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Der Nachrichtendienst Südafrikas deckt Mordpläne und Umgehungen der Sanktionen des iranischen Regimes auf

Dienstag, den 24. Februar 2015 um 15:50 Uhr

Von links: Ahmadinejad, Khamenei und Rohani

Das iranische Regime benutzt Strohfirmen und geheime inoffizielle Kanäle, um die Sanktionen zu umgehen und Materialien zur Herstellung von Waffen und für andere Industriezweige zu bekommen. Dies geht aus nachrichtendienstlichen Dokumenten aus Südafrika hervor,

die durchgesickert sind.

Die Enthüllungen des Nachrichtenkanals für den Mittleren Osten al-Jasira stellen bloß, dass Teheran bestrebt ist, Handelsbeschränkungen auszuweichen, die ihm von der internationalen Gemeinschaft auferlegt worden sind als Reaktion auf das erschreckende Register an Menschenrechtsverletzungen des Regimes, die Förderung von Terrorismus und das Streben nach einer Atombombe.

Die 128seitige ‚Analyse von Operationszielen‘, die der südafrikanische Nachrichtendienst verfasst hat, enthüllt die Namen, Adressen, Telefonnummern und  Tarngeschichten von Dutzenden von mutmaßlichen iranischen Agenten in Südafrika.

Es werden sogar die Namen von Gärtnern und Fahrern in der iranischen Botschaft und das verworrene Netzwerk aus Personen, Geschäftsbetrieben und kulturellen Gruppen aufgeführt, von denen es dort heißt, sie würden von Teheran benutzt, um seine Interessen zu verfolgen und seinen Einfluss auszudehnen.

Ein weiteres Nachrichtendienstdokument aus Südafrika beschreibt, wie iranische Beamte eine ‚Säuberung‘ unter mehreren Diplomaten in der iranischen Botschaft durchgeführt haben, weil ihre Loyalität gegenüber Präsident Mahmoud Ahmadinejad fraglich gewesen ist.

Ein Diplomat hatte ein ‚Glücksspielproblem‘ und wurde ‚ständig überwacht‘, wird in dem Nachrichtendienstdokument berichtet.

Der mit der ‚Säuberung‘ beauftragte Beamte wollte diesen Diplomaten dann auch nach Hause schicken, er konnte das aber nicht wegen seiner ‚politischen Kontakte‘, wird weiter beschrieben.

Bei Al-Jasira heißt es außerdem: „Die Darstellung des Nachrichtendienstes macht auch deutlich, dass der Iran mit der Führung von Südafrika in Verbindung getreten ist, um  Möglichkeiten des Ausweichens gegenüber den internationalen Sanktionen zu suchen, die von den Westmächten auferlegt worden sind.

Es wird eine „anonyme Quelle“ zitiert, der zufolge der damalige Präsident Thabo Mbeki sich mit höheren iranischen Beamten getroffen habe, die um Hilfe im Zusammenhang mit ihrem Atomprogramm gebeten hätten.    

Ein Monat nach dem ersten Treffen im September 2005 kam eine iranische Delegation unter der Leitung eines ‚Herrn Rohani‘ – sehr wahrscheinlich der derzeitige Präsident Hassan Rohani, der im August dieses Jahres als Chef des Obersten Sicherheitsrats des Iran zurückgetreten war – mit Mbeki zusammen, so die Quelle“.

Die nachrichtendienstlichen Quellen, die von Al-Jasira eingesehen wurden, besagen weiter: „Die Diskussionen drehten sich wesentlich um ein Ersuchen der iranischen Regierung an die Regierung von SA, dem Iran bei seinem Atomprogramm beizustehen und technischen Rat und technologische Mittel zu liefern.

Der fortgeschrittene Stand der Technologie Südafrikas in der Luftfahrtindustrie, besonders aber auch bei den Raketenleitsystemen erregte zunehmend die Aufmerksamkeit“ des Iran, so der Kommentar eines südafrikanischen Spions. 

„Voraussichtlich werden diese Industrien mit Beschaffungen beauftragt“.

Die nachrichtendienstlichen Agenten berichteten, dass die Iraner auch an Technologien zum Abhören von Satelliten, zur Online Überwachung und zum Hacken interessiert gewesen sind.

Es heißt, sie hätten Software zum Knacken von Verschlüsselungscodes und zum Schutz ihrer eigenen Onlineaktivitäten gesucht. Dem Bericht zufolge  führten die iranischen Beamten 2005 auch Gespräche mit den Betreibern der elektronischen Abhöreinrichtungen in Südafrika, dem National Communication Center, meint Al-Jasira.

