder Reaktoren ausreiche – offen gelegt worden wäre, die ihre Produktion auf 20prozentige Brennstäbe beschleunigen könnte,

Die Inspektoren bemerkten auch, dass die Behörde nach einem wackligen Aufbruch im Februar, als der Iran mit der Erhöhung des Reinheitsgehaltes begann,  endlich mit dem Aufbau eines guten Überwachungssystems für die 20prozentige Anreichung erfolgreich gewesen sei, „Höhere Schutzmaßnahmen“, so im Bericht, „werden jetzt ergriffen.“

Allerdings bezeichnete der Bericht die Nachrüstung der Anlage und die laufende Anreicherung „als im Gegensatz zu den entsprechenden Beschlüssen des Rates der Gouverneure und des Sicherheitsrates stehend“. Beide hatten den Iran aufgrund der offen stehenden Fragen zur Absicht Irans – zivil oder militärisch – aufgefordert, die Urananreicherung einzustellen. Die Sanktionen, wenn sie verabschiedet werden, sollen den Iran zwingen, der Forderung des Sicherheitsrates zu entsprechen.

Zusammen mit den Staatschefs von Großbritannien und Frankreich prangerte Präsident Obama den Iran im vergangenen Herbst wegen des Baus einer zweiten Urananreicherungsanlage in der Nähe der Heiligen Stadt Qom an, weil er die  Inspektoren erst davon in Kenntnis setzte, als diese drei Länder ihre Entdeckung bekannt gaben. Eigenartigerweise, deutet der Bericht an, dass der Iran nun, da die Anlage entdeckt wurde, anscheinend das Interesse daran verloren habe. Der Bericht sagt aus, dass der Iran in der halb errichteten Anreicherungsanlage im Berginneren nahe einem Militärstützpunkt keine Zentrifugen aufgestellt habe,

Der Iran sei bemüht gewesen, einige seiner Atomanlagen an unterirdischen Standorten zu bauen, um so die Anfälligkeit für Luftangriffe zu verringern. In einem neuen Bericht schreiben die Inspektoren, dass der Iran den beabsichtigten Bau eines neues analytisches Labor in einem Tunnellabyrinth in Isfahan mitgeteilt habe, „das die gleiche Funktion wie ein bereits existierendes“ ungeschütztes Labor dort haben soll.

Der Bericht zitierte eine iranisches Schreiben, in dem mitgeteilt wird, dass ein zweites unterirdisches Labor „aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen“ erforderlich sei.

Von David E. Sanger und William J. Broad