Iranische Delegationen sollen auch mehrere andere technische Einrichtungen besucht haben, darunter auch Hersteller von Drohnen, von elektronischen Systemen zur Kriegführung und von Abhörtechnologien, teilt der TV Kanal mit.

Die südafrikanischen Agenten warnten: „Eine Zusammenarbeit zwischen iranischen Stellen und der südafrikanischen Verteidigungsindustrie sollte genau überlegt werden, besonders im Hinblick auf das Risiko internationaler Sanktionen gegen diese Industrie, wenn bekannt wird, dass Verträge über Technologien mit solch einem Land abgeschlossen werden, die der Kontrolle der Nichtweitergabe und der Rüstung unterliegen“.

Ein anderes Dokument, das durchgesickert ist, warnte davor, dass auch englische Agenten die Handelsbeschränkungen gegen den Iran überwachten und zu beaufsichtigen versuchten, an deren Wirksamwerden Großbritannien  beteiligt gewesen ist.

Ein Telegramm des Geheimdienstes in Großbritannien warnte sein Pendant in Südafrika, dass eine südafrikanische Firma in ‚fortgeschrittenen Geschäftsverhandlungen‘ mit  einer iranischen Strohfirma stehe. 

Das Telegramm aus dem Jahr 2009 warnt die Südafrikaner, dass die iranische Firma insgeheim ‚für die Produktion von Raketenwerfern‘ und ‚die Entwicklung von Raketenteilen verantwortlich sei’, aber viel unternommen habe, um sich als legitime Firma zu tarnen.

MI6 gab an, dass die Strohfirma mit ihrer Beteiligung an der in Teheran ansässigen Industriegruppe Shahid Bagheri hinterm Berg halte, deren Konten im Jahr 2006 von den Vereinten Nationen eingefroren wurden wegen ihrer mutmaßlichen Rolle in Irans Raketenprogramm.

Der englische Nachrichtendienst hege die Befürchtung, dass der Verkauf von Bestandteilen und Materialien durch die südafrikanische Regierung ‚in beträchtlichem Ausmaß die Fähigkeit des Iran, Raketensysteme zu produzieren, fördern könne, besonders solche, die geeignet sind, atomare Gefechtsköpfe zu tragen‘.

MI6 erläuterte, die Firmen hätten die Geschäftsreise eines Herrn mit doppelter, nämlich englischer und südafrikanischer, Staatsangehörigkeit  in den Iran geplant, und er habe  den SSA (Sicherheitsagentur in Südafrika) gebeten, die vorhandenen Exportbestimmungen zu benutzen, um zu ‚verhindern, dass die beabsichtigten Besuche stattfinden könnten‘.

MI6 schreibt: „Wir glauben, eine solche Maßnahme steht im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen Südafrikas, ebenso mit unseren“.

Der Iran hat auch religiös kulturelle Beziehungen und den persischen Teppichhandel dazu benutzt, um ‚die nachrichtendienstlichen Aktivitäten stark zu verschleiern‘, sagen die Agenten.     

Zu den inoffiziellen Tarneinrichtungen gehören Iran Air, die Nachrichtenagentur der islamischen Republik, der Sender der iranischen Republik und Schifffahrtslinien der islamischen Republik, macht das betreffende Dokument aus dem Jahr 2010 bekannt.

Die Agenten führen auch mehrere Teppichläden, Publikationsorgane und andere kleine Geschäfte an, von denen sie denken, dass sie Verbindungen zu den Nachrichtendiensten des Iran haben.

Sie vermuten auch, dass es iranische Verbindungen zur lokalen Selbstschutzgruppe People Against Gangsterism and Drugs (PAGAD) [Bevölkerung gegen Gangstertum und Drogen] und zur Ahl ut-Bait Stiftung von Südafrika gibt – ein religiöses Institut des schiitischen Islam.

Außerdem enthüllen die Dokumente des Nachrichtendiensts: „Sowohl das Ministerium für Nachrichtendienste als auch die revolutionären Komitees benutzen die Diplomatentaschen, um Waffen an iranische Botschaften im Ausland zu schicken. Diese Waffen werden mit voller Kenntnis des Botschafters in der Botschaft gelagert“.

Solche Zellen der diversen Mitarbeiter werden dann trainiert, um gegen ‚ein identifiziertes Ziel‘ loszuschlagen, das den Südafrikanern zufolge ‚im Allgemeinen ein amerikanisches oder israelisches‘ ist, steht in dem Dokument.

Zwischen 1999 und 2002 gab es 24 erfolgreiche Mordaktionen, die von iranischen Spionen in Europa und der Türkei ausgeführt wurden, alle mit ausdrücklicher Billigung des iranischen Präsidenten und des obersten Führers, so das Dokument.